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Stormarn Konzert-Tickets aus fast 40 Jahren
Lokales Stormarn Konzert-Tickets aus fast 40 Jahren
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12:48 06.10.2018
Haddy Gramkow hat Eintrittskarten aus fast 40 Jahren gesammelt. Quelle: Susanna Fofana
Bad Oldesloe

Musik begleitet den Oldesloer Hartwig „Haddy“ Gramkow (56) schon sein ganzes Leben lang. Als Konzertbesucher, jahrzehntelanger Betreiber einer Musikkneipe, sowie Musiker in derzeit drei Bands. Die schönsten Konzertkarten seit 1981 hat er aufgehoben. Die älteste aus seiner Sammlung ist die von „Motörhead“ in den Hamburger Messehallen.

Das Musikfaible des gebürtigen Oldesloers begann bereits als Schüler: „Wir waren musikverrückt. Irgendwie drehte sich immer alles um Musik.“ Vom Konfi-Geld habe er sich dann einen Plattenspieler gekauft. An seine ersten drei Schallplatten erinnert Gramkow sich noch ganz genau. „Wish you where here“ von Pink Floyd gehörte dazu. Zudem Platten von Barclay James Harvest und Dr. Feelgood. Gramkow: „Das waren die ersten Platten.“ Während der Oldesloer etliche Konzertkarten aufhob, hat er die Platten zwar „jahrzehntelang im Karton herumgeschleppt“, Sich dann aber von ihnen getrennt. Viele davon hatte er im damaligen Oldesloer Plattenladen „Winterland“ in der Hamburger Straße erworben. Damals zum Preis von je 13,50 D-Mark.

„Das war eine tolle Zeit Ende der 70er“, schwärmt er. Mit Besuchen im legendären Auenland in Sülfeld. Die Oldesloer Schüler trampten damals zu den dortigen Konzerten, gingen zu Fuß dorthin oder suchten sich Fahrgemeinschaften. Drei bis fünf D-Mark als Eintritt waren für Gramkow als Schüler und später Drechsler-Lehrling gut zu wuppen. Im Auenland war er unter anderem bei Abi Wallenstein mit Band, Eric Burdon oder gar Colosseum 2 mit dem späteren Weltstar Gary Moore. Leider gab es dort damals nur Abrisskarten - nichts zum Sammeln.

„Ich war für alle Musikrichtungen offen“, sagt Gramkow. Sei es nun Punk, Metal, Pop, Reggae oder später Wave à la Depeche Mode. Gramkow: „Ich habe mich nie festgelegt.“ Viele Konzerte besuchte der Oldesloer im Stadtpark in Hamburg. Aber auch in der Markthalle, Großen Freiheit 36 oder Docks.

„Ich weiß nicht, wie oft ich bei Jango Edwards war“, sagt er. Und fügt hinzu: „Ich habe den Clown geliebt.“ Das Konzert von Pink Floyd 1988 in Hannover gehört ebenfalls zu seinen Favoriten . „Das war der Hammer“, erinnert sich der Oldesloer. Auch zum Konzert von B.B. King ging er. „Den Blues mochte ich auch nebenbei.“ Das „größte und geilste was ich musikalisch live erlebt habe war das Musical The Wall von Roger Waters 1990 kurz nach der Grenzöffnung auf dem Potsdamer Platz in Berlin.“ Waters hatte die Rock-Oper einst als Mitbegründer und Bassist von Pink Floyd geschrieben. Als er aus der Band ausstieg, hatte er versprochen, es noch einmal aufzuführen, falls die Berliner Mauer jemals fallen sollte. Dieses Versprechen hielt er. Hunderttausende Rock-Fans aus aller Welt seien 1990 zur Live-Konzert-Performance angereist. „Ein wunderschönes Fest. Unfassbar.“ Unter anderem gehörten Van Morrison Bryan Adams und die Skorpions zu den Musikern, die Waters für das Jahrhundertereignis zusammengetrommelt hatte.

