Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Schild abmontiert: Radfahrer müssen jetzt auf die Straße

Badendorf Schild abmontiert: Radfahrer müssen jetzt auf die Straße

Das Schild wurde vom Kreis abgebaut. „Nun müssen Radler mitten in einer von Lübeck kommenden scharfen Linkskurve auf die rechte Straßenseite wechseln“, klagt der Bürgermeister von Badendorf Volker Brockmann. Er will, dass Radler innerorts durchgängig den Fußweg benutzen dürfen. 

Voriger Artikel
Rekordverdächtig: 20 Jahre Klimaschutz-Programm in Stormarn
Nächster Artikel
Pferdemist sorgt für Gasalarm

„Warum nur“, fragt Bürgermeister Volker Brockmann, „müssen die Radfahrer am Badendorfer Ortseingang auf die Straße?“ Es sollte ihnen freigestellt sein, wo sie fahren.

Quelle: Fotos: Uwe Krog

Badendorf.  Bislang ließ ein kleines weißes Schild mit der schwarzen Aufschritt „Radfahrer frei“ das zu. Doch das Schild wurde abmontiert.

LN-Bild

Bettina Albrod redaktion.stormarn@ln-luebeck.de

Quelle:

„Stormarn geht da zu rigoros vor.“ Volker Brockmann, Bügermeister

„Nun müssen sie mitten in einer von Lübeck kommenden scharfen Linkskurve auf die rechte Straßenseite wechseln“, klagt Brockmann. Er überlegt schon, ob er durch „nicht so schlechte Kontakte nach Lübeck“ die Behörde in der Hansestadt dafür gewinnen könnte, noch vor Stormarns Kreisgrenze ein Radfahrweg-Schild aufzustellen. Vor allem den Kindern, die Lübecker Schulen besuchen, will er die Überquerung der Durchgangsstraße auf dem Heimweg ersparen.

Seit Monaten schwelt der Streit um abmontierte Radwegschilder, die der Kreis Stormarn entfernen ließ, weil die Straßenverkehrsordnung das nach einer Klage von Radfahrern vorschreibt. Radfahrer dürfen nur bei besonders gefährlichen Verkehrslagen und übermäßigem Verkehrsaufkommen auf Radwege ausweichen. „Aber Stormarn ist ohne Augenmaß und Prüfung der Einzelfälle vorgegangen“, sagt Brockmann.

Andere Kreise und Städte machten da erst gar nicht mit.

Der Badendorfer Bürgermeister und sein Klein Wesenberger Amtskollege verweisen auf die auf Lübecker Seite noch stehenden blauen Radwegeschilder. Doch Lübecks Fahrradbeauftragter Nils Weiland sieht auch für die Hansestadt die so genannte „Radwegebenutzungspflicht“ nach und nach entfallen. In Lübeck seien erst gerade mal zehn Prozent davon befreit. Das liege aber an der immer sehr umfangreichen Prüfung, bevor ein Schild entfernt werde. „Und weil wir sehr viele Radwege haben, dauert das Verfahren eben länger.“ Zudem verweist der Fahrradbeauftragte auf Studien, die belegen, dass Radler auf Radwegen besonders an Einmündungen gefährdet seien, weil sie von Autofahrern oft übersehen würden. „Das subjektive Gefühl der Sicherheit auf dem Radweg täuscht“, sagt Weiland.

Ein Argument, das Hans-Jürgen Zimmermann, bei Stormarns Verkehrsaufsicht für Schilder und Geschwindigkeitsregulierung zuständig, ebenso aufgreift, wenn es um Rad- und Fußwege geht. Erst kürzlich habe es wieder einen Fall gegeben, bei dem ein abbiegender Lastwagen einen auf dem Seitenstreifen fahrenden Radfahrer nicht wahrgenommen habe. „Wäre der auf der Straße gefahren, hätte ihn der Fahrer des Lastwagens mit Sicherheit gesehen.“

Zudem führt er den fehlenden Fahrradweg zwischen dem Reinfelder Kalkgraben und dem Beginn der städtischen Bebauung auf der Bundesstraße 75 in Reinfeld als Argument an. Dort, wo Radfahrer und Fußgänger die Straße gemeinsam mit dem Autoverkehr nutzten, könne er sich in den vielen Jahren seiner Tätigkeit nicht an einen Unfall mit Fahrradfahrern erinnern. „Weil die besser gesehen werden.“

Dem Badendorfer Anliegen räumt Zimmermann kaum Chancen ein. „Da handelt es sich um einen gegenläufigen Gehweg. Den geben wir grundsätzlich nicht frei.“ Stattdessen, schlägt er vor, könnten Radfahrer an der Ortsgrenze von Badendorf absteigen und das Fahrrad Richtung Ortsmitte schieben, bis die Straße einsehbar ist.

Jeden einzelnen Weg im Kreis habe seine Behörde angeschaut und dann nach den gesetzlichen Vorgaben entschieden – in Absprache mit Polizei, mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, mit Ämtern und Gemeinden. Zudem wolle der Kreis auch möglichen Klagen aus dem Weg gehen. Die Behörde im benachbarten Herzogtum Lauenburg habe das öfter erlebt. „Als wir das mitbekamen, haben wir in Stormarn die Reißleine gezogen“, so Zimmermann.

 Uwe Krog

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Sollten die Weihnachtsmärkte länger geöffnet haben?

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und vieles mehr in Lübeck und Umgebung.

TSV Trittau

Alles zu den Badminton-Stars beim TSV Trittau.

Zweiter Weltkrieg

Dieses Dossier beschäftigt sich mit der Situation in Stormarn während des Zweiten Weltkriegs.