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Stormarn Riemann: So geht die Einsatzbereitschaft kaputt
Lokales Stormarn Riemann: So geht die Einsatzbereitschaft kaputt
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19:12 10.04.2017
Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (l.) mit Albert Iken aus Hamberge, der das Feuerwehrehrenkreuz in Gold erhielt.
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Hamberge

Deutliche Kritik an der neuen Leitstellensoftware Cobra 4 der Firma ISE in der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS) übte Kreiswehrführer Gerd Riemann in seinem Bericht während der Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Hamberge. Damit verband Riemann auch die Forderung nach mehr als den derzeit nur zwei Systemadministratoren in der IRLS.

Stormarns Feuerwehrchef kritisiert die teilweise überzogenen Alarmierungen der Aktiven.

Neue Geschäftsführerin

Nach dem Abschied von Geschäftsführers Thomas Steenbock ist die Nachfolge geregelt. Am 1. Juni nimmt mit Jaqueline Asmussen (Foto) als neue Geschäftsführerin des Kreisfeuerwehrverbandes ihre Arbeit auf. Die 33-jährige Verwaltungsfachfrau kommt aus Sülfeld im Kreis Segeberg und ist als Schriftführerin Mitglied der Feuerwehr Sülfeld. jeb

Seit dem 5. Februar 2013 ist die IRLS für die drei Kreise Stormarn, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg, also von Lauenburg an der Elbe bis nach Fehmarn zuständig. Drei Jahre lang arbeiteten die Mitarbeiter mit der Software Cobra 3, ehe am 24. Mai 2015 auf Cobra 4 umgerüstet wurde. Mit der neuen Software greift der Einsatzleitrechner auf die Datenbanken der Feuerwehren im Programm Fox 112 zu.

„Der nicht gegebenen personellen Tagesverfügbarkeit mancher Wehren wirkt diese neue Alarmierungsform entgegen. Durch die Berücksichtigung des jeweils von den Wehren eingegebenen Personals und hier insbesondere der Atemschutzgeräteträger werden, gemessen an dem Ereignis, die benötigten Kräfte alarmiert, um eine ausreichende Zahl an Einsatzkräften auch während der Arbeitszeit zwischen 6 Uhr und 18 Uhr an die Einsatzstelle zu bekommen“, erklärte Gerd Riemann. Er müsse jedoch feststellen, dass nun offenbar der Hang zur oft überzogenen Alarmierung von Kräften eingetreten sei.

So werde auch bei kleinen Ereignissen von der möglichen, aber noch nicht eingetretenen Lage ausgegangen. Dabei würden viele Einsatzkräfte unnötig aus dem Schlaf gerissen oder von der Arbeit weggeholt. Es wirke sich aber noch einmal viel nachteiliger aus, dass es nun zunehmend eine Ermüdungserscheinung, eine Abstumpfung der Einsatzbereitschaft gebe, wenn die Kräfte zum Einsatzort eilten, und dann kurze Zeit später den Befehl „Einsatzabbruch“ bekämen, weil so viele Einsatzkräfte nicht benötigt würden, so Riemann. „Wir machen uns so die Einsatzbereitschaft unserer freiwilligen Feuerwehren kaputt. Aber vielleicht ist das ja gerade so gewollt?“

Und dann klagte Stormarns ranghöchster Feuerwehrmann noch über eine weitere Baustelle bei der IRLS. „Die Einführung der neuen Software Cobra 4, die Umrüstung auf Digitalfunk, die Erneuerung der digitalen Alarmumsetzer, die Eingabe und Übernahme der Alarmdaten aus den Bereichsfolgen aus dem Verwaltungsprogramm für Feuerwehren FOX 112 sowie viele weitere Baustellen seien mit zwei Systemadministratoren nicht zu bewältigen: „Andere Leitstellen im Land sind da deutlich besser aufgestellt.“ Nun soll ein Gutachten klären, wie viel Personal zusätzlich im Bereich der Systemadministration von Nöten sei.

„Wir hoffen auf eine angemessene Verstärkung“, so Riemann. Bereits vor wenigen Wochen hatte Sven Stonies, Kreiswehrführer im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg, bei der dortigen Jahresversammlung des Verbandes offen gelegt, dass die Systemadministratoren der IRLS im Stormarner Kreishaus mit ihrer Arbeit um mehrere Wochen im Rückstand seien.

jeb

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