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Stormarn Rechte planen Demo in Oldesloe
Lokales Stormarn Rechte planen Demo in Oldesloe
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10:24 02.03.2016
Anja Kühl vom Kreis.

Bürgermeister Tassilo von Bary erwähnte es leicht stöhnend auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Eine rechtsgerichtete Demonstration solle es am 16.

Reinbek zeigte sich bunt

 150 Menschen demonstrierten Montag vor dem Schloss Reinbek gegen ein AfD-Treffen, mit dabei das Glinder M.u.T.-Bündnis. Die Grünen ließen Luftballons steigen, das Jugendzentrum spielte Musik, die Jusos entrollten Transparente. Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat: „Die AfD, das sind nicht die oft zitierten besorgten Bürger. Die wirklichen stehen hier vor dem Schloss.“

April in Bad Oldesloe geben. Das habe im Hintergrund schon für mächtigen Wirbel gesorgt.

Und in der Tat. In den sozialen Netzwerken laufen die Drähte schon heiß. Kritische Beobachter der rechten Szene gehen davon aus, dass es sich um eine Fortsetzung des Aufmarschs handelt, bei dem sich Ende Januar etwa 100 Leute auf dem Marktplatz versammelt hatten.

Auf Anfrage teilte Anja Kühl, Fachbereichsleiterin Ordnung vom Kreis, mit, dass der Antrag für die Demonstration am Freitag eingegangen sei — außergewöhnlich früh. Meist geschehe das erst 48

Stunden vor dem Ereignis. Die Anmeldung stamme von einer Einzelperson, die sich keiner Organisation zuordnen lasse. Aus Gründen des Datenschutzes dürfe der Name aber nicht genannt werden, nur soviel, dass die Person in Schleswig-Holstein ansässig sei. 100 Teilnehmer habe der Versammlungsleiter gemeldet.

Über die Route, die er vorzugsweise durch die Stadt einschlagen will, mochte Anja Kühl nichts sagen. „Das kann sich ja noch ändern. Wir werden demnächst ein Kooperationsgespräch mit dem Versammlungsleiter führen. Dabei wird geklärt, wo und wie die Demonstration stattfinden kann“, sagte die Fachbereichsleiterin.

Auch die Polizei ist in die Vorbereitungen einbezogen. „Wir werden die Lage angemessen beurteilen und überprüfen“, sagte gestern Polizeisprecher Holger Meier. Bis jetzt lasse sich dazu aber noch nicht viel sagen. Die Polizei werde ein Auge darauf haben, ob zu Gegendemonstrationen aufgerufen werde und was sich diesbezüglich im Internet abspiele.

„Ich glaube, die Stadt sollte mit allen Vertretern und Bürgermeisterkandidaten ein klares Signal geben, dass wir eine offene und tolerante Gesellschaft sind und das auf jeden Fall auch so bleiben soll“, reagierte SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann auf die angekündigte Demonstration. Es müsse ein friedliches und buntes Bekenntnis sein, in dem alle gegen Rassismus zusammenstehen.

Zweifel, ob es sinnvoll ist, gegen den Aufmarsch zu demonstrieren, äußerte CDU-Fraktionschef Horst Möller. „Man müsste sie mit Nichtachtung strafen. Denn jegliche Reaktion erhöht die Aufmerksamkeit und darüber freuen sich rechte Gruppierungen“, sagte er. Doch heutzutage sei ein Ignorieren kaum noch möglich. Insofern bleibe nichts, als die Leute zu ertragen.

Das „Bündnis gegen Rechts“ trifft sich am Dienstag, 8. März, ab 19 Uhr im Oldesloer Bürgerhaus, um eine Gegendemonstration am 16. April zu planen.

dvd

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