1986 eröffnete Gramkow dann in Bad Oldesloe die Musikkneipe Café Chaos. Dort traten zunächst Bands aus der Umgebung, später auch aus Hamburg und Lübeck auf. Der Oldesloer: „Alle wollten da spielen. Die kleine Bühne hat sich einen Namen gemacht.“ Eines der Highlights war damals ein Auftritt der Country Band Texas Lightning mit Olli Dittrich und Jon Flemming Olsen. „Die waren damals noch nicht bekannt.“ Heute sind die Komiker im TV (Dittsche) auf Sendung. Rainer Baumann sei mindestens einmal im Jahr im Café Chaos aufgetreten, ebenso Lars Luis Linek, Abi Wallenstein und viele andere. Hunderte von Konzerten, meist von Regionalbands, fanden dort bis 2006 statt.

Der Oldesloer Musiker Haddy Gramkow hat die schönsten seiner Konzert-Tickets aus fast 40 Jahren gesammelt. Außerdem spielt er mittlerweile selber in drei Bands.

Nachdem sein jüngerer Bruder verunglückt war und dessen Schlagzeug von Haddy Gramkow übernommen wurde, übte der sich ab 1988 zudem daran. Nach vielen Anfängerfehlern halfen ihm andere Oldesloer Schlagzeuger wie Hanno Hannes und Lutz Becker auf die Sprünge, Irgendwann war er so weit, das er in die Band seines singenden Bruders Andreas „Hebby“ Gramkow einstieg - The Mysterious Seven. „Aus dieser Band ist Pfefferminz entstanden.“ Zunächst wurde Rockmusik gemacht. „Wir haben alles mögliche gespielt. Unter anderem Westernhagen. Weil die Stücke am besten ankamen, haben wir uns dann entschieden, nur noch Westernhagn zu machen. Das ging ab wie die Post mit 50 Auftritten im Jahr.“ Nach eineinhalb Jahren hörte er bei Pfefferminz auf, da er ja auch die Kneipe noch hatte und außerdem Vater wurde.

Mit Pausen spielte der Oldesloer Musiker dann immer mal wieder in Bands. Mal Rock, mal Metal, mal Blues oder Britpop. Gramkow: „Bis ich dann als Drummer bei Dog Hill Session gelandet bin.“ Da spielt er jetzt seit zehn Jahren Rock-Cover. Vor sechs Jahren kam dann noch die Band „Quiet Nights“ dazu. Und mit Ende 40 lernte Haddy Gramkow zudem Gitarre spielen und fing an zu singen. Der Grund: Er fand es langweilig, dass bei den After-Show-Partys nach den Konzerten niemand die Gitarre in die Hand nehmen wollte. So brachte er sich zwei, drei Lieder bei.

Er selbst fand zwar, dass es zuerst grausam klang. Doch: „Die Leute fanden es toll. Sie haben gejohlt und geklatscht.“ Das hat den Oldesloer so angespornt, dass er sogar eigene Lieder textete. Vor vier Jahren wurde aus einer Bierlaune heraus dann mit Deutsch-Gesängen und Klamauk mit befreundeten Musikern eine Band gegründet. Die ersten Auftritte hatte Kornfield im Inihaus und in Reiners Stage Club, Gramkows ehemaliger Kneipe. Dann wurden zehn Lieder in einem Studio aufgenommen. Die Videos wurden zudem bei YouTube ins Netz gestellt. „Wir hatten im Nu 20000 Views.“ Und die Oldesloer Band wurde gefragt, ob sie nicht beim Werner-Rennen auftreten würde. Das tat sie jetzt. Den ganz großen Erfolg peilt der 56-Jährige nicht an. Aber ein bisschen spielen möchte er schon, solange es geht. Und natürlich noch weitere besondere Konzert-Eintrittskarten sammeln.

Susanna Fofana

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