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Stormarn Reinfelder Rathaus: Fachleute schwer zu bekommen
Lokales Stormarn Reinfelder Rathaus: Fachleute schwer zu bekommen
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08:53 10.10.2017
Der Fachkräftemangel ist im Reinfelder Rathaus angekommen. *FOTO: KROG
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Reinfeld

Hinter verschlossenen Türen diskutierten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses während ihrer jüngsten Sitzung eine mögliche Änderung der Organisationsstruktur im Rathaus. Auch die Stadtverordnetenversammlung wird sich mit dem Thema auseinandersetzen. In einem Papier der Stadtverwaltung wird darauf hingewiesen, dass 2018 ein Fachbereichsleiter in den Ruhestand gehen werde. Auf dem Arbeitsmarkt könne jedoch gegenwärtig nur schwer qualifiziertes Personal gefunden und langfristig an den Arbeitgeber gebunden werden. Deshalb, so heißt es weiter, sei die Reduzierung der Fachbereiche von vier auf drei der richtige Weg, um zukunftsorientiert und handlungsfähig die Arbeit der Verwaltung zu lenken. Die drei verbleibenden Fachbereichsleiter sähen sich in der Lage, das gesamte Aufgabenspektrum innerhalb von drei Fachbereichen abzudecken.

„Unabhängig davon, wie die künftige Struktur aussieht – die Stelle in dem betroffenen Fachbereich wird neu ausgeschrieben und die Kollegen werden auch einen neuen Chef bekommen“, erläuterte der Bürgermeister. Es sei durchaus schwierig, mit einer Ausschreibung qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Heiko Gerstmann erinnert daran, dass unter anderem mehrere Anläufe unternommen werden mussten, um freie Stellen wieder besetzen zu können.

„Vielleicht müssen wir in Zukunft auch unsere Ansprüche zurückschrauben, denn Verwaltungsfachangestellte werden fast überall gesucht“, sagte der Reinfelder Bürgermeister. Die öffentlichen Verwaltungen in Städten und Gemeinden sollten sich allerdings nicht gegenseitig Konkurrenz machen, um Personal abzuwerben. Auch die Möglichkeiten von finanziellen Anreizen seien begrenzt: „Für die gleiche Arbeit kann es ja nur das gleiche Geld geben.“

Angesichts der für die Kommunen mehr als schlechten Arbeitsmarktsituation sei es umso wichtiger, dass „wir unseren Nachwuchs selbst ausbilden“, betonte der Verwaltungschef. Dies sei gerade für junge Leute ein attraktiver Einstieg in das Berufsleben: „Darauf kann man immer nur wieder hinweisen.“ Mit den verstärkten Anstrengungen bei der Ausbildung könne auch vermieden werden, dass es zu einer Überalterung bei den Bediensteten in der Stadtverwaltung komme. „Dann könnten auf einen Schlag gleich mehrere Mitarbeiter ausscheiden“, so Heiko Gerstmann. Wichtig sei eine gute Mischung aus jungen Kollegen und Mitarbeitern mit Erfahrung: „Und da haben wir einen guten Mix in Reinfeld.“

Sollte sich die Organisationsstruktur ändern und es künftig einen Fachbereich weniger im Rathaus geben, hätte das einen finanziellen Aspekt: Die Stelle eines Fachbereichsleiters könne eingespart werden, und dies diene der Haushaltskonsolidierung, heißt es in dem Vorschlag der Verwaltung. Allerdings müssten anderen Fachbereichsleiter, die dann für zusätzliche Aufgaben zuständig sein, besser bezahlt werden.

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Dicke Luft im neuen Rathaus: Bürgerbüro weiterhin dicht

Das Bürgerbüro im neuen Rathaus ist zurzeit immer noch geschlossen. Zwei Reinigungsgeräte laufen zurzeit noch Tag und Nacht, damit sich die dicke Luft endlich verzieht. Mitarbeiter hatten über eine schlimme Geruchsbelästigung geklagt, die vermutlich von der Verlegung des Fußbodenbelages stammt. Messungen eines Fachmannes hatten ergeben, dass der Geruch immerhin nicht gesundheitsschädigend sei. In dieser Woche soll es einen Probebetrieb geben, sagt Bürgermeister Heiko Gerstmann auf Nachfrage. Die Luftreinigungsgeräte sollen wegen der hohen Lärmbelastung auf ein Minimum gedrosselt werden. Mitarbeiter sollen dann testen, ob ein Arbeiten unter diesen Bedingungen „erträglich“ ist, so Gerstmann.

Reinfelder können ihre Anliegen zurzeit im Bürgerbüro in Zimmer 6 im alten Rathaus an der Paul-von-Schoenaich-Straße erledigen.

 Michael Thormählen

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