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Stormarn Rümpel plant seine Zukunft
Lokales Stormarn Rümpel plant seine Zukunft
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20:12 17.03.2016
Das neue Feuerwehrhaus von Rümpel soll auf dieser Wiese an der Lindenstraße gebaut werden.

gestaltet seine Gegenwart und plant seine Zukunft. „Wir haben viel Bewegung auf dem Schachbrett“, sagt Bürgermeister Torben Schmahl (CDU). Nicht nur, dass 55 Prozent der Haushalte der Gemeinde Anfang April endlich mit dem schnellen Internet versorgt werden, die Planungen gehen viel weiter. „Drei Säulen wollen wir in Zukunft stärken, damit sich die Gemeinde weiterentwickeln kann: Infrastruktur, Finanzen und Kultur“, so der 36-jährige Betriebswirt.

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Kulturverein, neues Gerätehaus für die Feuerwehr und die Entwicklung von Baugebieten — Rümpel hat sich viel vorgenommen.

Neben einem geplanten Kulturverein ganz oben auf der Agenda: ein neues Feuerwehrgerätehaus. „Auf der Gemeinderatssitzung am 9. März haben wir uns entschieden, dass wir ein neues Feuerwehrgerätehaus umsetzen wollen.“ Gebaut werden soll es in der Lindenstraße — auf der Wiese zwischen zwischen dem Ehrenmal und dem Gemeinschaftshaus. „Der Basketballplatz müsste dann weichen, aber dafür finden wir eine andere Stelle“, ist sich Schmahl sicher.

Der Neubau sei nötig, da das bestehende Gebäude nach Einschätzung der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse HFUK nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entspreche. „Die sagen, das sei schwierig, das alte Feuerwehrgerätehaus weiter zu betreiben. Wenn das Fahrzeug rausfährt, könnte sich theoretisch jemand in der Tür klemmen. Im Prinzip ist das Gebäude ja auch nur eine Garage mit ein paar Kleiderhaken links und rechts — also viel zu klein.“ Ein Architekt soll sich jetzt mit den Plänen befassen. „In einem halben Jahr sind wir dann hoffentlich schon weiter“, so Schmahl.

Vorausgesetzt, dass die Finanzierung gesichert wird. In der Haushaltskasse von Rümpel sieht es derzeit nicht gerade rosig aus. Die Gemeinde muss in diesem Jahr mit einem Defizit von 100000 Euro kalkulieren. Zum zweiten Mal in Folge. „Und wir haben nicht viele Möglichkeiten zum Sparen. Ich persönlich hege viel Kritik an der Erhöhung der Kreisumlage“, bemerkt der Bürgermeister.

2012 zahlte die Gemeinde 361000 Euro. 2016 soll sich die Umlage auf 424000 Euro belaufen. „Wenn der Landrat immer sagt, wie toll er eingespart hat, geht das letztendlich zu Lasten der Gemeinden. Uns fehlt dadurch Raum für Investitionen. Kompensieren können wir das am Ende nur dadurch, dass wir die Grund- und Gewerbesteuern anheben.“ Aktuell müssen die Bürger der Gemeinde schon mehr Steuern zahlen. So sind für 2016 die Hebesätze für die Grundsteuer von 350 auf 390 Prozent und für die Gewerbesteuer von 350 auf 370 Prozent gestiegen. „Eventuell müssen wir noch mal erhöhen oder Möglichkeiten finden, was zu verkaufen“, so der Verwaltungschef der Gemeinde.

Womit der wichtigste Punkt in Sachen Zukunftsstrategie von Rümpel ins Spiel kommt: Verkaufen möchte die Gemeinde nämlich einen Acker, den sie vor 15 Jahren von einem Bauern erworben hat. Knapp 1,5 Hektar direkt am Ortsausgang Richtung Höltenklinken. Die sowie weitere Flurstücke sollen nach Plänen der Gemeindevertreter zu Bauland werden. Denn die Rümpeler sind überein gekommen, die ersten Schritte für ein Siedlungsentwicklungskonzept einzuleiten. Ein Konzept für das gesamte Gemeindegebiet mit den Ortsteilen Höltenklinken und Rohlfshagen wurde bereits erarbeitet. „Das guckt sich jetzt der Kreis an, um zu prüfen, ob es sich an die Landesentwicklungsplanung hält“, so Schmahl. „Das ist ein anstrengender Prozess, dem wir uns gestellt haben. Ich kann mir jetzt sehr gut vorstellen, warum das Thema seit 40 Jahren keiner angefasst hat“, gesteht der Bürgermeister.

Momentan gehe es vor allem darum, wo und was gebaut werde — Wohnbebauung und kleine, nicht störende Gewerbeeinheiten. „Gewerbesteuer ist ein wichtiger Finanzierungssockel in der kommunalen Wirtschaft. Aktuell haben wir gerade einen Betrieb verloren — Stahlbau Bork zieht nach Bad Oldesloe, weil seine Halle zu klein geworden ist. Wir konnten ihm nichts anderes anbieten.“

Rümpel soll ein modernes Gesicht erhalten — das hat Torben Schmahl bereits zum Amtsantritt 2013 als eines seiner Ziele formuliert. Dazu wollte er sich um die Belange junger Familien und um die Ausrüstung der Feuerwehr kümmern. Nach zweieinhalb Jahren ist jetzt Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode. Mit dem Siedlungskonzept scheinen der Bürgermeister und die Rümpeler auf dem Weg in die Zukunft zu sein.

„Wir haben uns jetzt der Aufgabe gestellt, das anzugehen. Die erste Hürde haben wir genommen. Ich bin darüber froh und auch ein bisschen stolz“, so Schmahl. Jetzt hofft er, dass das Flurstück der Gemeinde mit einbezogen wird. „Damit die Erträge aus dem Grundstücksverkauf der Feuerwehr dienen können.“

Von Britta Matzen

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