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Stormarn Schadehorner ärgern sich über Schäden an ihren Straßen
Lokales Stormarn Schadehorner ärgern sich über Schäden an ihren Straßen
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11:19 22.06.2017
Ortstermin in Schadehorn: Bürgermeister Jörg Lembke (r.) ließ sich von den Einwohnern erzählen, wo der Schuh drückt. Begleitet wurde er vom Baubetriebsleiter und dem Sachbereichsleiter Tiefbau. Quelle: Fotos: D. Von Dahlen
Schadehorn/Bad Oldesloe

Da staunte der Busfahrer nicht schlecht, als er so viele Menschen an der Haltestelle im kleinen Schadehorn antraf. Die dort versammelte Gruppe hatte aber mitnichten vor, einzusteigen, handelte es sich doch um Einwohner, die dem Oldesloer Bürgermeister von ihren Problemen im Ort berichten wollten. Und so entfernte sich der Mann freundlich verabschiedet in Richtung Seefeld.

Bürgermeister nahm Kritik und Anregungen aus Oldesloer Ortsteil zu Protokoll.

Diese Episode lieferte aber ein Stichwort für die Aufgabenliste von Jörg Lembke, der am Dienstagabend die zweite Station seiner angekündigten Tour durch die Ortsteile absolvierte. Für den öffentlichen Nahverkehr ist er zwar nicht zuständig, dennoch nahm er auch die Kritik an der Busroute zu Protokoll. „Er fährt von hier aus nach Seefeld und an Schadehorn vorbei ganz leer nach Bad Oldesloe zurück. Das ist doch vergeudete Kapazität. Dabei könnte er doch Fahrgäste in diese Richtung mitnehmen“, sagte Matthias Rohde von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO). An der Endhaltestelle seien aber alle gezwungen auszusteigen. Lembke versprach, sich bei den Verkehrsbetrieben zu erkundigen.

Wie in Seefeld stellten auch bei diesem Ortstermin die stark zerfahrenen Straßen das größte Ärgernis dar. Beim Rundgang nahm Lembke die ausgefransten Fahrbahnränder und andere Schäden in Augenschein.

„Bei uns gibt es so tiefe Schlaglöcher, dass Kinder auf dem Fahrrad in Gefahr sind“, berichtete Annelie Strehl. Zwar handele es sich um eine Kreisstraße, aber für die Schulwegsicherung sei eindeutig die Stadt zuständig.

Heiko Sturmann mahnte an, dass die Banketten über die Jahre sträflich vernachlässigt worden seien. „Da muss man ehrlich sein und zugeben, was die Gemeinde verschuldet hat“, sagte er in Hinblick auf die kontrovers diskutierten Ausbaubeiträge. Wie berichtet, hatte die Oldesloer Verwaltung angekündigt, dass Anwohner der maroden Straßen in den Ortsteilen zu 85 Prozent an den Kosten der Sanierung beteiligt werden sollten. Im April war bereits darüber kontrovers im Bau- und Planungsausschuss diskutiert worden. Sturmann gab wie andere Schadehorner zu bedenken, dass die neue Landesregierung davon abgerückt sei, die Kommunen künftig zur Erhebung solcher Umlagen zu verpflichten.

„Da wäre ich aber vorsichtig“, sagte Lembke. Bad Oldesloe leide unter einem hohen strukturellen Defizit. Insofern könne es sich die Stadt gar nicht leisten, auf Ausbaubeiträge zu verzichten. „Das Land macht sich einen schlanken Fuß und kann viel versprechen“, erklärte der Bürgermeister. Die Halbwertzeit einer Straße liege nun einmal bei 40 Jahren. Was in der Vergangenheit geschehen sei, könne er im Übrigen nicht ändern. Von jetzt an sei geplant, der Pflege der Verkehrswege auch in den Ortsteilen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Verbesserungen soll es Lembke zufolge ebenfalls beim Winterdienst geben. Auch bei Schnee und Eis müsse für die Sicherheit in den Randgebieten der Stadt gesorgt werden.

Ob Hannahs Wunsch in Erfüllung geht, ist jedoch ungewiss. „Bekommen wir einen Spielplatz in Schadehorn?“, wollte die Achtjährige vom Stadtoberhaupt wissen. „Schaun wir mal“, meinte Lembke.

 Dorothea von Dahlen

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