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Stormarn Rennbuggys: Ein Deutscher Meister aus Bad Oldesloe
Lokales Stormarn Rennbuggys: Ein Deutscher Meister aus Bad Oldesloe
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10:19 12.09.2016
Silas Ueberschaer (15), Elftklässler an der Theodor-Mommsen-Schule, hat mit dem orangefarbenen Flitzer das entscheidende Rennen überlegen gewonnen. Dafür gab es den Pokal. Quelle: Uwe Krog
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Bad Oldesloe

Der Vater war schuld. Der Vater war es, der vergessen hatte, den einen Stecker noch einmal zu kontrollieren. Mitten im Offroad-Rennen war Silas Modellbauflitzer stehen geblieben, weil sich die empfindlichen Kontakte zwischen Akku und Elektromotor gelöst hatten.

„Ich habe zwar nur 20 Sekunden gebraucht, um den Stecker wieder einzustöpseln“, sagt Rüdiger Ueberschaer. Aber das waren in diesem Feld von Rennbuggyfahrern 20 Sekunden zu viel. Sohnemann Silas kam nicht mehr heran an die Führenden auf der Rennstrecke im thüringischen Sonneberg, wo der japanische Modellbauanbieter Tamiya jährlich seine Deutschen Meisterschaften ausrichtet. Nichts war mit dem Titel im Geländefahren. Doch Silas ist auf der Straße jetzt Deutscher Meister.

Die Elektro-Buggys, die locker in Mofa-Geschwindigkeit über Stock und Stein rasen können, beschäftigen die Familie Ueberschaer seit Jahren. Erst deklassierte Silas Bruder Jonas die Konkurrenz. Der ist inzwischen 17, darf deshalb nicht mehr mitfahren. Und jetzt tut es ihm der Jüngere gleich. Nach der technischen Panne im Geländefahren will er im nächsten Jahr die Schmach wieder ausgleichen. „Aber Schuld hat Papa.“

Mit seinen dann 16 Jahren der letzte Start in diesem Wettbewerb. Nach so vielen Jahren, in denen Vater, Mutter und die Kinder an der Rennstrecke ihre Sommerurlaube verbracht haben. Eine Tamiya-Familie möchte man sagen. Jeder hat eine spezielle Aufgabe, wenn es um die Fahrzeuge geht. Vater Rüdiger ist für die Elektrik zuständig, Mutter Susanne für die Mechanik, die Jungen eben fürs Rennfahren.

Begonnen hatte alles 2008, als die Familie ein gebrauchtes, ferngesteuertes Modellauto erstanden hatte. Wenig später erfuhren sie über einen Händler von der Marke Tamiya. „Tolle Fahrzeuge“, sagt der Vater. „Daran gibt es nichts zu meckern, außer dass dieser Stecker eine Schwachstelle ist.“ Schnell waren die Jungen fasziniert. Das griff auf die Eltern über.

Sie fuhren nicht nur zu Meisterschaften. Bald nahmen sie auch am sogenannten Euro-Cup teil. Sie wurden ein eingeschworenes Team. „Oft trat jeder von uns mit einem eigenen Fahrzeug an“, sagt Mutter Susanne. „Manchmal so gar mit zweien.“ Sie waren ständig zwischen Flensburg und Göttingen, überall im Norden unterwegs. Die Jungen trainierten mehrmals die Woche ihr Gefühl für die Fernsteuerung, ihre Feinmotorik, legten die Grundlage für spätere Erfolge. Allein beim Training verbrauchten sie jedes Mal drei Sätze an Reifen. „Heute“, sagt Rüdiger Ueberschaer, „trainieren sie seltener und sind dennoch erfolgreich.“

Wie nach jedem Rennen sieht der orangefarbene Flitzer von Silas auch nach diesen Meisterschaften ramponiert aus. Die Reifen sind staubig, das Profil ist abgefahren. Die Karosserie hat gelitten.

Der Wagen wird wieder aufgebaut für den nächsten Start. Silas ist ehrgeizig, beim nächsten Mal soll es klappen mit dem Titel im Geländefahren. Und sein Vater versichert: „Dann kümmern wir uns vor dem Start um diesen Stecker.“

Das nächste Mal geht es Ende Juli wieder nach Sonneberg

Wann die Familie Ueberschaer das nächste Mal ins thüringische Sonneberg fährt, steht jetzt schon fest. Der Termin für das Fighter-Cuo Finale findet vom 28. bis zum 30. Juli 2017 wieder auf dem Raceway in Sonneberg statt. Ein Gelände, das an das deutsche Logistic-Zentrum des japanischen Modellbau-Herstellers Tamiya grenzt. Die Möglichkeit zum kostenfreien Aufstellen von eigenen Zelten, Caravans sei ausreichend gegeben, heißt es vom Veranstalter. Rüdiger Ueberschaer findet diese Wettkampftage immer wieder schön und spannend. „Das ist wie ein Camping-Urlaub, und man lernt viele Leute kennen.“ Und dazu die spannenden Rennen.

• Ein paar Impressionen sind auf www.LN-online.de/BadOldesloe im Video zu sehen.

 Uwe Krog

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