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Stormarn Reinfeld und Bargteheide-Land lassen in Bad Oldesloe rechnen
Lokales Stormarn Reinfeld und Bargteheide-Land lassen in Bad Oldesloe rechnen
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20:27 15.08.2017
Steuern die Geschicke des IT-Verbunds: Christiane Clobes, Martin Oster und Sven Grunewald. Die Mitarbeiterzahl ist von 24 auf 38 gestiegen. Quelle: Foto: Dvd

Willkommen im Club: Die Verwaltungen von Reinfeld und dem Amt BargteheideLand sind an die zentralen Server des IT-Verbunds Stormarn angeschlossen. Zum Teil stark veraltete Computer-Technik, für die es keine Wartungsverträge mehr gab, konnte ausgemustert werden. Sämtliche Rechentätigkeiten sind ausgelagert und werden zentral am Standort in der Oldesloer Mewesstraße abgewickelt. In die Büros der beiden Verbundpartner haben Platz sparende Kästchen (Thin Clients) Einzug gehalten, in die sich Maus, Tastatur und Bildschirm problemlos einstecken lassen.

„Der Bürger merkt davon nichts“, sagt Sven Grunewald, Betriebsleiter Service. Und doch sei die „Migration“ – der Umzug der Server – letztlich ein großer Gewinn für alle am Verbund teilnehmenden Partner. Der Stromverbrauch verringere sich um ein Vielfaches, die Ersparnis liege im fünfstelligen Bereich pro Jahr. Die Daten seien am zentralen Standort sicherer und vor Ausfall besser geschützt.

Zudem böten Thin Clients ein flexibleres Arbeiten vom heimischen Büro aus. Ganz abgesehen davon lasse sich der frei gewordene Platz in den Verwaltungen jetzt für andere Zwecke nutzen.

Der Weg bis zu einer solchen Migration ist Verbundschefin Christiane Clobes zufolge recht mühsam. „Die größte Herausforderung ist es, die Daten aus der alten Struktur in die neue zu überführen“, sagt sie. Das bestätigt auch Martin Oster. Zunächst müsse in einer Bestandsaufnahme in der jeweiligen Verwaltung geklärt werden, wie es um die Nutzung der Datenbanken, der Dateiablage bestellt sei. Die Aktualität der bisher genutzten Anwendungen spiele eine große Rolle. So sei es günstiger, sich von veralteter Software zu verabschieden und stattdessen im Verbund leistungsfähigere zu nutzen.

Um auszuloten, welche Anforderungen solche Applikationen erfüllen müssen, haben die sieben Träger des IT-Verbunds Vertreter in Anwenderbeiräte entsandt. Nach ihren Tipps soll künftig maßgeschneiderte Software, von der alle gleichermaßen profitiere, in Auftrag gegeben werden. Als Beispiele nannte die Verbundschefin ein neues Sozialamtsverfahren, das für alle zentral bereitgestellt wird, sowie einen einheitlichen MailClient. Denkbar sei auch gemeinsam genutzte Kämmereisoftware. Laut Sven Grunewald stehe es den Verwaltungen frei, wie sie die Programme nutzen. „Wir stellen nur die leere Hülle bereit“, sagt er.

Ziel des Verbunds ist es unter anderem, Arbeitsvorgänge, Speichermodalitäten, Datenbanken zu vereinheitlichen, um so dem viel beschworenen E-Government ein Stück näher zu kommen – ein Prozess, der allerdings Zeit in Anspruch nimmt und – so ist sich Christiane Clobes sicher – wohl nie beendet sein wird. „Die Anforderungen an E-Government sind sehr komplex“, sagt sie. „Das betrifft speziell den Datenschutz und die Informationssicherheit.“ In dieser Hinsicht auf dem neuesten Stand zu sein und aktuelle Vorgaben auf europäischer Ebene umzusetzen, sei für einzelne Verwaltungen eine kaum zu bewältigende Aufgabe, die aber für alle im Rahmen des IT-Verbunds erledigt werde.

À propos Sicherheit: Auch Stormarner Verwaltungen sind vor Trojanern nicht gefeit. Die Arbeit in Bargteheider Amtsstuben war einen ganzen Tag blockiert, in Bad Oldesloe stundenweise. „Es gab aber keinen größeren Ausfall und keine Datenverluste. Aufgrund unseres Sicherungskonzepts konnte alles binnen kurzer Zeit wiederhergestellt werden“, sagt Grunewald.

Drei Partner fehlen noch

Gegründet wurde der IT-Verbund Stormarn als Anstalt des öffentlichen Rechts am 1. Januar 2013. Ihm gehören die Kreisverwaltung, Reinfeld, Bad Oldesloe, Bargteheide und Reinbek sowie die Ämter Bad Oldesloe-Land und Bargteheide-Land an.

Der Dienstleister versteht sich als Start-Up, da mit Aufnahme der Tätigkeit kaum Erfahrungen vorlagen, wie unterschiedlich arbeitende Verwaltungen auf ein zentrales Rechenzentrum umgestellt werden können.

Ende 2017 wird Bargteheide integriert, dann die noch fehlenden Städte Bad Oldesloe und Reinbek.

Dorothea von Dahlen

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