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Stormarn Rosige Aussichten in Reinfeld
Lokales Stormarn Rosige Aussichten in Reinfeld
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20:22 27.06.2013
Herzlich willkommen im riesigen Gartenparadies von Jutta Knop (57), die inmitten der Rosa gallica „Duc de Guiche“steht, die schon vor 1813 bekannt war. Quelle: Fotos: Verena Bosslet
Reinfeld

„Eminenz“, „Duc de Guiche“, „Leena Maija“, „Nouveau Monde“, „Schöne aus Angeln“ oder „Belle Virginie“: Jutta Knop kennt sie alle mit Namen. Ihre Schätze, ihre etwa 1800 Rosensorten, alt oder modern, tiefrot, blau schillernd oder knallig pink. Am kommenden Sonntag, 30. Juni, öffnet die Reinfelderin die Pforten zu ihrem „Rosengarten Novalis“.

Schon vor zwei Wochen war Jutta Knop bei der landesweiten Aktion „Offener Garten“ mit von der Partie, empfing in ihrer 8000 Quadratmeter großen, parkähnlichen Blumenlandschaft im Reinfelder Ortsteil Altenfelde zwei Tage lang „interessante und neugierige Menschen“. „Aber da haben die Rosen noch gar nicht richtig geblüht. Wir hängen mit allem 14 Tage hinterher“, sagt die 57-Jährige und rupft ein welkes Blättchen von „La France“, die als erste Teehybride gilt. „Schauen Sie, ist die nicht hübsch“, schwärmt die passionierte Gärtnerin, legt die zarte Blüte sanft zwischen Zeige- und Mittelfinger.

Rosa ist sie, vereint Dauerblüte mit einem gefälligen Wuchs, guter Frosthärte und edel wirkenden, hochgebauten Knospen, die sich zu großen Blüten öffnen. Viele ihrer Teerosen gedeihen in Töpfen — zig Töpfen. „Die müssen im Winter alle rein“, sagt Jutta Knop. „Das sind empfindliche Zicken.“

Geschichten kann sie erzählen, die Erzieherin, die Vollzeit beschäftigt ist und in ihrem Garten ihre Ruhe findet. Geschichten über Rosen, aber auch von Menschen, die sie in ihrem Paradies besuchen.

„Beim letzten offenen Gartensonntag kam der Seniorchef einer Bargteheider Gärtnerei in mein Gewächshaus, hielt inne und sagte dann ,Sie haben hier die Maréchal Niel. Die suche ich schon so lange‘.

Der Mann hat sie am Duft erkannt. Da geht mir doch das Herz auf“, sagt Jutta Knop lächelnd. Nun muss sie für den Rosenliebhaber die stark duftende, alte Sorte aus viktorianischer Zeit, die einst als Brautstraußrose heiß begehrt war, veredeln. „Nicht nur eine, sondern gleich ein paar mehr.“

Beschwingt führt Jutta Knop weiter durch ihre nimmer fertige Gartenlandschaft, hinauf auf eine ehemalige Pferdekoppel, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen in ein prächtiges Blumenmeer verwandelt hat. Hier gibt es — so weit das Auge reicht — Rosen über Rosen, leuchtend blauen Rittersporn, wunderbare Lilien. Weiden spenden an heißen Tagen Schatten, Sitzbänke laden zum Verweilen ein. „Ganz oben habe ich mir ein Hochsommerbeet angelegt“, sagt Jutta Knop. Sie stecke voller Beetideen. Die müssten raus. „Links wird es knallrot, rechts cremeweiß“, sagt die Frau mit dem grünen Daumen. Tatkräftige Hilfe bekommt sie von ihrem Gatten. Der ist zwar „nur“ für das Grobe zuständig, mäht Rasen und schneidet Hecken, „aber ohne ihn würde es nicht gehen“, bekennt die Gartenliebhaberin. „Ich werde nicht jünger. Manchmal ziept es doch schon.“ Zum Beispiel, wenn sie Rosen ausgräbt („Die haben vielleicht Wurzeln, sage ich Ihnen!“) oder sie Spaten oder Rosenschere vergessen hat und den weiten Weg ans andere Ende des Gartens zum x-ten Mal gehen muss.

Innehalten, doch, das könne sie, sagt die gebürtige Kielerin. Aber nur kurz, jetzt, wo Grund im Garten sei und sie das Unkraut im Griff habe. Da blieben schon mal ein paar Minuten für eine Tasse Kaffee im Pavillon oder ein paar Fotoaufnahmen. „Aber eigentlich stecke ich immer kopfüber im Beet“, lacht Jutta Knop. Manchmal so intensiv, dass sie beinahe vergisst, dass sie Geburtstag hat.

Der „Rosengarten Novalis“ (Altenfelder Weg 2, Reinfeld) ist am Sonntag, 30. Juni, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Im Juli stehen die Lilien im Blickpunkt. Der Eintritt ist frei.

• Informationen gibt es im Internet unter www.offenergarten.de.

Verena Bosslet

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