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Stormarn Rohlfshagen nimmt Flüchtlinge auf
Lokales Stormarn Rohlfshagen nimmt Flüchtlinge auf
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21:16 18.08.2015
Laut Torben Schmahl ist nur das Erdgeschoss der Alten Schule zum Wohnen geeignet.

Die Gemeinde Rümpel vermietet die Alte Schule in Rohlfshagen zur Unterbringung von Flüchtlingen an das Amt Bad Oldesloe-Land. Diesen Beschluss fassten die Gemeindevertreter am Montagabend einstimmig.

Zuvor hatte das Gremium das Gebäude genauer in Augenschein genommen, um zu prüfen, ob es sich als Quartier eignet. Wie Bürgermeister Torben Schmahl (CDU) anschließend berichtete, handelt es sich um drei Räume in der unteren Etage. Sie seien in einem passablen Zustand. Zudem gebe es eine große Küche und ein großes Badezimmer. Dem Einwand eines Rohlfshageners, dass im unteren Geschoss des Gebäudes die Drainage versackt sei, widersprach Schmahl. Ein derartiger Schaden sei nicht nachgewiesen worden. Defekt gewesen sei vielmehr das Fallrohr. Doch auch dieses habe eine Firma wieder instand gesetzt „Die obere Etage des Gebäudes ist für Wohnzwecke nicht nutzbar, da es dort keine Sanitäranlagen gibt.“

Etwa 30 Rohlfshagener waren in die Alte Schule gekommen, um genaueres über ihre künftigen Nachbarn zu erfahren. Wie viele Menschen einquartiert werden sollen und ob es eher Familien oder alleinstehende Männer seien, wollten sie wissen. Das vermochte Ordnungsamtsleiterin Ines Höwing nicht zu sagen. Die genaue Anzahl der Personen, die untergebracht werden müssten, sei noch nicht bekannt. Das Amt bekomme wöchentlich eine E-Mail, in der der aktuelle Bedarf mitgeteilt werde. Zur Zeit würden die meisten Flüchtlinge in der Gemeinde Grabau untergebracht. Doch die Hohendammer Mühle sei inzwischen bis zum letzten Platz belegt. Deshalb sei das Amt gehalten, weitere Quartiere anzumieten.

„Ich finde die Idee, in der Alten Schule Flüchtlinge unterzubringen prinzipiell gut. Aber wir dürfen die Leute nicht in enge Räume quetschen“, sagte ein Rohlfshagener. Dem pflichteten andere Besucher der Sitzung bei. Es gebe viele schlechte Beispiele, wo dies geschehe und das führe zu Spannungen, hieß es.

Andere wiederum gaben zu bedenken, dass Konflikte entstehen könnten, wenn Menschen unterschiedlicher Kulturen im Haus untergebracht werden. Ines Höwing wies darauf hin, dass sie schon viele Erfahrungen mit der Betreuung von Flüchtlingen sammeln konnte und auch einen guten Kontakt zur Migrationssozialberatung der Diakonie pflege. Sie habe bisher nur einmal erlebt, dass es Konflikte gab.

„Wir hatten einen gläubigen Christ, der das sehr stark nach außen getragen hat. Ihn haben wir woanders untergebracht“, erzählte Ines Höwing.

„Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Wir wissen doch alle, wie groß die Not der Leute ist. Deshalb sollten wir positiv entscheiden. Im Übrigen glaube ich, dass die Amtsverwaltung das alles gut hinbekommen wird“, schaltete sich Ex-Bürgermeister Claus-Jürgen Vieregge (CDU) in die Debatte ein.

„Behandeln Sie die Flüchtlinge wie jeden anderen Nachbarn auch“, sagte Ines Höwing. Schön wären auch Angebote, beim Sport oder anderen Aktivitäten im Dorf mitzumachen. In Grabau hätten sich freiwillig Leute gemeldet, die den Flüchtlingen beim Erlernen der deutschen Sprache helfen. Auf die Frage, ob noch Möbel oder andere Gegenstände gebraucht werden, um die Neuankömmlinge ausstatten zu können, sagte die Ordnungsamtsleiterin, es sei hilfreich, sich mit dem Angebot von Sachspenden direkt ans Amt zu wenden, um zu klären, was benötigt wird. Einiges Mobiliar, wie etwa Matratzen, werde neu eingekauft.

Wie sich im Laufe des Abends ergab, könnten die Flüchtlinge auf jeden Fall Fahrräder gebrauchen, da es kaum Busverbindungen nach Bad Oldesloe gibt.

Weitere Unterkünfte müssen gemietet werden
40 Menschen aus Krisenregionen sind derzeit schon im Amt Oldesloe-Land untergebracht, wie Steffen Mielczarek, Leitender Verwaltungsbeamte mitteilt. Bis zum Jahresende muss die Verwaltung aber Platz für insgesamt 120 Personen schaffen. Dafür mietete das Amt noch Räume in Barkhorst, Lasbek, Rethwisch und Grabau an. Zum Teil stellen dort Privatleute den Wohnraum zur Verfügung.


Um die Betreuung der Menschen in den Unterkünften des Amtes kümmert sich ein Angestellter, der mit ihrer Sprache und Kultur vertraut ist. Laut Ines Höwing soll dafür noch eine weitere halbe Stelle geschaffen werden.

Dorothea von Dahlen

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