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Stormarn Schnelles Internet für alle Reinfelder
Lokales Stormarn Schnelles Internet für alle Reinfelder
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06:00 20.01.2019
René Krolow (CDU, v.l.) und Carsten Hartung, Regio-Manager der Telekom, freuen sich über die flächendeckende Internet-Versorgung der Reinfelder. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

 Es klingt rekordverdächtig: „Fast 90 Prozent aller Reinfelder haben schnelles Internet“, freut sich René Krolow (CDU). Der Stadtverordnete der Partei hat den Breitbandausbau in der Karpfenstadt maßgeblich mit vorangetrieben. Damit habe seine Partei ein Wahlversprechen eingelöst. „Speed up Reinfeld“ nannten die Christdemokraten bei der Kommunalwahl 2018 eines ihrer Stadtentwicklungsziele und meinten damit den Breitbandausbau in der Stadt. „Wir wollten jedem Reinfelder schnelles Internet ermöglichen“, sagt Krolow. Das ist anscheinend gelungen.

Die Ist-Aufnahme sei der erste Schritt gewesen. „Wo stehen wir? Wo haben wir schnelles Internet? Wo fehlt es noch? Das mussten wir zunächst ermitteln“, sagt der Reinfelder Stadtpolitiker, der als IT-Manager in Hamburg arbeitet. Mit der Telekom und den Vereinigten Stadtwerken habe er zunächst Kontakt aufgenommen. Die Vereinigte Stadtwerke Media GmbH hatte 2017 begonnen, das Glasfasernetz in Reinfeld auszubauen. „Einige Bereiche sind mit Glasfaser ausgebaut, aber nicht alle, weil dazu eine Abschlussquote von 35 Prozent der Bevölkerung nötig ist, damit sich der Ausbau lohnt“, sagt Krolow. Im Gewerbegebiet Reinfeld/Stubbendorf ist der Breitbandausbau laut Angaben der Stadtwerke in Betrieb.

Mindestquote nicht erreicht

Im ersten Bauabschnitt südlich der Bahn hat es aber offensichtlich Probleme gegeben. „Hier wurde leider die erforderliche Mindestanschlussquote nicht erreicht. Deshalb können wir kein Datum für den Ausbaustart des ersten Bauabschnitts des zweiten Teils nennen“, heißt es auf der Internetseite der Stadtwerke. Am Schiefen Kamp, in der Voßfelder Straße, Schillerstraße und Lokfelder Straße hätten jedoch einige Kunden einen kostenlosen Hausanschluss erhalten. Der weitere Ausbau sei geplant – etwa am Kalkgraben, in der Hamburger Straße, Messingmühle oder im Alten Garten.

Ein Blick ins Innere: Bevor das Internet durch die Kabel zischt, muss zunächst in das Leerrohr das spätere Glasfaserkabel geblasen werden. Quelle: dpa

„Die Stadtwerke sind etwas in den Hintergrund geraten, weil die Unterschriften fehlten. Dafür hat die Telekom den Ausbau 2018 stark forciert, sodass wir jetzt fast flächendeckend versorgt sind“, sagt René Krolow.

Wo fehlt noch schnelles Internet?

Ein paar Haushalte im Außenbereich von Reinfeld sollen noch nicht mit schnellem Breitband versorgt sein. Da die CDU Reinfeld einen Breitbandanschluss für möglichst alle Bürger ermöglichen möchte, bittet René Krolow die Reinfelder ohne Breitbandanschluss (kleiner als 50 Mbit) an einer Umfrage teilzunehmen. Dazu hat der Stadtverordnete einen QR-Code erstellt. „Wenn wir jetzt feststellen, in Reinfeld fehlt noch ein größerer Bereich, dann wäre es denkbar, dass man bis dorthin Glasfaser legt“, so Krolow.

Wie nutzt man den QR-Code? Eine kostenlose Barcode Scanner-App herunterladen, den Code mit der Kamera des Handys einscannen, und schon landet man auf dem Link für die Umfrage.

„2017 hatten wir 514 Kunden, 2018 haben wir 2606 Kunden in Reinfeld ausgebaut, 2019 sind ungefähr noch mal 600 Kunden dazu gekommen. Das heißt, wir sind jetzt bei 3720 Kunden in Reinfeld, die wir mit schnellem Internet ertüchtigt haben“, sagt Carsten Hartung, Regio-Manager der Telekom. Damit seien etwa 90 Prozent der Reinfelder Haushalte mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde angebunden. „Davon sind sogar 53 Prozent der Haushalte mit 100 Megabit versorgt und 29 Prozent mit 250 Megabit“, sagt Krolow nicht ganz ohne Stolz.

Mit schneller Verbindung durchs Internet

Die Straßen mussten dafür in vielen Fällen nicht einmal aufgebuddelt werden. Anbieter, wie die Telekom, 1&1 und Vodafone nutzen Verteilerkästen an der Straße, die bereits mit Glasfaser verbunden sind. „Vom Verteilerkasten geht es über die alten Kupferleitungen weiter zum Kunden. Der Vorteil: Wir mussten nicht jeden einzelnen Haushalt angraben. Das ist ja auch eine Kostenfrage“, erläutert Hartung. Dadurch, dass die Kupferleitungen jetzt mit Glasfaser verbunden seien, werde deutlich mehr Bandbreite für die angeschlossenen Haushalte angeboten.

Kabel für den Anschluss von Breitband-Internetverbindungen werden in der Erde verbuddelt. Quelle: dpa

Statt herkömmlichen DSL-Anschluss kämen die Reinfelder nun in den Genuss von schnellem VDSL mit Vectoring. Bei dieser Technik wird der Geschwindigkeitsverlust in den Kupferleitungen erheblich verringert. „Damit sind bis zu 250 Megabit möglich, demnächst sollen es sogar 500 Megabit sein. Die Telekom arbeitet unter Hochdruck daran“, sagt René Krolow. Mindestleistung seien zurzeit bei den neuen Anschlüssen 50 Megabit.

Grundsätzlich gilt: Je näher der Verteilerkasten am Haus liegt, desto schneller ist das Internet. Bei den Verteilerstationen selbst liegt die Übertragungsrate durch Glasfaser sogar bei mehr als einem Gigabit pro Sekunde. Ein Haushalt könnte damit 200 Netflix-Filme in hoher Auflösung zeitgleich laden und schauen – nur um eine Vorstellung von der Geschwindigkeit zu bekommen.

Ist Glasfaser überflüssig?

Wenn in Sachen Highspeed-Internet in Reinfeld alles inzwischen so gut läuft – ist dann Glasfaser bis zur Haustür überflüssig? Die Experten verneinen. Die VDSL-Vectoring-Technik sei kein vollwertiger Ersatz. Krolow: „Gerade für Unternehmen ist Glasfaser ein Must-have. Kupfer ist veraltet.“

Für den privaten Gebrauch habe Glasfaser in den kommenden fünf Jahren vielleicht noch keine Priorität. Aber mit Sicht auf die nächsten zehn, 15 Jahre sehe es schon anders aus. „Mit UHD (Ultra High Definition)-TV steigen die Daten drastisch. Hinzu kommen Clouds und Streamingdienste. Dafür müsste man einen Glasfaseranschluss bis in die Wohnung haben“, sagt der CDU-Mann. Glasfaser verspreche mehr Geschwindigkeit und Leistungsreserven. Auch für die Telekom ist die jetzige Verbindung von Glasfaser- und Kupferleitungen laut Hartung nur eine „Zwischenlösung, um erst mal viele Leute mit schnellem Internet versorgen zu können.“

Britta Matzen

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