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Stormarn Rettungspunkte im Wald: Rasche Hilfe für Jogger, Pilzsucher und Co.
Lokales Stormarn Rettungspunkte im Wald: Rasche Hilfe für Jogger, Pilzsucher und Co.
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15:56 05.11.2013
Stefanie Görtz (35, links) und Lisa Dickomey (17) von der Freiwilligen Feuerwehr Hamfelde haben den Rettungspunkt 2328R15 in der Hahnheide gefunden. Quelle: J. Burmester
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Trittau

In den schleswig-holsteinischen Landesforsten stehen seit einiger Zeit schon Rettungspunkte. Diese einfachen Holzpfähle tragen eine leuchtend rote Spitze und ein Blechschild mit einem roten Kreuz und einer Nummer. Wanderern, Forstarbeitern oder Menschen, die fremd in der Region sind, können diese Rettungspunkte das Leben retten.

Alle dieser Punkte in den Landesforsten des Kreises Stormarn sind im Einsatzleitrechner der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe hinterlegt. Geht ein Notruf ein, weil es einen Notfall im Wald gibt und der Hilfesuchende nennt die Nummer des Rettungspunktes, ist schnelle Hilfe garantiert. Egal, ob Rettungsdienst oder Feuerwehr ausrücken müssen.

Wie wichtig diese neuen Notrufsäulen in der Natur sind, wurde gerade erst vor einer Woche offenbar, als Orkan „Christian“ über den Norden fegte und auch in vielen Wäldern ein Feld der Verwüstung hinterließ. Einige Gebiete in Schleswig-Holstein wurden sogar wegen Lebensgefahr durch umfallende Bäume oder abknickende Äste für die Bevölkerung gesperrt.

Jetzt übten die neun Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Trittau zwar nicht den Ernstfall mit voller Ausrüstung, aber sie fuhren sämtliche 17 Rettungspunkte im Gebiet des Amtes Trittau ab. Dabei waren 14 Fahrzeuge unterwegs. Für die Besatzungen galt es nicht nur, die Rettungspunkte zu finden. Die zweieinhalbstündige Aktion diente gleichzeitig als Funk- und Fahrübung. Und so wünschte Amtswehrführer Reinhard Dabelstein (Lütjensee) vom Funkraum der Trittauer Feuerwache den Teilnehmern über Funk viel Spaß bei der Übung.

Die Wehrführungen des Amtes verfolgten den überaus regen Funkverkehr, der vom Trittauer Funkwart Stephan Heindl und Zugführer Fabian Woggan geleitet wurde, ebenfalls in der Trittauer Wache. „Die Kameraden der Wehren sollen mit ihren Fahrzeugen vertraut sein, sollen den Funksprechverkehr üben und vor allen Dingen Ortskenntnis bekommen“, erklärte Trittaus Gemeindewehrführer Clemens Tismer. Das alles könne man mit dieser Aktion wunderbar verbinden.

Für alle Wehrführungen hatte Tismer jeweils drei Karten mit den eingezeichneten Rettungspunkten ausdrucken lassen, damit alle Feuerwehren des Amtes auf dem gleichen Stand sind und unabhängig voneinander in den Einsatz gehen können.

Insgesamt hat die Landesforstverwaltung ihre Wälder in Schleswig-Holstein mit rund 600 Rettungspunkten ausgestattet. In Stormarn stehen sie unter anderem auch in Rethwischhöh und an der Straße Rehkoppel in Bad Oldesloe, an der Fohlenkoppel in Reinfeld und in vielen anderen Wäldern.

Die Rettungspunkte wurden nach Angaben der Forstverwaltung speziell dort platziert, wo Spaziergänger, Jogger, Pilzsucher und Holzwerber am häufigsten den Wald betreten. Die Rettungsleitstellen verfügen über ein Kartensystem mit allen durchnummerierten Rettungspunkten.

ECHT WAHR
Neulich haben wir ein Wort gedruckt, welches nicht so oft im Blatt vorkommt: Œuvre. Das klingt ein bisschen nach Frankreich-Urlaub, nach Cidre, lauer Luft und L‘Equipe. Bei uns kam der Begriff aber im Zusammenhang mit einem Kulturereignis vor. Gar nichts mit Kultur hatte hingegen die Bemerkung des Kollegen zu tun: „Das drucken wir sicher häufiger als XXX.“ Mit XXX möchte ich den sehr unfeinen Ausdruck verbergen, der der Kollege in den Mund genommen hatte und der mich selbstverständlich ein wenig schockiert hat.
Allerdings nicht zu sehr. Denn meine Entdeckerlust war nun geweckt, ich machte mich an die Recherche. Das Wort Œuvre, von dem ich dachte, es sei eine Rarität, kam im elektronischen Archiv auf immerhin 98 Treffer. Das unfeine Wort des Kollegen gab es nur ein einziges Mal — es war vor vielen Jahren im Zusammenhang mit einem Bootsrennen gedruckt worden. Wie es dort hineingeraten war, kann ich mir nicht erklären. Vermutlich ein Druckfehler.
Rettung zum Download
Bei der Einsatzleitstelle der Polizei in Lübeck sind diese Rettungspunkte nicht im System hinterlegt. Im Einsatzfall, zu dem auch die Polizei hinzugezogen wird, werden Treffpunkte mit Rettungsdienst oder Feuerwehr vereinbart, um dann zum Einsatzort zu gelangen.

Da Rettungspunkte nur im Gebiet der schleswig-holsteinischen Landesforsten aufgestellt sind, ist die Orientierung in privaten Waldflächen schwierig. Im Sachsenwald gibt es allerdings ein ähnliches, aber eigenes System, das auch bei der Rettungsleitstelle hinterlegt ist.

Seit kurzem bietet die Firma Intend Geoinformatik im Google Play Store ab sofort die App „Hilfe im Wald“ zum Download an. Mit der App können Rettungspunkte schnell und einfach mit dem Smartphone lokalisiert werden. Die Landesforsten sowie weitere Forstbetriebe und Tourismusvereine stellen hierfür ihre Daten zur Verfügung. Dargestellt werden die eigene Position wie auch die Bezeichnung, Entfernung und Richtungsanzeige zum Rettungspunkt.

Jens Burmester

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