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Stormarn Saubere Trennung: Abfallentsorgung wird günstiger
Lokales Stormarn Saubere Trennung: Abfallentsorgung wird günstiger
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21:16 23.10.2013
Klare Trennung der Abfälle: Hier bestückt Lea Meincke die Biotonne mit entsprechendem Abfall. Bei ihr zu Hause wird der Biomüll immer in Zeitungspapier eingeschlagen, bevor er in der Tonne landet. Quelle: kks
Bad Oldesloe

Stormarner, die ihren Müll besser trennen, sollen Geld sparen können: Das ist das Ziel, das die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) mit dem neuen Entgeltsystem für das kommende Jahr anstrebt. Dabei gilt auch, dass Einnahmen, die die AWSH durch den Verkauf von gesammeltem Altpapier und Schrott sowie Altmetallen verbuchen kann, an die Kunden weitergegeben werden. Die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses beraten heute zum ersten Mal über das neue Tarifkonzept, dass das Motto „fair pay“ hat. Endgültig entscheiden darüber muss der Kreistag im Dezember.

„Im ersten Schwung wird es für 60 Prozent der Stormarner Kunden günstiger werden“, prophezeit Olaf Stötefalke, Pressesprecher der AWSH. Im Optimalfall dürften 90 Prozent der Kunden davon profitieren, dass sie korrekter den Müll trennen. „Es wird allerdings auch Fälle geben, wo eine Einsparung nicht mehr gelingt, da sowieso schon die kleinsten Gefäße genutzt werden.“ Eine Restabfallanalyse aus dem Jahre 2010 besagt, dass bisher immer noch rund 40 Prozent der Bioabfälle einfach in der Restmülltonne landen. Auch zehn Prozent der Papierabfälle finden nicht ihren Weg in die getrennte Sammlung, sondern werden in die graue Tonne geworfen. Also insgesamt etwas über 50 Prozent des Inhalts der grauen Tonne gehören gar nicht da hinein. Nicht mitgerechnet andere Wertstoffe wie Glas, Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundstoffe, die ebenfalls anders entsorgt werden müssten. „Das ist ein großes Potential, das wir ernsthaft auffangen wollen.“ Die Trennung besser umzusetzen ist also der wichtigste Aspekt. Erreichen will die AWSH das, in dem sie finanzielle Anreize schafft. Der Gang über das Portemonnaie soll das Umweltbewusstsein der Stormarner Bürger stärken.

Dabei teilt die Abfallwirtschaft Stormarn das Tarifsystem in zwei Teile auf, ein Grund- und ein Leistungssystem. Das Grundentgelt — monatlich 87 Cent pro Grundstück und 99 Cent pro Person, die auf dem Grundstück gemeldet sind — ist zu zahlen für die Leistungen, die durch die Recyclinghöfe, Sperrmüll- und Elektroschrottsammlungen, Kundenberatungen über Internet und das Servicetelefon erbracht werden. „Wenn 100 Personen auf einem Grundstück wohnen, sind das viel mehr Anrufe beim Servicetelefon, als wenn nur eine Person auf einem Grundstück wohnt“, so der Pressesprecher.

Über das Leistungssystem wird abgerechnet, welche und wie viele Tonnen genutzt werden. Während sich an der Stellschraube zum Grundentgelt nicht drehen lässt, bleibt beim Leistungsentgelt nach Ansicht der AWSH viel Spielraum. „Wir wollen eine gerechtere Verteilung der Kosten“, so Stötefalke. Neu ist dabei auch, dass das Mindestbehältervolumen pro Kopf und Woche um die Hälfte gesenkt wird: von derzeit zehn Liter auf fünf.

Ein Rechenbeispiel: Ein Drei-Personen-Haushalt, mit einer 60-LiterBio- und einer 60-Liter-Restabfalltonne zahlt inklusive Papiertonne derzeit 10,56 Euro. Alleine durch die Änderung der Tarife würde dieser Haushalt 2014 nur noch 9,85 Euro zahlen. Ändert der AWSH-Kunde das Volumen der Rest- und Biomülltonne auf je 40 Liter (Leerung alle zwei Wochen), werden laut Tarifrechner nur noch 6,79 Euro fällig. Wie genau sich Kosten sparen lassen und was das für Auswirkungen hat, können die Kunden der AWSH mit dem Tarif-Rechner im Internet (siehe Infokasten) auch selbst ausrechnen.

Gutgeschrieben werden ihnen beim Grundentgelt (monatlich 87 Cent pro Grundstück) jeweils 19 Cent sowie 53 Cent pro gemeldeter Person (monatlich 99 Cent). Damit beteiligt die AWSH die Kunden an den Erlösen, die durch den Verkauf der Wertstoffsammlung zustande kommen. „Der Kunde trägt schließlich dazu bei“, so Stötefalke, dass diese diese Wertstoffe verkauft werden können. „Wir sind gespannt, welche Behälterbewegungen das neue System mit sich bringt.“ Im ersten Quartal 2014 berechnet der Abfallentsorger deshalb einen Behälterwechsel nicht. Normalerweise kostet der zehn Euro.

Die Sitzung des Kreis-Umweltausschusses beginnt heute um 18 Uhr im Sitzungsraum D 132.

Tarifrechner der AWSH
Wie der eigene Tarif nach der neuen Entgeltregelung ab 2014 aussieht, das kann jeder Kunde am Computer selbst ausrechnen: Auf der Internetseite www.awsh.de steht dieser ab sofort kostenlos zur Verfügung. Jeder Kunde kann hier unverbindlich durchrechnen, wie sich seine Kosten reduzieren lassen. Für ein persönliches Gespräch steht das Beratungsteam der AWSH unter dem kostenlosen Servicetelefon 0800/297 40 01 zur Verfügung.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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