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Stormarn Schulleiter Hartmut Hentschel sagt Tschüss
Lokales Stormarn Schulleiter Hartmut Hentschel sagt Tschüss
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20:23 20.01.2017
„Ein Schulleiter muss unterrichten, sonst verliert er den Bezug zur Basis“, erklärt Hartmut Hentschel (64). Vier Stunden Mathe pro Woche hat er im neunten Schuljahr noch immer gegeben. Quelle: Foto: K. Kuhlmann-Schultz

So richtig begriffen hat er es wohl noch nicht, dabei war seine Entscheidung doch so klar: Hartmut Hentschel, Schulleiter der Trittauer Hahnheide-Schule, hat am 31. Januar seinen letzten Arbeitstag. Danach klingelt morgens nicht mehr in aller Frühe der Wecker, kein Schüler will mehr etwas von ihm, kein Lehrer. Mit dem 1. Februar beginnt für Hentschel der Ruhestand. Und auf den, das gibt er gerne zu, freut er sich natürlich.

Ein arbeitsreiches Lehrerleben liegt dann hinter ihm. 42,5 Jahre im Schuldienst, davon seit 2004 als Schulleiter an der Hahnheide- Schule in Trittau. Davor hat der gebürtige Kieler drei Jahrzehnte in Bargteheide an der Dietrich-Bonhoeffer Schule gearbeitet, gab Unterricht in Mathematik und Erdkunde, kümmerte sich als Studienleiter um die Mathe-Referendare. „Irgendwann habe ich mich gefragt, ob ich nicht Schulleiter sein könnte“, erinnert sich Hentschel an die ersten Gedanken, sich um einen Schulleiterposten zu bewerben.

Die Hahnheide-Schule sollte mit diesem Amt seine neue Heimat werden. Zu Beginn musste er sich noch aufteilen, denn „ich wollte meine Mathe-Abschlussklasse in Bargteheide nicht im Stich lassen, das konnte ich denen nicht antun“. Arbeitsreich begann seine Zeit in Trittau und sie blieb es. „Ich hatte eine glückliche Zeit hier. Es war sehr anstrengend, aber wir haben auch viel bewegt.“ Tatsächlich setzte er mit seinem Kollegium 2008 die Umwandlung von der Haupt- und Realschule zur Gemeinschaftsschule um. Und die Schule wurde in 2013 sogar um eine Oberstufe erweitert.

„Es war ein wahnsinniger Veränderungsprozess“, erklärt Hentschel, der sich darüber freut, dass in diesem Sommer der erste Abiturjahrgang die Schule verlassen wird. In einem Jahr, in dem die Schule ihr 50-jähriges Bestehen sowie die Namensgebung vor 25 Jahren feiern kann. Diese Feste feiert sein Nachfolger. Der übernimmt zum 1. Februar Hentschels Amt. „Ich hätte auch erst zum Sommer gehen können, aber das wollte ich nicht“, erklärt Hartmut Hentschel.

Nach all den Jahren ist für ihn klar: „Man glaubt, die Schüler sind schwieriger geworden, aber das ist nicht so. Sie sind nur anders geworden, weil so viel auf sie einströmen kann. 1974, als ich anfing, gab es keinen Computer, kein Internet. Es gab eine stärkere Fokussierung auf die Schule. Die Schüler wissen heute nicht mehr ganz so viel, dafür können sie andere Sachen besser, sind teamfähiger. Wenn man offen, fair und gut vorbereitet auf die Schüler zugeht, kann man genauso viel Positives erreichen wie früher.“ Hentschel kritisiert aber die Eltern. „Sie sind egoistischer geworden, sie stellen Forderungen ohne Gegenleistung.“

Er geht mit dem Wissen, „ich bin gerne Lehrer gewesen und der Unterricht hat bis zum letzten Tag unheimlich viel Spaß gemacht.“ K. Kuhlmann-Schultz

Gebürtiger Kieler

Hartmut Hentschel (64) wurde in Kiel geboren. Er studierte an der damaligen pädagogischen Hochschule in Flensburg Mathematik und Erdkunde für die Grund- und Hauptschule. 1974 ging er an die Dietrich-Bonhoeffer-Schule nach Bargteheide. Nebenbei machte er auch die Ausbildung zum Realschullehrer.Hentschel wechselte 2004 als Schulleiter an die Hahnheide-Schule. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder – und einen Hund.

LN

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