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Stormarn Scharfe Gefechte bei Preußen Reinfeld
Lokales Stormarn Scharfe Gefechte bei Preußen Reinfeld
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18:19 30.04.2016
Sportliche Reinfelder: Die Florettfechter des Vereins zeigten den Mitgliedern eine Kostprobe ihres Könnens. Quelle: Fotos: Oda Rose-Oertel

Bei der Jahreshauptversammlung des SV Preußen Reinfeld in der Mensa der Immanuel-Kant-Schule ging es hoch her. Der Verein drängt auf eine Entscheidung der Stadt zum Thema Sportanlagen.

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Sportverein drängt die Stadt zum Handeln: Sportstätten „verrotten“.

„Ist das ein Spielen auf Zeit?“ Nach dieser provokanten Frage des Vereinsvorsitzenden Adelbert Fritz an Bürgermeister Heiko Gerstmann (SPD) herrschte für einen Moment regungslose Stille unter dem gut 80 Mitgliedern im Saal. Das heiß diskutierte Thema des Abends war die Sanierung oder Verlegung der Sportanlagen. Der Verein sieht die Stadt in der Pflicht.

Diese hatte im vergangenen Jahr eine Masterarbeit an der Fachhochschule Lübeck in Auftrag gegeben, die die in Frage kommenden drei Standorte für die Reinfelder Sportanlagen miteinander vergleichen sollte. Doch nun die große Enttäuschung: Ein Kostenvergleich fehlt. „Die Masterarbeit ist für uns ausgesprochen ernüchternd, sie hat uns nichts gebracht“, brachte das Bürgermeister Gerstmann in seinem Grußwort knapp auf den Punkt. „Wir müssen gemeinsam sehen, wie wir weiter vorgehen.“ Für den Verein aber scheint das Maß jetzt voll zu sein.

„Wir haben das Gefühl, dass hier auf Zeit gespielt wird“, erklärte Adelbert Fritz den LN am Rande der Versammlung. „Ziel war eine Standortentscheidung bis zum Sommer 2015. Es hat sich nichts getan.“

Im Übrigen bringe die Masterarbeit klar den Standortvorteil Bischofsteicher Weg zum Ausdruck — hinsichtlich Städteentwicklung, Schule und Gesellschaft. Sowohl der Verein als auch der Bürgermeister plädieren ebenfalls für den Erhalt des alten Standortes unter der Voraussetzung von Sanierungs- und Lärmschutzmaßnahmen. „Für uns ist das eigentlich ein klares Ergebnis“, sagt die zweite Vereinsvorsitzende Etha Harder. „Wir sind mit den Schulen im Gespräch. Für das Sportprofil müssen die Schüler der Immanuel-Kant-Schule nach Bad Oldesloe“, klagte sie. Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Langer mahnt: „Die Dörfer haben uns zum Teil schon überholt. Wir haben allein 20 Fußballmannschaften und brauchen endlich einen Kunstrasenplatz.“

Die Stadt habe eine Daseinsfürsorge, betont Fritz. Dass andere Projekte ebenfalls wichtig seien, stelle er nicht in Frage. „Aber irgendwann ist auch die Sanierung der Sportstätten dran. Das ist auch ein wesentlicher Faktor für Neubürger.“ Die Anlagen rotteten derweil vor sich hin. „Wenn wir keinen Druck machen, passiert nichts“, machte der Vorsitzende seinem Unmut Luft. Der kontinuierliche Mitgliederrückgang auf unter 2000 (von mehr als 2500 im Jahr 2004) sei teilweise darauf zurückzuführen. Heiko Gerstmann hatte eine undankbare Rolle. Vergeblich versuchte er erneut, Verständnis für die Stadt Reinfeld zu wecken: „Wir haben viele große Projekte wie den Umbau des Rettungszentrums, die Sanierung der Matthias-Claudius-Schule, die Bahnhofsbrücke. Wir können aber nicht mehr Geld ausgeben als wir haben.“ Zwar rang er sich mit den Worten „Wir stehen im Wort, dass wir entscheiden müssen“ ein klares Bekenntnis ab, doch das schien die Mitglieder nicht zu überzeugen. Besonders viel Kritik musste Gerstmann für den geplanten 400000 Euro teuren Bau eines Fußwegs mit Treppe und Fahrstuhl vom Claudiushof zum Rathaus einstecken. Aufgrund der Zuschüsse von Bund und Land zahle die Stadt Reinfeld lediglich 130000 Euro dazu, betonte Gerstmann. Das verleitete ein Mitglied zu der mit Beifall quittierten Aussage: „Die Stadt hat die Sportanlagen noch nie mit 130000 Euro gefördert. Da würden wir gerne drauf zurückgreifen.“

Wiedergewählt

Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Turnusmäßig schied die erste Kassenprüferin Christa Steffen aus, zu ihrem Nachfolger wurde einstimmig Ulli Radde gewählt. Zu den geehrten Mitgliedern gehörten Lothar David und Andreas Rohweder für 50 Jahre Mitgliedschaft, sie erhielten die Ehrennadel in Gold sowie eine Urkunde. Der Jüngste unter den Geehrten war der elfjährige Nick Gutzeit. Aufgrund seiner Erfolge im Tischtennis (1. Platz Bezirksrangliste) durfte er eine süße Ehrengabe sowie eine Urkunde mit nach Hause nehmen.

Von Oda Rose-Oertel

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