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Stormarn Reinfeld will den Karpfen prominenter machen
Lokales Stormarn Reinfeld will den Karpfen prominenter machen
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20:22 26.04.2016

Das Image des Reinfelder Wappentieres soll aufpoliert werden. Ein Weg dorthin führt über den Vorschlag, den ein Arbeitsteam im Rathaus jetzt im Sozialausschuss vorgelegt hat.

Zeigt ein prächtiges Tier aus den Reinfelder Teichen: Annegret Wenskus, die Ehefrau von Teichpächter Alfred Wenskus. Archiv- Quelle: Krog

„Ideen für den heimischen Herd wären ein Gewinn für ganz Reinfeld.“Britta Lammert, Stadt Reinfeld

Die Stadt sei aufgrund ihrer Historie untrennbar mit dem Karpfen verbunden, heißt es darin. Sie verdankt ihre Existenz den Mönchen, die extra Teiche für Karpfen anlegten. Nach oder neben Matthias Claudius, das ist empirisch nicht geklärt, gilt der Fisch als bekanntester Botschafter der Stadt nach außen.

Die Reinfelder verstehen es, durch ihr Karpfenfest und das öffentliche Abfischen sich jährlich neu und mehrfach in Erinnerung zu bringen. Und mehrfach taucht der Edelfisch im Stadtbild auf, wie auf der Metall-Skulptur von Harry Egler von 1963 an der Ecke Bundesstraße 75 und Am Zuschlag, und als Granitkarpfen an der Zufahrt zum Karpfenplatz. Auch das Mosaikwappen am Restaurant Rhodos zeigt ihn.

Auf den Speisekarten vieler Restaurants ist er zu finden.

Nun ist der Geschmack seines Fleisches zwar durch geschickte Haltungsmethoden verfeinert worden, doch mit dem Wechsel von Bürgermeister und Bürgervorsteher wurde die traditionelle Karpfenprobe eingestellt — in Abstimmung mit der Gastronomie.

Das Medieninteresse ging gegen Null und wurde bei den letzten „Karpfenproben“ arg vermisst. „Das Konzept hatte sich erschöpft und man erkannte, es muss modernisiert werden“, berichtet Britta Lammert von der Stadtverwaltung. Eine Neuerung war das nur zweimal veranstaltete Gourmetfestival in den vergangenen beiden Jahren. Der Aufwand sei aber erheblich gewesen. Und die Mitwirkenden werteten besonders den zweiten Versuch als Misserfolg.

Die Reinfelder Gastronomie, Verwaltung, Bürgervorsteher und Vereine suchten gemeinsam nach einer wirkungsvolleren und nachhaltigen Vermarktungsstrategie — und stießen auf die Kinder. Die sollen nun gewissermaßen als Multiplikatoren und Genießer auf den Geschmach gebracht werden. Mit einem Schultag unter dem Motto „Karpfen für Kids“. In Zusammenarbeit mit der Matthias-Claudius-Grundschule soll es am 11. Oktober einen Schultag „rund um den Karpfen“ geben. Vereine, Verbände, Firmen und Restaurants aus der Region, berichtet Lammert, hätten sich bereiterklärt, mitzuwirken. „Uneigennützig aber sicher werbewirksam“.

Der Reinfelder Wappenfisch steht an diesem Tag im Mittelpunkt des Unterrichts. Es werde unter anderem Vorträge geben, die auch auf Beilagen wie Kartoffeln, Getreide und Nudeln eingehen. Zum Mittagessen erhalten dann 500 Schüler die Chance, Karpfen in vier bis zu sechs Variationen kostenlos zu probieren. „Gebratenes Karpfenfilet mit Moor-Möhren- Mousse“ oder „Karpfentortellinis mit Kräuter- oder Tomatensauce“ sollen auf der Speisekarte stehen. Der Naturschutzbund beteilige sich. Greenpeace Lübeck sei eingeladen, die Besonderheit des Karpfens den Schulkindern zu erläutern. Die Kinder werden die Kochrezepte der Karpfengerichte mitnehmen können. „Und vielleicht wird danach so manche Mutter, so mancher Vater zu Hause die eine oder andere Variante des schmackhaften Wappentieres am heimischen Herd zubereiten. Das wäre ein Gewinn für ganz Reinfeld“, sagt Britta Lammert. Doch ob es wirklich so kommt, muss bei der nächsten Lehrerkonferenz noch entschieden werden.

Von Uwe Krog

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