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Schnelle und sichere Hilfe aus dem Container

Bad Oldesloe Schnelle und sichere Hilfe aus dem Container

Der Löschzug Gefahrgut des Kreises möchte besser für den Ernstfall gewappnet sein. Deshalb schlägt er die Anschaffung eines Dekontaminations-Containers vor. Kostenpunkt 550 000 Euro.

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Gearbeitet wird mit einem Gebläsefilteranzug. Er schützt vor Chemikalien sowie anderen Gefahrstoffen und ist wiederverwendbar.

Bad Oldesloe. Die Unsicherheit fährt immer mit: Werden Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr zum Einsatz gerufen, ist anfangs oft unklar, ob auch gefährliche Stoffe oder Güter eine Rolle spielen. Stoffe, die nicht nur den Verletzen gefährden, sondern auch Retter oder Ersthelfer. Um sehr schnell auf Kontaminationen reagieren zu können, wünscht sich der Löschzug Gefahrgut (LZ-G), eine Einheit des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn, deshalb einen Dekontaminations-Container. Der kostet etwa 550 000 Euro inklusive Fahrzeug.

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Im Container kann liegend aber auch stehend abgeduscht werden.

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Vorbild ist für Claus Havemann, den Leiter des LZ-G, das Land Nordrhein-Westfalen, das flächendeckend Dekontaminations-Container für die Feuerwehren angeschafft hat. Auch in Lübeck werde über den Erwerb eines Container nachgedacht, sagt Havemann, „uns schwebt eine Gemeinschaftsanschaffung vor. Dann könnte die Anschaffung günstiger werden und wir könnten uns ergänzen.“

Mit den Containern lässt sich im Ernstfall extrem schnell handeln. „Ich brauche nur vier Personen, um die Station aufzubauen“, erklärt Havemann. Das Zelt, das der LZ-G heute für den Einsatzfall vorhält, müssen dagegen 18 Personen aufbauen. Ungefähr eine Dreiviertelstunde brauchen die Feuerwehrleute, damit die Zeltstadt mit Wasseraufbereitung und Duschen steht. Der Dekontaminations-Container, so Havemann, sei nach zehn Minuten einsatzfähig. In Zeiten, in denen tagsüber immer weniger Feuerwehrleute erreich- und einsetzbar sind, ein großer Gewinn.

Wichtig ist, dass der Gefahrstoff vom Körper kommt. Nicht nur bei den Verletzten. Auch bei den Ersthelfern, den Rettern und Feuerwehrleuten. „Die sind alle ungeschützt, die laufen blind da rein“, weiß Havemann. Er kennt die Verunsicherung bei den Einsatzkräften. Gerade erst habe es wieder eine solche Situation in Bargteheide gegeben. Bei einem Suizid sei zunächst unklar gewesen, ob die Person Flusssäure benutzt hat. Zehn Personen hatten Kontakt mit dem Verletzten. Der Löschzug Gefahrgut war zur Stelle, musste aber niemanden dekontaminieren. „Die Menschen konnten zum Duschen ins Freibad gehen“, so der Leiter des LZ-G, „aber es gab eine massive Verunsicherung.“

Dieserart Einsätze gebe es viele, sie würden aber nicht immer bekannt, berichtet Havemann, der mit seinem Team in derlei kritischen Situationen zur Stelle ist. Etwa bei Industriebränden, bei denen die Helfer mit Ruß bedeckt werden, dessen Inhaltsstoffe meist nicht bekannt, im Zweifel aber gefährlich sind. Oder bei Unfällen, bei denen gefährliche Stoffe ins Freie gelangen.

Den kontaminierten Personen will Havemann mit modernster Technik schnell helfen. „Wir haben eine Hilfsfrist von 40 Minuten, müssen als innerhalb von 40 Minuten am Einsatzort sein“, sagt er, „aber meine Leute kommen aus dem gesamten Kreis Stormarn. Die müssen auch alle anfahren. Eine schnelle Installation des Containers wäre eine Hilfe.“

Die könnte aus Remscheid kommen. Dort sitzt das Unternehmen Dönges, das den so genannten Abrollbehälter AB V—Dekon entwickelt und in Nordrhein-Westfalen vertrieben hat. Zu dem Container gehört auch Schutzkleidung, ein Gebläsefilteranzug, der gasdicht isoliert ist. Durch ihn geschützt, können die Mitglieder der Einheiten des Löschzuges Gefahrgut den Menschen helfen. „Solche Schutzausrüstung haben wir nicht, wir müssten improvisieren“, sagt Havemann, „wir versuchen das Innenministerium für eine flächendeckende Lösung auf den Pfad zu bekommen“, so Havemann.

Für seinen Gefahrgut-Löschzug versucht der Chef jetzt Mittel direkt beim Kreis einzuwerben, schließlich ist der Träger des Löschzugs Gefahrgut. Vielleicht hilft ihm die Tatsache, dass auch die Feuerwehrkollegen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg und Lübeck das Konzept verfolgen. So große Anschaffungen seien aber überall eine Geldfrage, weiß der Bereitschaftsführer.

Der Kreis jedoch hält sich bedeckt. Die Wünsche des LZ-G sind dort bekannt, wurden aber noch nicht diskutiert.

Der AB V-Dekon
Dem Container vorgeschaltet ist ein Schnelleinsatzzelt. Hier werden die Verletzten erst einmal entkleidet, die Wunden versorgt und gegebenenfalls eine Vordekontamination gemacht.

Über zwei Rollentransportsysteme werden die Verletzten, die auf so genannten Spinboards liegen, dann in die Duschen gerollt, die im Container untergebracht sind. Dahinter schließt sich ein zweites Zelt an, in dem die Verletzten je nach Verletzungsgrad entweder behandelt oder dem Rettungsdienst übergeben werden.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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