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Stormarn Reinfelds Bahnhof bald barrierefrei
Lokales Stormarn Reinfelds Bahnhof bald barrierefrei
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23:55 30.11.2016
Minister Reinhard Meyer (4. v. l.) schaute nach dem Baufortschritt für den barrierefreien Zugang. FOTOS: KROG
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Reinfeld

Immer wenn Schleswig-Holsteins sozialdemokratischer Wirtschaftsminister in Lübeck oder Nordstormarn zu tun hat, fährt der im Westen Hamburgs wohnende Reinhard Meyer mit der Regionalbahn. Deshalb war ihm beim Besuch in Reinfeld gestern der Bahnhof dort durchaus geläufig. Meyer wollte sehen, wie der Bau eines barrierefreien Zugangs zum Bahnsteig vorankommt. Und erfuhr von Bauüberwacher Jan Gutsdorf: „Wir liegen genau im Zeitplan.“

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Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer versprach weitere Fördermittel.

Viele Pendler

3000 Passagiere, oftmals Pendler, hat der Reinfelder Bahnhof nach Angaben der Bahn an durchschnittlichen Werktagen. 80 bis 90 Prozent der Züge seien pünktlich.

Das bedeutet, dass von Anfang Juli kommenden Jahres an auch Menschen in Rollstühlen und Gehbehinderte ohne große Mühen zum Zug kommen. „Moderne und barrierefreie Bahnstationen sind ein attraktives Eingangstor zum öffentlichen Nahverkehr“, betonte der Minister. Und den wolle das Land schließlich voranbringen.

Reinfeld gilt landesweit als der vorletzte Bahnhof dieser Größe, an dem die Barrierefreiheit noch nicht gegeben ist. Aber das Land beteiligt sich nun mit 1,9 Millionen Euro an den Gesamtkosten von 2,7 Millionen allein für die Bahn.

Im Anschluss daran ergänzt die Stadt Reinfeld selber diese Brückenkonstruktion mit Fahrstühlen durch einen eigenen Zugang zur Südseite der Stadt hin , so dass die barrierefreie Erreichbarkeit des Bahnhofs dann auf beiden Seiten der Gleise möglich ist. Der Minister versprach gestern, auch dieses auf 1,4 Millionen Euro bezifferte Vorhaben zu unterstützen. Bürgermeister Heiko Gerstmann: „Wir hoffen auf 1,05 Millionen Euro.“

Hammerschläge dröhnen über den Vorplatz. Baumaschinen brummen. Zwei Arbeiter tragen blaue, gerollte Matten hinter den Baucontainer. Andere bereiten die Schalung für den Überbau auf dem Gelände des ehemaligen Baustoffhändlers vor. Das Fundament für die von Beton ummantelten Stahlträger, die später die Konstruktion halten sollen, ist bereits in den Boden eingelassen.

Ist alles fertig, sollen nach Angaben der Bahn die Aufzüge eine über den üblichen Standard hinausgehende Kabinenbreite von 1,40 Meter haben. Die Treppenanlage wird überdacht sein und die eigentliche Überführung wird ebenfalls Schutz gegen die Widrigkeiten des Wetters bieten. Außerdem soll es ein Wegeleitsystem und ein „taktiles Leitsystem“ geben, an dem sich sehbehinderte Menschen orientieren können. Der Bahnsteig soll drei neue Wetterschutzhäuschen erhalten. Das Bahnsteigdach wird noch saniert.

Und das alles für die an durchschnittlichen Werktagen mehr als 3000 Ein- und Umsteiger in Reinfeld, die vom Umbau insofern betroffen sind, als dass ihnen derzeit etwa 30 Parkplätze fehlen und es deshalb bei der Parkplatzsuche jeden Morgen räumlich wie zeitlich eng wird. Doch von den wirklich schwierigen Schritten beim Einheben der Konstruktion in ihre End- Position sollen sie nach derzeitigen Einschätzungen nichts oder nur wenig mitbekommen. „Mit dem Einsatz von Bussen rechne ich nicht“, berichtete Bauüberwacher Gutsdorf dem Minister. Eher werde phasenweise ein Gleis auf dem Bahnhof gesperrt, was durch die auf beiden Seiten des Bahnhofs eingerichteten Weichen wenig problematisch sei. Der Schienenverkehr aber bleibe gewährleistet.

Zum Schluss, wenn der Zugang zum Bahnsteig funktioniert, soll der von vielen Reinfeldern als wenig einladend empfundene Tunnel unter den Gleisen zugeschüttet werden, verkündete Projektleiterin Melanie Getter. Und Dirk Teubler machte als Schleswig-Holsteins oberster Bahnhofsmanager der Landesregierung noch ein Kompliment: „Die Zusammenarbeit zwischen dem Land und der Deutschen Bahn funktioniert seit vielen Jahren sehr gut. Wir sind froh, dass sich Schleswig-Holstein so für den Bahnverkehr engagiert.“

Doch selbst nach Fertigstellung der von der Stadt Reinfeld selber in Angriff genommenen Anbindung zur Südseite der Stadt über die Holländerkoppel, die der Bürgermeister von kommenden Sommer an auf eine Bauzeit von etwa einem Jahr taxiert, werden die Reinfelder noch längere Einschränkungen am und um den Bahnhof herum hinnehmen müssen.

Denn der barrierefreie Zugang ist erst der Auftakt für ein seit Jahren diskutiertes Reinfelder Folgeprojekt noch viel größeren Ausmaßes: Eine Brücke als Gleisquerung für den Autoverkehr, die von der Feldstraße hinunter zum Bahnhof führen soll.

 Uwe Krog

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