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Stormarn Sanierungsfall Reinfelder Sportplatz
Lokales Stormarn Sanierungsfall Reinfelder Sportplatz
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20:37 24.11.2016
Die marode Rundbahn liegt neben dem Schulzentrum. Eine Verlagerung des Platzes würde lange Wege für die Schüler bedeuten. FOTOS: KROG

Die Verwaltung hat jetzt solche Zahlen gegenübergestellt, die den Verbleib am bisherigen Standort neben der Schule am Bischofsteicher Weg mit knapp zwei Millionen Euro für die Erneuerung der Sportanlagen und gut anderthalb Millionen für ein neues Sportlerheim billiger erscheinen lassen. Immerhin kostet allein der Grunderwerb am Lehmkamp an die drei Millionen und eine neue Sportanlage mit Laufbahn, mit Rasen- und Kunstrasenplatz zweieinhalb Millionen Euro. Hinzu kämen Kosten für ein neues Gebäude von etwa 2,4 Millionen Euro.

 

Aschenbahnen wurden in den 1970er Jahren vielfach durch Tartanbahnen ersetzt. LN-Redakteur Uwe Krog (vorn) erinnert sich.

Wie vor über 40 Jahren: LN-Redakteur erinnert sich

„Wir brauchen endlich eine Entscheidung, um handeln zu könnenAdelbert Fritz Vereinsvorsitzender

Allerdings nimmt die Stadt nach diesen Berechnungen bei einer Verlagerung des Sportplatzes aus dem Verkauf der dann frei werdenden erschlossenen Grundstücke am Bischofsteicher Weg mehr als sechs Millionen und aus dem Verkauf von noch unerschlossenem Bauland noch einmal drei Millionen Euro ein.

Die Schule und der Sportverein Preußen Reinfeld sprechen sich einhellig für den Verbleib am alten Standort aus. Namentlich Adelbert Fritz als Vereinsvorsitzender drängt seit Jahren auf eine Sanierung der Leichathletikanlagen und auf einen Kunstrasenplatz für die Fußballer. Doch die Politik hat sich mit einer Entscheidung derartig viel Zeit gelassen, dass der Verein erst vor wenigen Tagen in einem offenen Brief ein Ultimatum stellte, gleichwohl ohne die Konsequenzen zu nennen, wenn bis Ende März keine Lösung gefunden sei.

Im Sozialausschuss haben jetzt die Reinfelder Lokalpolitiker das Thema einmal mehr aufgegriffen. Wählerintiative und Grüne stellten ähnliche Anträge auf den Verbleib am derzeitigen Standort (LN berichteten). Mit Argumenten wie dem fehlenden finanziellen Vorteil bei einer Verlagerung, mit der Bereitstellung optimaler Bedingungen für das Sportprofil der Immanuel-Kant-Schule, mit dem Erhalt der Sportgaststätte als Punkt des sozialen Zusammenseins neben oder nach dem Sport, mit der Vermeidung möglicher Interessenkonflikte zwischen Sport und Umweltschutz – und letzlich mit dem Argument der kürzeren Wege für die Schüler im Unterricht.

Doch Sozial- und Christdemokraten zeigten sich einmal mehr zögerlich mit einer Grundsatzentscheidung. Sozialdemokrat Lasse Karnatz, der nach eigenem Bekunden große Teile seiner Kindheit auf dem Platz am Bischofsteicher Weg verbracht hat, will mit seiner Fraktion erst noch einmal beraten.

Zu kurzfristig seien die Berechnungen der Verwaltung vor dieser Sitzung eingegangen. Zudem frage er sich, ob die Anwohner in der Jahnstraße bei einem Verbleib des Sportplatzes an alter Stelle tatsächlich eine drei Meter hohe Lärmschutzwand haben wollten. Ähnlich riet Christdemokrat Christian Röhr, noch zu warten. Ihm erscheinen die vorgelegten Zahlen noch nachbesserungswürdig. Sein Parteifreund Klaas Franzen schließlich plädierte dafür, dass sich auch andere Ausschüsse mit den aktuellen Vorschlägen befassen sollten.

Für den Vereinsvorsitzenden eine weitere Geduldsprobe. „Es muss eine Entscheidung getroffen werden“, sagte Adelbert Fritz. „Damit wir endlich mal in die Füße kommen.“ Sozialdemokrat Lasse Karnatz versprach immerhin: „Bei der Stadtverordnetenversammlung am 14. Dezember wird sich etwas tun.“

Den Reinfelder Sportplatz kenne ich noch aus dem Jahr 1969. Damals richteten die Reinfelder Preußen an einem Sonntagmorgen ein Sportfest aus. Mit dem Fahrrad bin ich von Oldesloe hingefahren. Das war zwar unbequemer, als von Vaddern mit dem Auto gebracht zu werden, aber es

hatte den Vorteil, dass mein Kreislauf beim Start schon in Schwung war. Deshalb kam ich als Erster ins Ziel vor meinem ärgsten Konkurrenten, der gerade erst träge aus Papas Wagen gestiegen war.

Deshalb die gute Erinnerung an diese Laufbahn, an der sich seither nichts verändert hat.

Inzwischen ist der Schotter noch unterschiedlicher verteilt, hat sie noch mehr unterschiedlich harte und weiche Stellen und Dellen, die den Laufrhythmus stören. Damals war die Bahn gerade fünf Jahre alt. Die Preußen hatten ein fast gleichwertiges 400-Meter-Oval wie die Oldesloer. Aber die VfLer waren wenige Jahre später wesentlich besser dran, als die Stadt ihnen eine Tartan-Bahn gebaut hatte. Ebenso war es in Bargteheide und in Lübeck allemal.

Nur in Reinfeld streift der Blick des Läufers immer noch über dasselbe rötliche Granulat wie vor mehr als 40 Jahren. Lange schon haben die Preußen etwas Besseres verdient.

 Uwe Krog

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