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Stormarn Schöner Wegwerfen in Bargteheide
Lokales Stormarn Schöner Wegwerfen in Bargteheide
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10:22 09.10.2017
Max (l.) und Leonhard bemalen sorgfältig einen städtischen Abfalleimer – Kinder haben die im Blick, weil sie für sie auf Augenhöhe hängen. Quelle: Foto: Ba
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Bargteheide

Nur weil Müll reinkommt, muss ein Mülleimer nicht wie Müll aussehen: 22 Vorschulkinder zückten am Freitag in Bargteheide die Borstenpinsel, um gemeinsam die ersten elf Mülleimer anzumalen. Der Bauhof hatte sie vorher abmontiert und gesäubert, der VVB weiß grundiert und die Farben besorgt.

Anstoß für die kreative Aktion war vor einem halben Jahr ein Besuch von zwei Kindergruppen bei Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. „Damals haben sich die Kinder über den Müll auf der Straße, die vielen Kippen und die Hundehaufen beschwert“, sagt die Bürgermeisterin. „Ihre erste Aktion, Fähnchen mit der Aufschrift „Kacke, nein danke“ in die Hundehaufen zu stecken, war erfolgreich. Seitdem hat sich die Zahl der Häufchen reduziert.“ Deshalb entstand die Idee, mit einer neuen Aktion für die Benutzung von öffentlichen Abfallbehältern zu sensibilisieren.

Rot, Grün, Gelb, Blau, Braun und Weiß standen als Lackfarben bereit, und immer zwei Minikünstler teilten sich einen Abfalleimer. Die wurden zur Leinwand für alle möglichen Ideen. „Auf unseren Mülleimer wollen wir eine Ritterburg malen“, erklärte Linus mit großzügigem Pinselstrich, während Emily am selben Mülleimer offenbar etwas andere Vorstellungen hatte. Bei Max und Leonhard entstanden ein Zaun und etwas Grünes, was in Richtung Bauernhof deuten könnte. Die Techniken variierten vom Klecks über Linien bis zum sorgfältig gestalteten Motiv. Zwei Mal besuchen die Kinder das VVB-Museum, um die Eimer zu bemalen, danach sollen diese in ihrem Viertel wieder aufgehängt werden.

Andere Stadtteile sollen folgen. „Wir haben allen Kindertagesstätten in der Stadt das Angebot gemacht, sich an der Aktion zu beteiligen“, so Birte Kruse-Gobrecht. „Dadurch werden immer mal einige Abfallbehälter in der Stadt fehlen, aber sie werden ja wieder aufgehängt.“ Bis Ende des Jahres soll die Aktion fertig gestellt sein, eventuell soll es auch eine Ausstellung dazu geben.

„Für uns ist das eine Gelegenheit, den Kindern das Thema Verantwortung pädagogisch näher zu bringen“, ergänzt Erzieherin Andrea Wilhelm. „Das ist zudem eine Aktion, bei der auch Erwachsene von Kindern etwas lernen können.“ Auch könne das Projekt als Kunst im öffentlichen Raum gelten, so Kruse-Gobrecht.

Als Entspannung nach der Malaktion gab es für die Künstler zum Abschluss einen Rundgang durch das Museum des VVB, das sehr anschaulich Gegenstände aus dem dörflichen Alltag Bargteheides vor der Stadtwerdung zeigt. „Wichtig ist auch, dass die Maler ihre Werke signieren“, betont Museumsleiter Klaus Griese. „Man weiß nie, ob später mal jemand ein berühmter Künstler wird.“

 Von Bettina Albrod

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