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Stormarn Zwei Bahnpannen ärgern Pendler
Lokales Stormarn Zwei Bahnpannen ärgern Pendler
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17:48 12.09.2018
Auf dem Bahnhof von Bad Oldesloe strandeten am Dienstag etliche Pendler. Quelle: mc
Reinfeld

Auf der Regionalstrecke zwischen Hamburg und Lübeck hat es in Reinfeld zu Wochenbeginn zwei Störungen im Zugverkehr gegeben. Am Dienstag konnte der Bahnhof in Reinfeld wegen eines Missverständnisses beim Dienstplan für eine Dreiviertelstunde nicht angefahren werden. Am Mittwoch kam es zu Verspätungen, weil ein Bahnübergang in Reinfeld gut zwei Stunden lang nicht funktionierte, so dass die Zugführer anhalten und die Schranken mit einem Schlüssel selber hinunterlassen mussten.

„Der Bahnübergang in Reinfeld war am Mittwoch zwischen 7.23 Uhr und 9.42 Uhr gestört“, erklärt Sabine Brunkhorst, Sprecherin der Deutschen Bahn in Hamburg. „Die Bahnschranken haben sich nicht geschlossen. Grund des Defekts war ein kaputtes Relais.“ Der Zugführer musste deshalb langsam an den Bahnübergang heran fahren und anhalten, um die Sicherung des Bahnübergangs selber zu übernehmen. „Der Vorgang nennt sich „Schlüsseln“.“ Das bedeutet, dass der Lokführer bei Bedarf mit einem Schlüssel die Schranken am Bahnübergang herunterlassen muss, damit die Sicherheit gewährleistet ist. Nach der Durchfahrt gehen die Schranken von alleine wieder hoch. „Das kostet Zeit, so dass es auf der Strecke zu Verspätungen kam. Wir haben den Schaden so schnell wie möglich behoben.“

In Reinfeld gab eine Dreiviertelstunde lang keinen Fahrdienstleiter

Schon am Dienstagabend war der Bahnhof Reinfeld von Zugverspätungen betroffen gewesen. Für mehrere hundert Fahrgäste der Regionalverbindung zwischen Lübeck und Hamburg war die Fahrt ab 18 Uhr bereits in Bad Oldesloe zu Ende. Grund war ein Missverständnis beim Dienstplan, so dass in Reinfeld eine Dreiviertelstunde lang kein Fahrdienstleiter vor Ort war. Dadurch konnte der Bahnhof Reinfeld nicht angefahren werden. Betroffen waren drei Züge, die dadurch ausfielen.

„Es gab für diesen Tag eine Dienstplanänderung, die durch ein Missverständnis nicht umgesetzt wurde“, erklärt Sabine Brunkhorst. So sollte der Fahrdienstleiter in Reinfeld um 18 Uhr seinen Dienst antreten, kam irrtümlich aber erst um 18.45 Uhr zum Arbeitsplatz. „Der Fahrdienstleiter ist für das Stellen der Weichen und Signale zuständig, ohne ihn kann kein Zug fahren“, so Sabine Brunkhorst. In der Zeit seien deshalb drei Züge ausgefallen, die in Oldesloe hielten und dann wieder zurück fuhren. „Die Passagiere mussten später andere Züge nehmen“, erläutert die Bahnsprecherin, „weil es im Berufsverkehr war, waren viele Fahrgäste betroffen.“ Der Deutschen Bahn tue es Leid, sie entschuldige sich für den Vorfall. Beide Störungen waren in den elektronischen Medien bekannt gegeben worden.

Fahrgastverband „pro bahn“: Allgemein läuft’s rund

Allgemein, so Hans-Uwe Kolle vom Fahrgastverband „pro bahn“, laufe der Zugverkehr in der Region aber gut. „Durch den Personalmangel bei den Lokführern fallen derzeit Abendzüge aus“, so Kolle weiter. „Vom Personalmangel im Verkehrssektor sind aber alle betroffen, auch Busfahrer und Piloten fehlen.“ Er lobte, dass die Bahn das rechtzeitig publik gemacht habe. „Dadurch haben die Kunden Zeit, sich darauf einzustellen. Es fallen hauptsächlich Züge am Tagesrand aus, um die Zahl der Betroffenen so gering wie möglich zu halten.“ Der DB Regio in Schleswig-Holstein stehen derzeit nicht genügend Triebfahrzeugführer zur Verfügung. Seit Montag sind deshalb einige Verbindungen gestrichen worden, für die Fahrgäste wird ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen angeboten.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz möchte, dass die vertraglich zugesicherten Leistungen von der DB Regio erfüllt werden. „Das Land versucht seit Jahren mit viel Geld, Menschen dazu zu bringen, von der Straße auf die Schiene umzusteigen. Daher sind auch die mehrwöchigen Streichungen von einzelnen Zugverbindungen für das Land nicht akzeptabel.“ Er erhoffe sich von dem Besuch des Vorstandsvorsitzenden der DB Regio AG, Dr. Jörg Sandvoß, Ende des Monats eine deutliche Zusage, dass die DB alles in ihrer Macht Stehende veranlassen werde, damit die unhaltbaren Zustände kurzfristig beseitigt werden. Dazu gehöre insbesondere auch, in mehr Personal zu investieren. „Darüber hinaus werden wir in zukünftigen Verkehrsverträgen die Sanktionsmöglichkeiten gegenüber dem Bahnunternehmen erweitern“, heißt es aus dem Ministerium.

Infos zum Ersatzverkehr

Eine Auflistung aller betroffenen Verbindungen inklusive Ersatzverkehr wird unter bahn.de/aktuell und in der Reiseauskunft auf bahn.de sowie in der App DB Navigator veröffentlicht. Entsprechende Infos gibt es auch in der NAH.SH-Fahrplanauskunft/ -App.

Bettina Albrod

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