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Reinfeld will an Geschenken für verdiente Bürger sparen

Reinfeld Reinfeld will an Geschenken für verdiente Bürger sparen

Die Stadt Reinfeld muss sparen und will auch deshalb die Richlinien für Ehrungen und Zuwendungen „straffen“ und „minimieren“. Neben den Alters- und Ehejubilaren soll vor allem bei den verdienten Bürgern Reinfelds gekürzt werden. Eine Grußkarte zum Geburtstag soll zukünftig reichen.

Reinfeld. Zum 80. Geburtstag von Detlev Andresen, einem der ältesten verdienten Bürger Reinfelds, kam der Bürgermeister zum Gratulieren und hatte einen Blumenstrauß dabei. Das Geschenk für Andresen. 15 Euro darf es laut den „Richtlinien für Ehrungen, Ehrengaben und Zuwendungen im Einzelfall durch die Stadt Reinfeld“ kosten. Alle fünf Jahre ab dem 65. Lebensjahr. Es könnte sein letztes gewesen sein. Im neuen Entwurf ist für verdiente Bürger lediglich ein „Glückwunschschreiben“ ab dem 70. Geburtstag vorgesehen. „Trotz aller Traditionen“ sei es angezeigt vor dem Hintergrund Haushaltskonsolidierung die Aufwendungen zu minimieren, heißt es in der Begründung der Verwaltung.

„Das Grußschreiben können sie sich dann auch noch sparen“, findet Detlev Andresen. „Die Stadt soll mal nicht so knickerig sein.“ Früher, da seien die verdienten Bürger noch zur Karpfenprobe eingeladen worden. „Da fühlte man sich akzeptiert.“ Immerhin hätten die Ausgezeichneten sich über Jahre engagiert. Andresen war Bürgervorsteher, hat die Städtepartnerschaften Reinfelds initiiert, mehrere Chöre geleitet. Jetzt das Geburtstagsgeschenk alle fünf Jahre streichen zu wollen, nennt Andresen „beschämend“.

Das Einsparpotenzial ist überschaubar. Es gibt laut Bürgermeister Heiko Gerstmann nur 13 noch lebende verdiente Bürger. Gekürzt werden soll auch bei den Alters- und Ehejubiläen. Blumen soll es erst ab dem 100. Lebensjahr geben, ab dem 90. muss ein Glückwunschschreiben reichen. Ehen müssen dann 65 Jahre halten, damit es Blumen gibt – immerhin darf der Strauß dann sieben Euro mehr kosten, insgesamt 20 Euro. In einer Beispielrechnung der Stadt wäre bei den Alters- und Ehejubilaren in 2017 eine Ersparnis von 366 Euro möglich gewesen. De facto war es die volle Summe von 866,80 Euro, da die Stadt derzeit keinen Haushalt hat – es gab keine Geschenke.

Es gehe weniger um die Ersparnis als darum, bei Ehrungen mit einem vorzeigbaren Strauß oder Geschenk zu erscheinen, begründet Bürgermeister Heiko Gerstmann den Entwurf der Verwaltung. Darin ist vorgesehen, dass das Budget für Blumen von 13 auf 20 Euro angehoben wird. Die Kürzung bei den verdienten Bürgern und den Altersjubilaren sei der Versuch, die dadurch entstehenden Ausgaben zu minimieren.

Warum aber soll dann nicht auch bei den Stadtverordneten gespart werden? Für sie sind weiterhin Geschenke angedacht, etwa zu runden Geburtstagen, Eheschließung, Hochzeitsjubiläen. Auch bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sind keine Kürzungen vorgesehen – im Gegenteil, die Werte der Zuwendungen steigen leicht. „Darüber kann man natürlich streiten“, sagt Bürgermeister Gerstmann, im Haupt- und Finanzausschuss sei jedoch nicht darüber diskutiert worden. Einstimmig empfahl das Gremium der Stadtverordnetenversammlung in Reinfeld heute Abend (19 Uhr, Rathaus) die neuen Richtlinien zu beschließen. „Das können die Stadtverordneten noch ändern“, so der Bürgermeister.

„Das sollte schon gerecht sein“, findet Hans-Peter Lippardt, verdienter Bürger seit 2014. Als ehemaliger Bürgervorsteher sei er selbst häufig zum Gratulieren unterwegs gewesen. „Für 13 Euro bekommt man keinen vernünftigen Strauß.“ Von daher sei eine Erhöhung angebracht. Als ehemaliger Stadtverordneter wisse er auch, dass das Sparen kleinerer Beträge leichter sei als größere. „Ob das immer richtig war, weiß ich nicht.“ Im Grunde reiche ihm als Geburtstagsgruß auch eine Karte. Ihm wäre als Wertschätzung viel wichtiger zu städtischen Veranstaltungen eingeladen und eingebunden zu werden.

Ähnlich sieht es Detlev Andresen. Mit der Verleihung der Urkunde sei das Thema Verdienter Bürger in Reinfeld durch. Andresen: „Dann können sie die Auszeichnung auch ganz abschaffen, dann wird es noch günstiger.“

Von Nadine Materne

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