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Stormarn Rosenhof-Diebin zu Geldstrafe verurteilt
Lokales Stormarn Rosenhof-Diebin zu Geldstrafe verurteilt
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21:00 24.09.2013

Das Schöffengericht Ahrensburg glaubte Beate D. (Name geändert) nicht. Die 46-jährige Hamburgerin hatte dort vergeblich ihre Unschuld beteuert. Jetzt wurde sie zu 210 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Da sie von Hartz-IV- Leistungen lebt, wurde der Tagessatz auf zehn Euro begrenzt. Das Schöffengericht sah ihre Mittäterschaft bei zwei Diebstählen in der Seniorenwohnanlage Rosenhof als erwiesen an. Deshalb wurde sie wegen Beihilfe zur Hehlerei und Computerbetrug in jeweils zwei Fällen schuldig gesprochen.

Sie habe von den kriminellen Aktivitäten ihres damaligen Freundes nicht gewusst, behauptete sie bis zum Schluss. Bei den Diebstählen wurde Schmuck im Wert von mehr als 30 000 Euro erbeutet, dazu Handys und andere Wertsachen. Ein Großteil des Schmucks ist bis heute verschwunden.

Die bei der Angeklagten beschlagnahmten Schmuckstücke bleiben noch in Verwahrung der Justiz. Denn der entscheidende Prozess gegen den Haupttäter steht noch immer aus. Der Ex-Freund von Beate D., der sie zuletzt mit SMS-Nachrichten auf ihrem Handy bedroht haben soll, sitzt jetzt hinter Gittern. Am vergangenen Donnerstag schnappte ihn die Polizei in Hamburg. Dort wird wegen 16 gewerbsmäßiger Diebstähle ebenfalls gegen ihn ermittelt.

Vor seinem zweiten Verhandlungstermin beim Amtsgericht Ahrensburg wegen der Rosenhof-Diebstähle war er im vergangenen Dezember untergetaucht. Seitdem wurde er auch von Ahrensburg aus mit Haftbefehl gesucht. Vor dem Schöffengericht wurde seine Ehrenerklärung für Beate D. verlesen. Sie habe von nichts gewusst, er habe ihr nichts über seine kriminellen Absichten mitgeteilt. Dem schenkte das Gericht ebenfalls keinen Glauben.

Mehrere Zeugen erkannten die Hamburgerin als Fahrerin eines grünen BMW wieder, der zur Zeit der Diebstähle auf dem Gelände des Rosenhofs gesehen worden war. Schließlich war sie auch auf den Fotos zu sehen, die vom Geldautomaten in einer Oststeinbeker Sparkassenfiliale gemacht worden waren. Dort hatte ihr Ex-Freund 1000 Euro vom Konto einer 82-jährigen Seniorin abgehoben. Deren EC-Karte war zuvor ebenfalls aus ihrem Apartment im Rosenhof entwendet worden, zusammen mit Schmuck im Wert von mehr als 10 000 Euro.

„Die Sparkasse hat mir den Schaden ersetzt, aber den Schmuck habe ich nie wiedergesehen“, sagte sie aus. Sie erkannte aber Modeschmuck und zwei Schatullen wieder, die die Polizei in der Wohnung und im Auto der Angeklagten beschlagnahmt hat. Schmuck im Wert von 20 000 Euro hatte eine 89-jährige Bewohnerin eingebüßt. Auch sie erkannte unter den Asservaten einige Dinge wieder.

Es bleibt die Frage nach dem oder der Dritten, die möglicherweise mit im Spiel war. Denn im Rosenhof verschwand am 29. November 2011 ein Generalschlüssel, der alle Türen im Haus öffnet. Am 1. und am 8. Dezember wurden dann die beiden Apartments durchstöbert. Die Eindringlinge hinterließen keinerlei Spuren dabei.

Der Generalschlüssel ist nicht wieder aufgetaucht. Die Schlösser wurden nicht ausgewechselt, aber die Zugangsmöglichkeiten wurden geändert. „Seit der Festnahme des Duos am 29. Dezember 2011 gab es hier keine Vorfälle mehr“, so der Direktor der Wohnanlage als Zeuge. An diesem Tag wurde der BMW des Duos von der Polizei kontrolliert, nachdem er noch einmal beim Rosenhof gesichtet worden war.

Im Auto fanden sich Schmuckstücke, die von der Angeklagten zunächst als ihr Eigentum deklariert wurden. In ihrer Wohnung fand die Polizei dann weitere gestohlene Schmuckstücke.

jm

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