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Reinfelder sucht Mitspieler für Rollstuhl-Basketball

Reinfeld Reinfelder sucht Mitspieler für Rollstuhl-Basketball

Der Sport ist anspruchsvoll – für Menschen mit und ohne Behinderung.

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Der Reinfelder Boris Krünitz, der schon immer auf einen Rollstuhl angewiesen war, hat 15 Jahre lang Basketball gespielt, in Lübeck, in Kiel und in Nusse.

Quelle: Uwe Krog

Reinfeld. Auf den Dienstag nach den Sommerferien (6. September) wartet Boris Krünitz (42) schon sehnsüchtig. Denn für diesen Tag hat er das erste Training für die erste Stormarner Rollstuhl-Basketballmannschaft angesetzt. Geholfen, beschreibt er den schwierigen Weg, eine Halle zu bekommen, haben der Behindertenbeauftragte des Kreises, der Kreissportverband und nicht zuletzt der Ahrensburger TSV, der das wöchentliche Training in der Grundschule Reesenbüttel ermöglicht.

Der Reinfelder, der schon immer auf einen Rollstuhl angewiesen war, hat 15 Jahre lang Basketball gespielt, in Lübeck, in Kiel und in Nusse. Dann konnte er aus gesundheitlichen Gründen den geliebten Sport für ein paar Jahre nicht mehr ausüben. „Aber nun soll es wieder losgehen“, sagt der gelernte Kaufmann für Bürokommunikation. Allerdings braucht er noch einige Gleichgesinnte.

Fernziel sei die Teilnahme an der Landesliga. Dafür bräuchte er zehn bis zwölf Sportler. „Das können auch Menschen ohne Behinderung sein“, erklärt Krünitz. Die Regeln im Rollstuhl-Basketball ließen alle in einer Mannschaft zu, Menschen mit und ohne Behinderung, Männer und Frauen gleichermaßen. Nur würden die Teilnehmer je nach Behinderungsgrad mit Punkten klassifiziert. Eine bestimmte Punktzahl dürfte von einer Mannschaft nicht überschritten werden. Auf diese Weise würde erreicht werden, dass der Gedanke der Inklusion umgesetzt werde, das barrierefreie Miteinander.

Krünitz hat in seiner Sportlerkarriere einige kennengelernt, die trotz fehlender Behinderung im Rollstuhl-Basketball spielen. „Die sind aber nicht zwangsläufig besser“, hat er beobachtet. „Sie haben oftmals nicht die Praxis im Umgang mit dem Rollstuhl.“ Den Ball zu spielen und gleichzeitig den Rollstuhl anzutreiben und zu lenken, sei eben nicht einfach.

„Das Feld hat die gleiche Größe, die Körbe hängen in derselben Höhe wie beim „Fußgänger-Basketball“, sagt der Rolli-Fahrer. Fußgänger, das sind für ihn Leute, die frei bewegen können. Nur den Sternschritt gebe es in seinem Spiel nicht. Dafür dürfe der Rollstuhlfahrer in Ballbesitz aber nur zweimal seine Räder antreiben, dann müsse der Spieler werfen oder dribbeln. Aber das wird er den Mitspielern beim ersten Training genau erklären und vormachen, schließlich hat der Mannschaftsbegründer seit langem einen Betreuerschein. Steigt sein Team allerdings in die Landesliga ein, wird er noch den speziellen Trainerschein machen müssen.

Training für die Rollstuhlbasketballer im Ahrensburger TSV ist ab dem 6. September dienstags von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Reesenbüttel, Schimmelmannstraße 46.

Infos unter g.Wollesen@atsv.de oder unter Telefon 0176/47312707

Mit einer Behinderung nicht allein

Boris Krünitz hat sich mit seiner Behinderung eingerichtet in einer Welt, in der „Inklusion zwar ein schönes Wort ist“, aber bis sie tatsächlich umgesetzt sei, „ist es noch ein langer Weg.“

In Reinfeld gilt er gewissermaßen als Verbindungsmann der Menschen mit Behinderung zum Behindertenbeauftragten der Stadt, Florian Mösch. Eine wichtige Rolle, berichtet Krünitz doch von 1182 Betroffenen in der Stadt, die mindestens zu 50 Prozent behindert sind. „Das sind 12,5 der Bevölkerung“, hat er ausgerechnet. Aber die würden oftmals erst hinterher gefragt, was denn in ihrem Sinne wäre bei Bauvorhaben zum Beispiel. So empfindet der Rollstuhlfahrer die kleinen Pflastersteine im neuen Gehweg der Paul-von- Schoenaich-Straße nicht unbedingt als vorteilhaft. „Oftmals bleiben die Räder hängen. Man wird durchgeschüttelt.“ Allerdings zeigt er auch Nachsicht: „Für Sehbehinderte ist so ein Blindenleitweg sehr wichtig.“

Und er erkennt an, dass „man beim Bau das neuen Rathauses uns vorher gefragt hat“. So erhält der Neubau einen behindertengerechten Eingang – und eine behindertengerechte Toilette, „weil es eigentlich unzumutbar ist, bei einem dringenden Bedürfnis mitten in der Stadt, erst runter zum Karpfenplatz zu müssen“. ukk

 Uwe Krog

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