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Stormarn Romantisches im Stillen Winkel
Lokales Stormarn Romantisches im Stillen Winkel
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20:18 28.08.2013
Annika Schwarz in ihrem Buchsbaumgarten nach französischem Muster. Dort lassen es sich Besucher gern auf einer Bank gutgehen. Quelle: Fotos: von Dahlen

Eine bessere Adresse hätte sich Annika Schwarz (36) gar nicht wünschen können. „Stiller Winkel“ heißt die Sackgasse, an derem Ende sich das kleine Paradies der Grabauerin auftut. Hohe Hecken geleiten den Besucher ins Herz der grünen Oase, einer von Buchsbüschen in geometrische Formen geteilten Wiese, die zum Verweilen einlädt. Vom Ast einer Eiche baumelt eine in die Jahre gekommene Schaukel, hier und dort stehen Gartenstühle oder Bänke zur Entspannung bereit.

„Die Leute erleben in ihrem Alltag so viel Stress, dass sie eine Sehnsucht nach Harmonie und schönen Dingen haben“, erzählt Annika Schwarz. Und die gibt es in ihrem Garten in allen Variationen.

Pastellzarte Blüten quellen aus geflochtenen Körben und verzieren gemeinsam mit Leuchtern, Servietten und anderen Accessoires die Anrichte im Landhausstil. In einer anderen Heckennische prangen Kränze und Keramikgefäße mit kräftigen Herbstblumen in Orange und Gelb. Überall auf dem Gartengelände findet der Besucher farblich arrangierte Stillleben.

Ob Leuchter, Schrank oder Schale — allen Gegenständen in Annika Schwarz‘ Garten- und Landhausgeschäft haftet der so genannte „Shabby Chick“ an, ein Stil, der wohl als Sehnsucht nach der guten alten Zeit und dem heilen Leben auf dem Lande gelten mag. Glatte, geschniegelte Oberflächen wirken eher störend, es ist vielmehr die Gebrauchsspur, der kleine Riss, die abgeplatzte Farbe, die das Gefühl vermittelt, einen Gegenstand mit Seele in Händen zu halten.

Ihre Liebe zu Antiquitäten und rar gewordenen Dingen teilt Annika Schwarz mit Ehemann Markus. Er unterstützte sie auch darin, sich ihren Herzenswunsch zu erfüllen und den Gärtnereibetrieb, den ihr Großvater gegründet hatte, zu übernehmen. „Mein Opa kam nach dem Krieg aus Pommern nach Grabau und hat hier Gemüse angebaut“, erzählt die junge Geschäftsfrau. Helmut Schwarz stand mit selbst gezogenen Tomaten, Chrysanthemen oder auch Frühblühern auf dem Bad Oldesloer Wochenmarkt. Damals sah es im „Stillen Winkel“ freilich noch anders aus: statt gepflegter Rasenflächen erstreckten sich hier Beete mit Gemüse in langen Reihen. Und dass in seinen Gewächshäusern heute Landhausmöbel und Antiquitäten ausgestellt sein würden, hätte sich der Großvater damals sicherlich auch nicht vorstellen können.

Doch das Konzept, nach dem Annika Schwarz den Traditionsbetrieb umgestaltet hat, scheint aufzugehen. Abgesehen davon, dass sie wie ihr Großvater mit Pflanzen handelt, möchte sie, dass der Besuch des Geschäfts für ihre Kunden zum Erlebnis wird. „Viele Leute, die früher zusammen zur Schule gegangen sind, treffen sich bei uns zu einem Klönschnack, aber auch Ausflügler, die zuvor im Naturerlebnis waren“, erzählt sie.

Blumen verkaufen, das wollte Annika Schwarz schon mit vier Jahren. Doch dieses Ziel sollte sie nur auf Umwegen erreichen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Als sie vor der Entscheidung stand, den Betrieb der Familie zu übernehmen, wollte sie den Beruf erst von der Pike auf lernen. „Mit der Ausbildung hat es nicht so geklappt. Da bin ich einfach ins kalte Wasser gesprungen“, erzählt die junge Grabauerin. Bereut hat sie es bis heute nicht.

Familie Schwarz lädt ein
Von Zeit zu Zeit laden Annika und Markus Rohde-Schwarz Gäste auf ihren Hof ein. Am kommenden Sonnabend, 31. August, liest die Reinfelder Krimiautorin Magda Sorour aus ihrem neuen Buch.

Einlass ist ab 18 Uhr.


Ein Jubiläum feiert Annika Schwarz am 14. und 15. September. Denn vor genau zehn Jahren gründete sie ihr Geschäft in Grabau. Geöffnet ist der Hof an beiden Tagen von 11 bis 17 Uhr. Neben einer Herbstausstellung mit Blumen gibt es ein Oldtimertreffen und Musik mit dem Duo Frühstücksbeat.

Dorothea von Dahlen

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