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Stormarn Romeo Grünfelder: Filmischer Blick ins Übersinnliche
Lokales Stormarn Romeo Grünfelder: Filmischer Blick ins Übersinnliche
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18:13 20.10.2017
Romeo Grünfelder arbeitet für seine Filme mit 16mm-schwarz-weiß-Filmen. Quelle: Foto: Bettina Albrod
Ahrensburg

Ted Serios starrte Anfang des 20. Jahrhunderts in eine geöffnete Kamera-Linse, um zu zeigen, dass er Gedankenfotos anfertigen konnte. Tatsächlich sollen dabei neben vielen schwarzen Bildern Motive wie indische Tempel oder der Petersplatz in Rom aufgetaucht sein. Was ist Sehen? Wie beschreibt man, was nicht da ist? Was denkt man zum Bild dazu? Diese Fragen der Erkenntnisphilosophie fließen in die künstlerische Arbeit von Romeo Grünfelder ein. „Subversion D´Image“ heißt die Ausstellung mit einer Installation von fünf Kurzfilmen, die ab Sonntag, 22. Oktober, erstmals in der Galerie Marstall von der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn gezeigt werden.

Die Galerie wird zum Kinosaal: Besucher empfängt ein riesiger schwarzer Vorhang, der auch bei dem Hamburger Künstler ein Zentralmotiv ist. „Ein Vorhang weckt Erwartungen“, beschreibt Grünfelder die Wirkung, „sobald irgendwo ein Vorhang hängt, will man wissen, was sich dahinter verbirgt.“ In Ahrensburg sind es fünf Projektoren, auf denen die 16mm-schwarz-weiß-Kurzfilme laufen, die jeweils nur wenige Minuten dauern. Grünfelder spielt mit dem Motiv Vorhang, beispielsweise in „Chiroptères“, wo nur Geräusche ahnen lassen, was sich hinter einem Vorhang bewegt, oder in „Naissance d´un Objet“, bei dem mehrere Personen auf einen Punkt starren, den der Zuschauer nicht sieht. Inspiriert hat ihn dazu ein Foto von Nougé. „Sorcière Japonaise“ ist in Trittau gedreht worden und folgt zwei Männern in den dunklen Wald zum Unsichtbaren.

In seinen Arbeiten beschäftigt sich Grünfelder, der Autor, Filmemacher und Regisseur ist, mit dem Übersinnlichen und greift parapsychologische Themen auf. „Im Studium habe ich Kontakt zum Institut für Parapsychologie in Freiburg bekommen“, erklärt der 48-Jährige. „Das eröffnet ein Füllhorn an Motiven.“ Textlich hat er sie in seinem Buch „Horror Vacui“ aufgegriffen, in dem auch Thomas Mann mit seiner Beschreibung einer okkulten Sitzung zu Wort kommt. Neben den Wahrnehmungsfragen ist es das Material Film und die Technik, die Grünfelder faszinieren.

In „Rallye“ ist der Schnitt der Protagonist; eine Filmtechnik, die Bilder verbinden soll und hier durch die Auflösung des Sinns die Technik in den Mittelpunkt rückt. „Im Kino verbindet der Schnitt Bilder, bei mir trennt er die Geschichte“, so Grünfelder. Fragen der Perspektive, Illusion, Raum und Zeit werden einzeln hervorgehoben und öffnen neben den Gedankenexperimenten das Themenfeld der Filmkunst als Handwerk. Zur Ausstellung ist ein Flyer mit ausführlichen Erklärungen erschienen, die beim Verständnis der Filme helfen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 22. Oktober, um 16 Uhr in der Galerie im Marstall Ahrensburg eröffnet und bis 26. November gezeigt. Am 5. November findet um 15 Uhr ein Künstlergespräch statt. Jeden Mittwoch wird um 16 Uhr eine Führung angeboten. Träger der Ausstellung ist die Sparkassen Kulturstiftung Stormarn, unterstützt von der Filmförderung Hamburg sowie dem Filmverleih Arsenal Distribution. Geöffnet ist Mittwoch, Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Von Bettina Albrod

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