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Stormarn Reinfelder Initiative Viva Wald stellte Förster zur Rede
Lokales Stormarn Reinfelder Initiative Viva Wald stellte Förster zur Rede
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22:16 25.09.2013
Bernd Friedrichsdorf (Mitte) von den Landesforsten erklärte den Waldfreunden, wie, warum und nach welchen Prinzipien der Wald behandelt werde. Es gehe darum, ökonomische sowie ökologische Ziele und seine Funktion als Erholungsraum in Einklang zu bringen. Quelle: Foto: ukk

Sie reden miteinander, die Förster und die Leute von der Reinfelder Bürgerinitiative Viva Wald. Nach den starken Einschlägen gerade in der staatlichen Fohlenkoppel, wie Reinfelds größtes zusammenhängendes Waldstück heißt, verfolgen die Waldfreunde die Arbeit von Förster Matthias Wruck aber sehr genau.

Das wurde einmal mehr deutlich, als Viva Wald jetzt gemeinsam mit Vertretern der Landesforsten einen abendlichen Spaziergang durch den Forst unternahm. Bernd Friedrichsdorf, Abteilungsleiter für Waldbau, erläuterte dabei das Konzept der Landesforsten. Es müssten stets ökonomische, ökologische und soziale Ziele in Einklang gebracht werden. Dabei müsse sich der Wald wirtschaftlich selbst tragen. „Personal- und Sachkosten müssen erwirtschaftet werden“, sagte Friedrichsdorf.

Der Sorge der Waldfreunde, dass der gesamte Wald nach und nach abgeholzt werden könnte, treten die Förster allerdings entschieden entgegen. Im Gegenteil, „wir wollen die Holzvorräte vergrößern“, erläutert Förster Wruck. Die Landesforsten besäßen einen Holzvorrat von 15 Millionen Kubikmetern, und in jedem Jahr wüchsen eine Million Kubikmeter hinzu.

Stormarn gehöre allerdings zu den eher waldarmen Kreisen in Schleswig-Holstein mit nur acht Prozent bewaldeter Fläche. Das sei unter dem Landesdurchschnitt. Zum Vergleich: Im benachbarten Kreis Herzogtum Lauenburg stehen Wälder auf immerhin 24 Prozent der Fläche.

Um so wichtiger sei es, gerade in Stormarn den Wald zu hegen. Buchen und Eichen sollen wachsen. Besonders die Buchen, weiß Waldbau-Spezialist Friedrichsdorf, finden hierzulande beste Bedingungen. Der Norden sei gewissermaßen „das Buchen-Optimum Europas“. Entsprechend naturnah werde der Wald behandelt. Es gebe ein absolutes Verbot für Fremdstoffe.

Das gelte genauso für den Wegebau. „Wir wollen das Wasser im Wald halten. Das Wegesystem soll erhalten, aber nicht ausgebaut werden“, so Friedrichsdorf. Der Wald sei ein dynamisches System, dessen Selbstregulierungskräfte gestärkt werden müssten.

Doch gerade die jüngsten Arbeiten an einigen Wegen im Forst Fohlenkoppel lässt die Waldfreunde fürchten, dass der Boden für weitere Einschläge und damit Holztransporte bereitet werde. Doch Wruck winkt ab. Zwar werde Holz geschlagen im kommenden Winter, aber nicht soviel wie in der jüngsten Vergangenheit.

ukk

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