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Reinfelder Flüchtlingsheim und Jugendtreff unter einem Dach

Reinfeld Reinfelder Flüchtlingsheim und Jugendtreff unter einem Dach

Räume der Erich-Kästner-Schule bieten eine Chance zur gelebten Integration.

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Begreifen die gemeinsame Unterbringung in der Erich-Kästner-Schule als Chance zur Integration: Katrin Göhlert und Gerd Herrmann.

Quelle: Krog

Reinfeld. Aus der Erich-Kästner- Schule in Reinfeld soll nach dem Willen des städtischen Sozialausschusses ein Jugendzentrum mit Flüchtlingsunterkunft werden.

Nach langem Ringen um einen eigenen Treffpunkt für Jugendliche in der Stadt hat sich mit dem Einzug in die Förderschule zum Beginn des nächsten Schuljahres eine Lösung aufgetan. Die Suche nach einer Räumlichkeit für den Nachwuchs hatte sich so lange hinausgezogen, dass die Mitglieder eines eigens dafür gegründeten Vereins wegen Studiums oder Ausbildung inzwischen die Stadt verlassen haben — „und die Bereitschaft der noch in der Stadt wohnenden Jugendlichen, selber das Zentrum zu verwalten, nicht gerade ausgeprägt ist“, wie Sozialdemokrat und Bürgervorsteher Gerd Herrmann beobachtet hat.

Deshalb wird das Jugendzentrum erstmal in Obhut der Stadt Reinfeld gegeben.

Dass dort nun auch Flüchtlinge untergebracht werden, hält Manfred Schönbohm von der Wählerinitiative allerdings für eine „unglückliche Lösung“. Schönbohm, stets um eine Willkommenskultur bemüht, begrüßte deshalb bei der Stadtverordnetenversammlung jetzt den Beschluss, dass sich das — mit der Betreuung der Reinfelder Flüchtlinge beauftragte — Diakonische Werk, Ehrenamtler und Verwaltung regelmäßig an einen Tisch setzen, um im Umgang mit den Neuankömmlingen gegebenenfalls nachzujustieren.

Doch Bürgermeister Heiko Gerstmann (SPD) hatte unlängst durchblicken lassen, dass die Stadt angesichts der im kommenden Jahr zu erwartenden 160 weiteren Neuankömmlingen auf die Schule als Unterkunft werde zurückgreifen müssen. Vielleicht, so der pensionierte Lehrer Gerd Herrmann, liege in der Kombination von Unterkunft und Jugendzentrum sogar eine Chance. „Wenn wir darauf achten, dass Jugendliche und Neuankömmlinge dort nicht nebeneinander agieren, sondern miteinander umgehen.“

Der Reinfelder Nachwuchs gewissermaßen als integrative Kraft: Der Bürgervorsteher könnte sich vorstellen, dass etwa aus gemeinsamen Fahrradreparaturen neue Kontakte entstehen. Unterstützung kommt von Reinfelds Jugendpflegerin Katrin Göhlert. Deren Aufgabenbereich wurde gerade auf die Betreuung des Jugendzentrums ausgeweitet. Sie will auf jeden Fall bei der Ausarbeitung eines entsprechenden Förderantrags bei Holsteins Herz helfen. Der Verein fördert Projekte mit Geld der Europäischen Union unter anderem in Reinfeld und Nordstormarn.

Die Jugendpflegerin bringt eine Menge neuer Vorschläge ein. Sie reichen von einem pädagogischen Mittagstisch über das Erlernen von Verkehrsregeln, Erste-Hilfe-Kurse mit den Johannitern und die Einbindung des Jugendvereins Farmions. Der beschäftigt sich gern mit mitteleuropäischer mittelalterlicher Lebensweise.

Auf jeden Fall, so Göhlert, dürfe es keine räumliche Hemmschwelle zwischen den Gruppen geben. Wie die umgangen werden kann, soll ein Architekturbüro erarbeiten. Doch schon entsteht ein anderes Problem: Die Kästner-Schule mit ihren gehandicapten Kindern, die nun umziehen muss, könne nicht einfach klassenweise auf die benachbarte Kant-Schule verteilt werden, berichtet Herrmann nach einem Gespräch mit der Rektorin. Diese Kinder bräuchten einen eigenen Bereich — nur für sich.

Flüchtlinge kommen noch bis zum 23. Dezember
2770 Flüchtlinge und Asylbewerber werden in diesem Jahr auf den Kreis Stormarn verteilt. Zum Vergleich: Ende 2014 waren es gerade einmal 1000 Flüchtlinge und Asylbewerber, die über das Jahr verteilt in den Kreis Stormarn gekommen waren. Bis zum 23. Dezember, so die Leiterin des Fachbereiches Soziales und Gesundheit des Kreises, Dr. Edith Ulferts, werden die Flüchtlinge aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes noch auf die Städte und Kreise verteilt, dann gibt es über Weihnachten und Silvester erst einmal eine Verschnaufpause. Anfang Januar geht es dann wieder los, die Flüchtlinge kommen in den Kreis.

Uwe Krog

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