Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Reinfelder ärgert sich über die neue Gasrechnung
Lokales Stormarn Reinfelder ärgert sich über die neue Gasrechnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 26.01.2016
„Wenn wir zuließen, dass alle eigenmächtig vorgehen wären wir die Sparkasse.“ Marius Lembicz, Stadtwerkechef

Als Harald Otto die neue Verbrauchsabrechnung studierte, kam er ins Grübeln. Da sein Gasverbrauch 2015 im Vergleich zum Vorjahr geringer ausgefallen war, hatte ihm die Vereinigte Stadtwerke GmbH eine Gutschrift von rund 390 Euro ausgestellt. Was ihn wunderte: Der neue monatliche Abschlag wurde nicht anteilmäßig um die gesparte Summe verringert.

„Meines Erachtens sollte der Abschlag auf dem Verbrauch des Vorjahrs basieren und das würde nach meiner Berechnung 116 Euro ausmachen“, erklärte der Reinfelder in einer Mail an die LN. Stattdessen solle er künftig 146 Euro im Monat fürs Gas zahlen. Eine Mitarbeiterin der Stadtwerke hätte ihm gegenüber erklärt, dass die Höhe des Abschlags vom Computersystem errechnet werde und deshalb keine Willkür sei. „Mich ärgert, dass ich den Abschlag selbst nur um zehn Prozent mindern kann, während ich ja tatsächlich 25 Prozent zu viel zahle. Die Stadtwerke sind doch keine Sparkasse“, monierte Harald Otto.

Auf den Vorgang angesprochen, ging Marius Lembicz, Geschäftsführer der Vereinigte Stadtwerke Netz GmbH, gestern persönlich den Vorwürfen des Reinfelders nach. Seine Recherche ergab, dass Harald Otto auch schon im Vorjahr auf einen Betrag von 144 Euro monatlich eingestuft war, den Betrag aber sogar auf eigenen Wunsch auf 150 Euro angehoben habe, um womöglich einer Nachzahlung vorzubeugen. Bei der aktuellen Abrechung sei diese zu viel entrichtete Summe und die Differenz, die sich aus den geringerem Verbrauch errechne, gutgeschrieben worden.

Lembicz stellte aber klar, dass die Höhe der neuen Abschläge nicht von Jahr zu Jahr festgelegt werden könnten. „Je nach Witterung kann der Verbrauch stark schwanken. Es gibt milde Winter, da wird deutlich weniger geheizt. Im Jahr darauf kann es wieder ganz anders aussehen“, erklärte der Stadtwerkechef. Deshalb basiere die Kalkulation stets auf einem Durchschnittswert. Um ein gesundes Maß zu finden, werde das Mittel aus dem Verbrauch von fünf Jahren gezogen. Das habe die Mitarbeiterin auch versucht, Harald Otto zu erklären, als sie von der automatischen Berechnung per Computer erzählt habe.

Die Regelung, dass Kunden im Internet die Abschläge eigenständig nur um zehn Prozent senken dürften, sei der Tatsache geschuldet, dass sonst manch einer versucht sei, sie zu niedrig anzusetzen. „Wenn wir zuließen, dass alle eigenmächtig vorgehen, wären wir die Sparkasse“, sagte Lembicz.

Die Senkung müsse nachvollziehbar sein und sich an der Verbrauchshistorie orientieren. Insofern sei der Abrechnungsmodus der Stadtwerke transparent. Kunden könnten jederzeit vorbeikommen und sich ihre Rechnung erklären lassen. „Im Gegensatz zu den Internetbuden, die schnell wieder vom Markt verschwinden, bieten wir diesen Service“, sagt Lembicz.

Dem Reinfelder hat der Stadtwerkechef gestern angeboten, den Abschlag um 20 Euro zu senken. Das hat Harald Otto aber abgelehnt. „Darum geht es mir gar nicht. Ich will auf der sicheren Seite sein“, sagte er. „Mir geht es darum, dass ich die Höhe des Abschlags selbst bestimmen kann und nicht bevormundet werde.“

Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zusammen mit einer Frau und einem Mann war der Fahrer am Sonntagabend von der Hamburger Hochzeitsmesse auf dem Nachhauseweg, als er den Schaden in Höhe Berliner Straße bemerkte. Zum Glück bemerkte er rechtzeitig den Kabelbrand im hinteren Teil seiner mit Gas betriebenen Stretch-Limo und alarmierte die Feuerwehr.

26.01.2016

Der Notarzt ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Menschen. Die Typisierung ist am kommenden Sonnabend in der Oldesloer Grundschule West (10 bis 15 Uhr).

25.01.2016

Eine Veranstaltung hat es geschafft, zu einer festen Institution in Bargteheide zu werden: Der alljährliche Frauenflohmarkt — organisiert vom Frauenorga-Team der ...

23.01.2016
Anzeige