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Stormarn Reinfeld will Fair-Trade-Stadt werden
Lokales Stormarn Reinfeld will Fair-Trade-Stadt werden
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21:14 21.04.2016
Sabine Nauruhn, Dietmar Gosch und Ines Knoop-Hille (v. l.) freuen sich über das knappe, aber ausreichende Abstimmungsergebnis. Quelle: pd

Bad Oldesloe ist bereits eine, Lübeck ebenfalls und Reinfeld will nun auch Fair-Trade-Stadt werden: Auch wenn nicht alle Gemeindevertreter genau verstanden haben, worum es bei Fair Trade geht, reichte es für einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Mit neun Ja-Stimmen bei acht Ablehnungen und zwei Enthaltungen stimmten Reinfelds Stadtvertreter dafür, dass sich die Stadt um den Titel Fair-Trade-Stadt bewirbt.

407 Fair-Trade-Towns gibt es bereits in Deutschland, 14 davon in Schleswig-Holstein. Sollte Reinfeld das Fair-Trade-Siegel als Stadt erhalten, wäre sie die zweite Kommune im Kreis Stormarn, die mit dem Siegel ein Zeichen setzt. „Ziel von Fair Trade ist es, die wirtschaftliche Situation und die Arbeitsbedingungen von Bauern und Arbeitern in den südlichen Ländern zu verbessern“, erläuterte Ines Knoop-Hille den Antrag ihrer Fraktion. Mit dem Siegel versehen seien ausschließlich Produkte, die hierzulande nicht hergestellt werden. Milch aus Panama, wie von Lorenz Hartwig (CDU) befürchtet, werde es nicht geben. Knoop-Hille hatte bereits mit Einzelhändlern gesprochen, die Produkte mit dem Fair-Trade-Siegel im Sortiment haben. Als Restaurants sollen das Casalinga, die Kalkberg-Kaffeerösterei und nach seiner Fertigstellung auch das Mokka hinzukommen.

Während Benjamin Freitag (SPD) darin eine Chance sieht, das Bewusstsein der Bürger für die Thematik zu stärken, befürchtet Christian Röhr (CDU) eine zusätzliche Belastung für die Verwaltung, und Walter Engel (WIR) verwies darauf, dass es den hiesigen Unternehmen auch schlecht gehe. Er wollte das Fair-Trade-Siegel auf „heimisch fair“ erweitert haben. „Sie verquicken hier heimische und Fair-Trade-Produkte, die hier nicht hergestellt werden. Ein solches Siegel gibt es nicht“, sagt Knoop-Hille.

Für Aufregung hatte zum Schluss der Antrag Christian Röhrs gesorgt, die Diskussion zu beenden. Manfred Schönbohm (WIR) sah sich um seinen Redebeitrag beraubt. Er ging davon aus, dass die Stadtverordneten den Fair-Trade-Antrag ablehnen würden. Die Abstimmung war denkbar knapp, aber das konnte den Grünen letztendlich egal sein. Sie freuen sich, dass sich Reinfeld vielleicht schon bald in die Liste der Fair-Trade- Towns einreihen kann.

Nach der Bauvoranfrage eines Mineralölkonzerns für das Gewerbegebiet Barnitzer Straße/Im Weddern gaben die Stadtverordneten grünes Licht für die Zulassung von Tankstellen, die zuvor ausgeschlossen waren. Auf den Weg gebracht wurde zudem eine Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan. Da durch die feste Fehmarnbeltquerung mit verstärktem Güterverkehr zu rechnen ist, fordert die Stadt zusätzlichen Lärmschutz. Walter Engel (WIR) rief die Bürger auf, bis zum 2. Mai eigene Stellungnahmen dazu abzugeben.

Von pd

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