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Stormarn Reinfeld: Schöne Aussicht statt hässliche Ansicht
Lokales Stormarn Reinfeld: Schöne Aussicht statt hässliche Ansicht
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20:32 23.10.2017
Mit einem 2,40 Meter breiten Herrenteich-Poster verschönern Jürgen Rabeneck und Dierk Topp (vorne) die schäbigen Schaufenster des ehemaligen Schlecker-Marktes in der Paul-von-Schoenaich-Straße. Quelle: Fotos: Dreu

Mittlerweile stehen der ehemalige Schlecker-Markt und die angrenzenden Läden mitten in der Paul-von-Schoenaich-Straße bereits seit Jahren leer. Sie sollten einem Fachmarktzentrum weichen, mit dem sich nicht nur die Stadt, sondern auch die Einzelhändler einen Magneten für die Geschäftsstraße erhofft hatten. Mit den Preisvorstellungen für die Häuser kamen Eigentümer und Investoren bislang jedoch nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Die Folge: Die Häuser und deren Schaufenster verrotteten weiter und entwickelten sich mehr und mehr zu einem Schandfleck.

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Dierk Topp zieht Unkraut vor dem ehemaligen Schlecker-Markt.

Über diesen wurde bereits viel diskutiert und schon oft wurde der Ruf nach der Stadt laut. Deren Hände allerdings sind in diesem Fall gebunden. Eingreifen könnte sie nur, wenn Gefahr im Verzuge wäre.

Davon aber kann bei den unansehnlichen, mit Plakaten zugekleisterten Schaufenstern und dem vielen Unkraut keine Rede sein.

„Wir haben dafür überhaupt keine Handhabe“, bedauert Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann, der aber die Hoffnung auf das geplante Fachmarktzentrum noch nicht aufgegeben hat. Ob es doch noch kommt oder nicht, ist dem Fotografen Dierk Topp egal. „Reinfeld ist so schön, aber die Häuserzeile um den Schlecker-Markt ist nun wahrlich kein Aushängeschild“, so Topp, der damit auch Jürgen Rabeneck, Vorsitzender des Handelsvereins Reinfeld, aus dem Herzen spricht und mit seinem Vorhaben begeisterte. „Es muss doch etwas passieren. So, wie es aussieht, kann es nicht bleiben“, pflichtete ihm Rabeneck bei, als Topp zur Tat schritt.

Der Fotograf ließ eins seiner hochauflösenden Bilder mit Blick auf den Herrenteich auf 2,40 Meter Breite und 0,90 Meter Höhe vergrößern und klebte es zusammen mit Jürgen Rabeneck mitten auf das Schaufenster des Schlecker-Marktes. „Reinfeld ist so schön. Helft, dass es so bleibt“ hat er auf das Riesen-Poster geschrieben und seine Telefonnummer hinterlassen. Genehmigt ist die Aktion nicht.

„Das sind die Plakate, die sonst hier kleben, auch nicht. Falls sich jemand beschwert, nehmen wir es wieder ab“, so Dierk Topp.

Er hofft auf Nachahmer, die sich nicht nur beschweren, sondern so entschlussfreudig wie er selbst mithelfen, Reinfeld wieder schöner zu machen. „Jeder kann etwas tun. Wenn es hier schöner wird, haben doch alle etwas davon“, ist der Fotograf überzeugt. Kurz entschlossen zieht er seine Gartenhandschuhe an und widmet sich dem Unkraut in der Häuserzeile. Als Eleonore Warnemünde, Einzelhandelskauffrau in der Buchhandlung Michaels, von der Aktion erfährt, ist sie begeistert und bringt Müllsäcke für das Unkraut vorbei: „Toll, dass etwas passiert. Das ist doch auch für die umliegenden Geschäfte schön.“

Von Petra Dreu

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