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Stormarn Reinfelder Feuerwehr vollzieht den Führungswechsel
Lokales Stormarn Reinfelder Feuerwehr vollzieht den Führungswechsel
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10:21 02.08.2017
Der letzte große Auftritt: Die Einsatzfahrzeuge wurden aufgestellt, die Wehr trat vollzählig an, ebenso die Jugendabteilung. Der Musikzug der Feuerwehr spielte zum Abschied des Gemeindewehrführers Torben Struck auf. Quelle: Fotos: Burmester
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Reinfeld

Seit Dienstag hat die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Reinfeld nun auch offiziell einen neuen Gemeindewehrführer. Gerd-Heinrich Riemann legte am Montagabend vor der angetretenen Wehr den Amtseid als Ehrenbeamter der Stadt ab und übernahm zum 1. August die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Torben Struck.

 

Hohe Auszeichnung: Torben Struck wurde mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.
Marco Mess ist stellvertretender Wehrführer.
Gerd Heinrich Riemann rückte an die Spitze.

Struck führte neun Jahre lang die Geschicke der Wehr, war bei seinem Amtsantritt der jüngste Gemeindewehrführer im gesamten Kreis Stormarn, möglicherweise sogar im ganzen Land Schleswig-Holstein. Er hatte aus persönlichen Gründen das Amt aufgegeben. Nur kurz wollte Struck zu seinen Feuerwehrleuten sprechen und zog dann ein fünf Din A4-Seiten umfassendes Schriftstück aus der Tasche. Mit seiner durchweg humorigen Art ließ Struck noch einmal die vergangenen neun Jahre Revue passieren und ging dabei auch auf einige der interessantesten Einsätze ein.

Ob es dabei um 20 zu betreuende Hunde nach einem Feuer in der Lübecker Chaussee ging oder einen Jaguar-Fahrer, der trotz Schneeverwehungen mit seinem Sportwagen im Altenfelder Weg unterwegs war, sich von der Feuerwehr Reinfeld freischleppen lassen musste und anschließend die Rechnung nicht bezahlen wollte – an diese Einsätze erinnerte sich Torben Struck.

Darüber könne man heute schmunzeln, aber es habe auch die anderen Einsätze gegeben, die ihn und seine Einsatzkräfte sowohl physisch als auch psychisch gefordert hätten. „Ich denke an die vielen Unfälle am Todesbaum auf der B 75 vor dem Kalkgraben. Ich denke aber auch an den größten Einsatz in meiner Amtszeit, als die Wehr über sechs Tage lang am Herrenteich gepumpt hat.“ Nicht nur die Feuerwehr war hier im Einsatz, sondern auch das Technische Hilfswerk. „Das soll nach meiner Kenntnis der größte Einsatz des THW an einem zentralen Ort in Deutschland gewesen sein“, so Struck. 15 Ortsverbände des THW und die Feuerwehr pumpten seinerzeit 100000 Liter Wasser pro Minute aus dem Teich.

Am Ende zeigte sich Struck ein wenig enttäuscht, dass er sein Amt nun abgebe, aber ohne dass es wirklich schon konkrete Bau- und Zeitpläne für den dringend notwendigen Neubau des Rettungszentrums gebe. „Dieses Thema hat mich eigentlich während meiner gesamten Amtszeit begleitet. Leider ist es mir nicht gelungen, genug Druck aufzubauen beziehungsweise die Notwendigkeit klar genug darzustellen.

Ich drücke meinem Nachfolger die Daumen, dass er das hinbekommt und würde mich freuen, wenn ich zur Einweihung dann eingeladen werde – und hoffentlich noch nicht in der Ehrenabteilung bin“, so Struck.

Unter dem Beifall der gesamten Feuerwehr und der Ehrengäste wurde Struck dann von Kreiswehrführer Gerd Riemann mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Immerhin die zweithöchste Ehrung, die ein Feuerwehrangehöriger in Deutschland bekommen kann. Jährlich sollen laut Satzung maximal 1000 solcher Abzeichen in der gesamten Bundesrepublik verliehen werden.

Nach der Vereidigung des künftigen Gemeindewehrführers Gerd- Heinrich Riemann und seines gewählten Stellvertreters Marco Mess wurden sie vom Kreiswehrführer für die Dauer ihrer Dienst- oder Wahlzeit zum Hauptbrandmeister drei Sterne (Riemann) und Hauptbrandmeister zwei Sterne (Mess) befördert. Im Anschluss lud die neue Wehrführung zum Spanferkelessen ein.

Die neuen Chefs wurden auch befördert

Marco Mess (36) ist ein waschechter Reinfelder Jung. Er ist Feuerwehrbeamter in der Freien und Hansestadt Hamburg. Mess war Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Reinfeld im Jahr 1993, wechselte 1998 in Einsatzabteilung. Dort übte er verschiedene Positionen aus, war zuletzt Gruppenführer. Er sagt: „Besonders am Herzen liegt mir die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrmitglieder, denn nur durch ständiges Training bleiben wir fit und beherrschen unser Handwerk.“"

Gerd-Heinrich Riemann (28): Im Jahr 1998 trat er der Jugendabteilung bei, wechselte im Jahr 2004 in die Einsatzabteilung, war Jugendwart in der Wehr von 2009 bis 2014, stellvertretender Gruppenführer von 2013 bis 2014 und seit 2014 bis jetzt stellvertretender Gemeindewehrführer.

 Jens Burmester

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