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Stormarn Schüler machen Theater mit LN-Hilfe
Lokales Stormarn Schüler machen Theater mit LN-Hilfe
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18:14 24.07.2017
Torsten Albig (Jonas Lienau) erklärt der Analphabetin Anna (Henrike Neumann) sein Wahlprogramm. Quelle: Foto: Schüchler/hfr
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Bad Oldesloe

Wie lernt Anna endlich lesen? Was macht Torsten Albig zu Hause? Wie werden junge Frauen Models? Wodurch kann die überengagierte Aktivistin vom Roten Kreuz noch mehr Menschen helfen? Warum erkennt niemand Caroline Kennedy? Wann eröffnet Altfreak Hannelore ihren zweiten Second-Hand-Shop? Und einige wollen eben wissen: „Aufs Titelblatt – wie komme ich dahin?“ So war dann auch der Titel des Stücks.

Eigenproduktion des Gestaltenkurses der Ida-Ehre-Schule kam vor den Ferien zur Aufführung.

„Alle diese und noch viel mehr Fragen beantworten sich, indem man Zeitung liest“, erklärte Görge Schüchler, Lehrer der Oldesloer Ida-Ehre-Gesamtschule, seinen Schülern des Gestaltenkurses der Klasse neun. „Denn in jeder Zeitung sind sehr persönliche Geschichten verborgen. Geschichten von Erfolgen, tragischen Schicksalen und komischen Begegnungen. Man muss nur genau lesen.“

Mit viel Fantasie hatten sich die 13 Schüler des Gestaltenkurses ihre Figuren aus den Lübecker Nachrichten herausgesucht und ihnen ein Gesicht verliehen. Im dritten Jahr des Theaterunterrichts an der Ida-Ehre-Schule war dies quasi ihr Gesellenstück. Über ein halbes Jahr haben die Neuntklässler mit ihren gefundenen und erfundenen Charakteren gespielt, sie in verschiedenen Konstellationen erprobt.

Unterstützt wurden sie dabei von Theaterlehrer Schüchler, der immer wieder Videoaufzeichnungen von improvisierten Szenen machte, aus denen dann bühnentaugliche Dialoge wurden.

Außerdem half er dabei, zwei Lieder zu den Rubriken der Zeitungen zu erarbeiten, die dann live auf der Bühne gesungen wurden. „Am besten fand ich, dass es nur eine Vorgabe gab und wir dann alles andere selbst gemacht haben“, sagte Daniel (15) während einer Probe.

Eingerahmt werden diese Szenen von sehr persönlichen Berichten über Ereignisse, die nicht in der Zeitung stehen: Dem Tag, als die Eltern ihren Kindern ihre Trennung eröffneten, oder dem Moment, als Hoffnung aufkeimte, die nervige kleine Schwester endlich loszuwerden. Denn was für jeden persönlich ganz wichtig ist, steht eben auch nicht immer in der Zeitung.

Am Schluss stellte sich auf der Bühne die Frage: Brauchen wir Zeitung im Zeitalter der Smartphones überhaupt noch? Zumindest Anna beantwortete diese Frage für sich ganz eindeutig: Als sie so gern mit anderen reden möchte, laufen alle nur an ihr vorbei, jeder in sein Smartphone vertieft. Das führt zu Vereinsamung. „Die Meldungen der Zeitung bieten viel mehr Gesprächsstoff“, sagt Anna. Und noch viel wichtiger: Anna will ja mit der Zeitung endlich lesen lernen.

Das selbst geschriebene Theaterstück brachte die Gruppe jetzt zweimal auf die Bühne des Gestaltenraums der Ida-Ehre-Schule: Zunächst spielten sie morgens vor 90 Schülern im Alter von 13 bis 15, darunter viele, die auch Theaterunterricht haben. Gerade die fanden viele lobende Worte für die genau arrangierten Bilder und Dialoge auf der Bühne. Die Abendvorstellung vor den Eltern und Geschwistern war dann erst recht ein „Heimspiel“ mit großer Anerkennung und viel Applaus.

„Es hat viel Spaß gemacht, und durch die Proben und Aufführungen bin ich viel selbstbewusster geworden“, erklärte Mirja (15). „Besonders bemerkenswert“, so Schüchlers Fazit „ist, dass die Gruppe trotz mehrerer tiefer Schaffenskrisen nicht aufgegeben hat. Das klappt sonst oft nicht und darauf können alle stolz sein.“

Markus Carstens

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