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Reinfeld auf dem Weg zum prima Klima

Reinfeld Reinfeld auf dem Weg zum prima Klima

Klimaschutzkonzept beschlossen – Für die Umsetzung gibt es Geld vom Bundes-Umweltministerium.

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Geert Karnick von den Grünen und seine Parteifreunde hatten sich stets für eine Solaranlage auf dem Verwaltungsgebäude eingesetzt und am Ende die Stadtverordneten überzeugt. Aber das war nur ein kleiner Schritt in Richting Klimaverbesserung. Bis 2050 geht es ans Eingemachte.

Quelle: ukk

Reinfeld. Sie sind im Zeitplan geblieben. Die Reinfelder Klimaschutzkonferenz hat nach drei Zusammenkünften seit März, nach fünf Steuerungsrunden und zahlreichen Hintergrundgesprächen jetzt im Umweltausschuss einen 27 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog mit konkreten Projekten für die nächsten Jahre vorgelegt. Der Ausschuss empfahl mit nur einer Gegenstimme der Stadtverordnetenversammlung, die Stadtverwaltung mit der Umsetzung zu beauftragen.

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Klimaschutzkonzept beschlossen – Für die Umsetzung gibt es Geld vom Bundes-Umweltministerium.

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Damit stehen die Chancen auf Förderung durch das Bundesumweltministerium gut. Es brauche einen guten Plan, hatte Michael Wedler von der mit dem Klimaschutzkonzept beauftragten Firma „B.A.U.M.

Consult“ gleich bei der ersten Zusammenkunft von Experten, Klimaschutzbeauftragten und umweltinteressierten Reinfeldern gesagt. Herausgekommen sind weit über 200 Seiten mit Anregungen und Überlegungen.

Da wartet eine Menge Arbeit auf die Reinfelder, wollen sie das ehrgeizige Ziel von derzeit jährlich 80000 Tonnen ausgestoßenem Kohlendioxid auf unter 20000 im Jahr 2050 drücken. „Es handelt sich erstmal um einen Handlungsleitfaden, ein politisches Signal“, sagt der Ausschussvorsitzende Geert Karnick von den Grünen. Wedler hatte als Arbeitsgrundlage die für Reinfeld relevanten Daten erfasst und eine Energie- und Kohlendioxid-Analyse erstellt. Es gebe ein enormes Sparpotential bei der Wärme in Privathaushalten, in den Betrieben, bei der Verwaltung. Und es könne viel Verkehr vermieden, verlagert und umweltverträglich abgewickelt werden.

„Die Umsetzung nun soll die Verwaltung übernehmen“, sagt Karnick – und weiß den Bürgermeister hinter sich. Sozialdemokrat Heiko Gerstmann nimmt Termine in der Stadt oft mit seinem Elektro-Fahrrad wahr und bezeichnete sich selbst schon als „halber Grüner“.

Ansätze, das Klima zu verbessern, gibt es allerdings schon in der Stadt. Das jüngste Projekt ist die Solaranlage auf dem Dach des neuen Verwaltungsgebäudes gegenüber vom Rathaus. „Darum haben wir lange gekämpft“, sagt Karnick. In der Tat war die Anlage aus Kostengründen umstritten. Allerdings dürfte sie sich amortisieren. Stormarns Klimaschutzmanagerin Isa Reher hatte bei der ersten Reinfelder Konferenz jedenfalls darauf hingewiesen, dass der Kreis Stormarn allein durch seine Solaranlagen auf den Dächern von Schulen jährlich 50000 Euro einspare.

Der vorliegende Bericht aber geht weit über die Installation solcher Anlagen hinaus. Im Gewerbegebiet Feldstraße/Grootkoppel etwa könnte ein Nahwärmenetz zur Aufnahme und Verteilung zwischen benachbarten Betrieben entwickelt werden, wird darin vorgeschlagen. Dazu müssten bei den anstehenden Tiefbauarbeiten die notwendigen Wärmeleitungen schon berücksichtigt werden.

Um einen Überblick über die Energiesituation in dem Gewerbegebiet zu bekommen, seien die ansässigen Betriebe einzubeziehen und mit ihnen gemeinsam die relevanten Daten zusammenzuführen.

Einen wichtigen Energielieferanten haben die Reinfelder schon im Auge: die Firma Bode mit ihrem Kühlhaus, dessen Abwärme laut Betriebstechniker Thomas Bröcker „die ganz Nachbarschaft versorgen kann“.

Seniorchef Eckhard Bode zeigt sich von der Idee, diese Wärme zu nutzen, sehr angetan.

Am Ende könnte ein so genanntes „energieoptimiertes Gewerbegebiet mit zu 100 Prozent genutzter Abwärme entstehen, steht im Bericht. Erste Maßnahmen dazu, glaubt Techniker Bröcker, könnten schon im nächsten Jahr beginnen. Und bei Stromzapfsäulen hat Reinfeld mit der Hansewerk AG einen Unterstützer. Fünf Standorte hat der Hansewerk-Kommunalbetreuer Thomas Rath schon mal vorgeschlagen. Bislang verfügt die Stadt Reinfeld erst über eine solche Säule im Gewerbegebiet an der Autobahn.

Auch Hansewerk hatte einen eigenen Vertreter in die Klimakonferenz entsendet. Er habe mitgemacht, sagt Kommunalbetreuer Thomas Rath „weil uns der Klimaschutz elektrisiert.“

Verbesserungen an allen Ecken und Enden möglich

Wie der Klimaschutz in Wohngebieten verbessert werden könnte, zeigen die Überlegungen in dem vorgelegten Bericht zum Wohngebiet am Kaliska Weg: Weil die Heizzentrale des ehemaligen Altenheimes und künftigen Hauses für Betreutes Wohnen ersetzt werden müsse, soll die Möglichkeit umgesetzt werden, weitere Liegenschaften an die neue Anlage anzuschließen. Andere Wärmequellen wie Solarthermie und Warmwasser-Speicher seien in die Überlegungen einzubeziehen, so dass ein noch entstehender Neubaukomplex mit hundert Wohneinheiten sowie das Pflegeheim mit etwa 90 Betten gemeinsam versorgt werden könnte. Ein solches Vorgehen auf dem Weg zu einer höheren Energieeffizienz müsse genauso für weitere Neubaugebiete gelten. Weitere Überlegungen enthält der Bericht unter anderem zu einem radfreundlichen Reinfeld und zu einem fahrradgerechten Umbau des Bahnhofgeländes . Außerdem werden Elektromobilität beziehungsweise Strom-Ladestationen thematisiert.

Bei den Stromzapfsäulen, heißt es, habe die Hansewerk AG fünf Standorte vorgeschlagen. Bislang verfügt Reinfeld erst über eine Säule im Gewerbegebiet an der Autobahn. Weitere wären sinnvoll bei Bäckerei Junge, am Marktplatz, in der Marktstraße, beim Rathaus, am Klärwerk und bei Markant. Ob die Ladestationen im Rahmen des Konzeptes priorisiert würden, entscheide allerdings die Stadt.

Uwe Krog

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