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Stormarn Schon ein alter Hase auf dem Crosser
Lokales Stormarn Schon ein alter Hase auf dem Crosser
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20:24 24.06.2013
Der Westerauer Tom Leon Schröder (7) beim Motocross-Training: Er gilt als eine talentierte Nachwuchshoffnung in der Branche. Quelle: Fotos: Dorothea von Dahlen

In eine Staubwolke gehüllt braust er heran. Wie ein alter Hase steuert Tom Leon Schröder über den Platz, begleitet vom zornigen Knurren seiner Maschine. Mit Schwung steuert er auf die Rampe zu und hebt für einen Moment in hohem Bogen ab. Routiniert landet er wieder und setzt zur zweiten Runde auf dem Übungsplatz in Westerau an.

Wer den jungen Crossfahrer beim Training beobachtet, würde zunächst nicht darauf kommen, dass er erst sieben Jahre alt ist. Schon lange bevor er eingeschult wurde, machte Tom Leon die ersten Fahrversuche. Damals hatten ihn seine Eltern zum Straßenmotorradrennen nach Tensfeld im Kreis Segeberg mitgenommen. Er durfte eine kleine Yamaha ausprobieren. Anfangs rutschte er schon mal weg, ließ

sich aber nicht beirren. Nach fleißigem und stetigem Training hatte er seine Maschine bald ganz gut im Griff. Vor zwei Jahren trat er dann in den Motocross- und Enduroclub Tensfeld (MCE) ein.

„Springen macht mir am meisten Spaß“, sagt Tom Leon und schnallt seinen Helm ab. Nicht nur sein Kopf, der ganze Körper steckt in einer Schutzhülle. Brustkorb, Armbeugen und Knie sind so gut gepanzert, dass er sich wie ein kleiner Ritter in Rüstung bewegt.

Tom Leons Eltern haben sich schon ganz auf das Hobby ihres Jüngsten eingestellt. Am Wochenende begleiten Jens (49) und Britta Schröder (47) ihn oft zu wichtigen Wettbewerben. Während seiner noch kurzen Rennkarriere hat der Siebenjährige nämlich schon einige Pokale eingeheimst. Er belegte den zweiten Platz beim NMX-Cup auf der ADAC-Motorsportanlage in Tensfeld, wurde Dritter beim Nord-Cup-Lauf in Albersdorf und zuletzt Zweiter beim Nord-Cup, der höchsten Klasse des ADAC im Norden Deutschlands.

„Mein größtes Vorbild ist Ken Roczen“, sagt Tom Leon wie aus der Pistole geschossen. Dieser talentierte Fahrer saß wohl schon mit zweieinhalb Jahren auf einem Crossmotorrad. Er ist der derzeit jüngste Weltmeister in dieser Rennsportart. Für die Saison 2012 wechselte er in die USA, wo er die Ostküstenmeisterschaft mit einem zweitem Platz abschloss.

Der junge Fan aus Westerau traf sein Idol einmal in Tensfeld. „Tom ist eigentlich eher schüchtern. Aber zu Ken Roczen ist er nach dem Rennen gegangen und hat sich ein Autogramm auf das Nummernschild malen lassen“, erzählt Jens Schröder.

Der Vater fühlt sich an seine eigene Rennkarrieren erinnert, wenn er seinem Sohn beim Training zuschaut. Mit etwa 25 Jahren war er selbst stolzer Besitzer einer superschnellen Aprilia RS 250. „Ich bin damit am Hockenheimring, in Belgien und Tschechien gestartet“, erzählt er und schaut liebevoll zu Ehefrau Britta hinüber. Denn ihr hatte er damals so manchen Adrenalinkick zu verdanken. „Ja, ich habe ihm das Motorrad heimlich gekauft. Wir hatten es bei Freunden in der Garage versteckt, damit es eine Überraschung blieb“, erzählt sie. Als ihr Mann das Tor öffnete, konnte er sein Glück kaum fassen.

So wird es vermutlich auch Tom Leon gehen, wenn er im nächsten Jahr alt genug für eine stärkere Maschine ist. Der junge Cross-Pilot hat nämlich noch viel vor. Derzeit ist er auf einem Automatik-Crossrad mit 50 Kubik Hubraum unterwegs, Ende 2014 kann er in eine höhere Klasse wechseln und dann auch endlich schalten lernen.

Derzeit belegt Tom Leon Platz drei der norddeutschen Meisterschaft in seiner Altersklasse. Noch zwei Läufe will er in diesem Jahr absolvieren und versuchen, diese Position zu halten. Das nächste Mal startet Leon am 17. und 18. August beim Norddeutschen ADAC Motocross Cup 2013.

Regionale Einsteigerkurse
Tom Leon Schröder startet für das BVZ-Racing Team, das seit 2000 junge Crossfahrer in Norddeutschland unterstützt. Zu den Förderern gehört Dirk von Zitzewitz, Sprössling einer Rennfahrerdynastie und Teilnehmer der Dakar-Rallye. Ebenso erfolgreiche Motorradsportler sind Dirk von Zitzewitz' Vater Volker und sein Bruder Bert.


Stormarner Mädchen und Jungen zwischen fünf und 16 Jahren, die Crossfahren einmal ausprobieren wollen, können regionale Einsteigerkurse beim ADAC besuchen. Motorräder und Sicherheitskleidung werden gestellt. Weitere Informationen im Internet unter www.motorsport.adac-sh.de.

Dorothea von Dahlen

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