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Stormarn Schlange stehen bei WC-Sanierung
Lokales Stormarn Schlange stehen bei WC-Sanierung
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22:20 12.06.2017
Angeliki Claussen, Leiterin der Carl-Orff-Schule in Bargteheide: Dort beschweren sich die Eltern schon lange über die Schultoiletten. Quelle: Foto: Ba

Im Mai endete die Frist, bis zu der die Schulträger sich um Fördermittel aus einem Sofortprogramm des Landes zur Sanierung von Sanitärräumen in Schulen bewerben konnten. Insgesamt stehen laut einer Mitteilung des Bildungsministeriums den Kommunen 2017 einmalig zehn Millionen Euro für die Sanierung zur Verfügung. Das Ministerium hat eine entsprechende Förderrichtlinie entworfen, um eine zügige Umsetzung des Programms zu gewährleisten. 14 Örtchen aus Stormarn haben es auf die vorläufige Förder-Liste geschafft, viele gehen leer aus, denn die Nachfrage ist groß. Noch ist die Entscheidung allerdings nicht endgültig: Die Prüfung der Anträge, die es bisher auf die Förderliste geschafft haben, steht noch aus.

„Die Verteilung ist nach dem Windhundprinzip erfolgt, also nach der Reihenfolge der Eingänge der Anträge“, sagt Joachim Teschke, Kämmerer in Bargteheide. „Um Mitternacht ging es los. Unser Antrag war gleich am ersten Tag da, aber die Wahrscheinlichkeit einer Förderung geht gegen Null.“ Zu viele Anträge waren vorher schon eingegangen. In Bargteheide waren insgesamt sechs Projekte für eine Förderung angemeldet worden. „Das wird jetzt verschoben“, sagt Teschke. „Nur die Carl-Orff-Schule wird in den Sommerferien unabhängig von einer Förderzusage saniert.“ Hier hatte es immer wieder Elternproteste wegen der unhaltbaren Zustände in den Schultoiletten gegeben. Das Geld dafür stehe im Topf für den baulichen Unterhalt bereit.

Bad Oldesloe hat teilweise eine Förderung zugesagt bekommen. „Der Schulverband, an dem die Stadt zu 50 Prozent beteiligt ist, hat Fördermittel für die Masurenwegschule bekommen, die Stadt Bad Oldesloe nicht“, teilt Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke mit. „Wir hatten die Heinrich-Vogler-Halle und die Theodor-Storm-Schule für eine Förderung vorgesehen. Jetzt werden wir eingeschränkt sanieren und hoffen, dass das Programm 2018 neu aufgelegt wird.“ Das sei für die Stadt eine Enttäuschung, aber aus eigenen Mitteln könne bei der gegenwärtigen Haushaltslage nicht saniert werden, so Lembke. Ahrensburg ist mit 80 000 Euro Förderung dabei. „Im Schulzentrum Heimgarten ist wegen Legionellenbefalls eine Sanierung der Sanitäranlagen für über eine Million Euro nötig“. erklärt Thorsten Jahncke, Sprecher der Stadt Ahrensburg. „Da zählt jede Fördersumme.“ Die Sanierung der über 40 Jahre alten Wasserleitungen solle möglichst bald beginnen. Die Halle bleibt solange geschlossen.

In Reinfeld gibt es keine Förderzusage. „Das Programm hatte um Mitternacht begonnen und war um 7 Uhr schon überzeichnet“, bedauert Bürgermeister Heiko Gerstmann. „Wir hätten gerne Projekte angemeldet, aber das ging wegen des Interims-Haushalts noch nicht. Die Toiletten der Matthias-Claudius-Schule werden saniert, aber das erstreckt sich über Jahre.“ Die Immanuel-Kant-Schule sei dagegen noch relativ neu. „Das Problem ist nicht das Alter der Sanitäranlagen, sondern das Verhalten der Nutzer“, sagt Gerstmann weiter. Er hoffe, dass das Programm von der neuen Regierung neu aufgelegt werde. „Der Bedarf ist groß.“ Der Kreis, Träger der beruflichen Schulen sowie der Woldenhorn-Schule in Ahrensburg, hatte sich nicht um Fördermittel beworben. „Wir prüfen gerade den Zustand der Sanitäranlagen, um dann 2018 Mittel anzumelden, falls Sanierungsbedarf festgestellt wird“, erklärt Stefan Brockmöller, Fachdienstleiter zentrale Gebäudewirtschaft beim Kreis.

„Aus Stormarn wurden insgesamt 14 Antragsteller auf die Liste gesetzt“, teilt Thomas Schunck, Sprecher des Bildungsministeriums in Schleswig-Holstein, mit. „Das bedeutet aber noch keine Zusage. Falls die Antragprüfung ergibt, dass jemand nicht förderberechtigt ist, rückt der nächste nach.“ Innerhalb der Kreisbudgets würden die Mittel grundsätzlich nach dem Eingang der Anmeldungen verteilt. „Die Erfassung des Eingangs erfolgte sekundengenau. Insgesamt werden die Programmmittel auf die Kreise und kreisfreien Städte im Verhältnis zu der Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die die in ihrem Zuständigkeitsbereich liegenden Schulen im Schuljahr 2015 /2016 besuchten, aufgeteilt.“

Die Hoffnung auf eine Neuauflage des Programms scheint unerfüllt zu bleiben. „Laut Richtlinie endet die Laufzeit für dieses Programm am 31. Dezember 2017“, sagt Schunck.

14 Antragsteller stehen auf der vorläufigen Förderliste

Für eine Förderung vorgesehen, für den Fall, dass alle Bedingungen erfüllt werden, sind: Grundschule Mollhagen, Schule am Masurenweg in Bad Oldesloe, Schulzentrum Am Heimgarten in Ahrensburg, beide Grundschulen in Großhansdorf, Grundschule Alte Alster in Bargfeld-Stegen, Grundschulen Hoisbüttel und Bünningstedt in Ammersbek inklusive Sporthalle, Grundschule Soltausredder in Barsbüttel plus Sporthalle sowie die Grundschulen Tannenweg und Wiesenfeld in Glinde mit dem Schulzentrum.

 Bettina Albrod

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