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Stormarn Rettungsdienst hält Hilfsfristen nicht ein
Lokales Stormarn Rettungsdienst hält Hilfsfristen nicht ein
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23:46 20.03.2017
Hat schon reagiert: Landrat Henning Görtz. Quelle: Foto: Jeb

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Einsatzfahrzeuge in 90 Prozent der Fälle eine Frist von zwölf Minuten nicht überschreiten dürfen. Stormarn erreichte nach Auswertung von gut 50000 Datensätzen während des einjährigen Beobachtungszeitraums jedoch nur eine Quote von 81,94 Prozent. Das heißt, in fast 20 Prozent der Fälle brauchen die Retter 13 oder 14 Minuten zum Einsatzort.

Ein Anstieg der Zeitüberschreitungen sei ab Oktober 2015 festzustellen, heißt es in dem Gutachten der baden-württembergischen Beratungsfirma Orgakom. Es wird diese Woche in diversen Ausschüssen des Kreises beraten. Häufig würden die Hilfsfristen an den Wochenenden nicht eingehalten. Allerdings fanden die Gutachter keinen Beleg dafür, dass es sonnabends und sonntags grundsätzlich mehr Einsätze gibt.

Ein ganz neuralgischer Punkt ist die Stadt Bargteheide. Dort gab es insgesamt 433 Überschreitungsfälle. Das sind rund 15 Prozent aller Fälle im Kreis. „Ursache waren im wesentlichen verlängerte Fahrzeiten zum Einsatzort“, heißt es in dem Gutachten. Im gesamten Amt Trittau wurden 366 verspätete Ankünfte gezählt, die meisten davon in der Gemeinde Trittau (165) sowie Lütjensee (103). Im Amt Bargteheide-Land entfielen von den 344 Hilfsfrist-Überschreitungen 77 Fälle auf Tremsbüttel und 66 auf Elmenhorst.

„Auffällig sind weiterhin die Städte Bad Oldesloe mit 232 und Ahrensburg mit 221 Überschreitungsfällen“, heißt es in dem Gutachten weiter. „In beiden Städten befinden sich Rettungswachen. Die Hilfsfristüberschreitungen sind im wesentlichen auf Duplizitätsfälle zurückzuführen.“ Das heißt, das originäre Fahrzeug war gerade im Einsatz. Der Kreis hat jedoch schon reagiert. „Anfang März wurde ein Rettungswagen von Bad Oldesloe nach Bargteheide verlegt“, erklärt Landrat Henning Görtz. Damit kam er einer Forderung aus dem Gutachten nach, die Fahrzeuge zielgerichteter zu verteilen.

Außerdem wurden unter anderem die Bereitschaftszeiten an einigen Wachen um einige Stunden verlängert, an einer Trittauer Wache sogar auf das Wochenende ausgedehnt.

Heute tagt der Sozial- und Gesundheitsausschuss dazu. Beginn im Sitzungsraum D 132 in der Kreisverwaltung ist um 18.30 Uhr.

 mc

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