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Regionale Vermarktung als Chance

Hans-marten paulsen Regionale Vermarktung als Chance

Vize-Chef des Trenthorster Instituts für ökologischen Landbau, Hans Marten Paulsen, über die Zukunftsaussichten Stormarner Bauern.

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Stormarn 2030: Wo sehen Sie Chancen für die Landwirtschaft?

Hans Marten Paulsen: Getreide, Raps und klassische Marktfrüchte werden auch weiterhin das Bild der Landwirtschaft in Stormarn bestimmen. Regionale Vermarktung ist ebenfalls ein spannendes Feld. Das können auch Bioprodukte sein. Es gibt bereits funktionierende Betriebe mit Hofläden, wenngleich nicht in Stormarn, eher im Herzogtum Lauenburg. Aber die fallen nicht vom Himmel. Wer sich in dieser Sparte etabliert, ist in zehn Jahren noch am Markt. Die Konkurrenzfähigkeit ist entscheidend. Biomilch ist auch sehr gefragt. Die Preise sind nicht gefallen. Da sieht man, dass ein Potenzial da ist und noch mehr Bauern einsteigen könnten.

Woran liegt es Ihrer Ansicht nach, dass sich biologisches Wirtschaften im Kreis Stormarn so schwertut?

Paulsen: Der Kreis ist eine Intensivregion seit vielen hundert Jahren. Mit dieser Tradition zu brechen, ist sehr schwierig. Das hat auch mit der Förderung zu tun, die seit 50 Jahren existiert und in gewisser Weise auch schon zur Tradition geworden ist. Viele haben sich gleich zu Beginn davon abgekoppelt, ihr eigenes Ding gemacht und gleich Biobetriebe gegründet. Die anderen folgten dem Mainstream und richteten sich nach dem Weltmarkt aus. Dabei liegt ein wichtiger Absatzmarkt vor der eigenen Haustür.

Was müsste geschehen, damit mehr Landwirte neue erfolgversprechendere Wege einschlagen?

Paulsen: Das gelingt aus meiner Sicht nur, wenn Produktions- und Anbauverfahren politisch gestützt werden. Man sieht es bei den Biogasanlagen. Die Förderung hat die Landwirtschaft verändert.

Und die Energiegewinnung wird weiter eine Rolle spielen. Deshalb dürfte auch bei Biobetrieben eigentlich nicht mit der Gießkanne gefördert werden. Es müsste mehr Geld fließen, um stärkere Anreize zu schaffen. Derzeit ist das aber nicht abzusehen. Eine Umstellung auf Bio ist im Bereich der Tierhaltung noch am einfachsten hinzubekommen. Auf Landesebene gibt es eine Initiative, welche die Kombination von Ackerbau und Tierzucht als zusammengehörende Einheit denkt. Wenn der Landwirt sein eigenes Futter anbaut, erhöht das die Wertschöpfung. Die Bayern machen mit ihren Regionalprogrammen vor, wie man den Absatz in der heimischen Region fördert. In Stormarn könnte das auch funktionieren. Hamburg wäre so ein Markt vor der eigenen Haustür. Nehmen Sie Gemüse. Vieles kommt aus dem Ausland. Dabei könnte man hier viel mehr produzieren und beispielsweise die Abwärme von Biogasanlagen nutzen, um damit Gewächshäuser betreiben. Es braucht natürlich auch Mut und Kreativität, etwas Neues entstehen zu lassen. Wichtig ist auch eine gute Marktforschung.

Sind Biolabel nicht mit einem erhöhten Aufwand an Bürokratie verbunden?

Paulsen: Eher das Gegenteil ist der Fall. Als zertifizierter Biobetrieb, der auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichtet, braucht man weder eine Phosphor- noch eine Stickstoffbilanz aufstellen noch über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Buch zu führen. Man hat es leichter, weil diese Umweltauflagen ja schon erfüllt sind. Das senkt den Verwaltungsaufwand.

Werden Forderungen nach einem sorgsameren Umgang mit Tieren künftig eine größere Rolle spielen?

Paulsen: Die Aufmerksamkeit ist hoch, selbst in Schulen wird das Thema Tierwohl behandelt. Durch die öffentliche Diskussion gerät viel in Bewegung. Als Landwirt sollte man den Tieren mehr Platz anbieten. Sie müssen auch dafür sorgen, dass sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen und artgerecht gehalten werden. Hühner etwa brauchen Platz zum Scharren und für ein Staubbad. Hinzu kommt, dass das Kupieren von Schwänzen und Schneiden von Schnäbeln den Tieren Schmerzen zufügt. Das sollte nicht sein. Aber auch hier ist die Frage, wie eine artgerechte Haltung von den politischen Rahmenbedingungen gestützt wird. Ich bin aber überzeugt, es kann gelingen, wenn sie gut eingeführt und kräftig beworben wird. dvd

LN

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