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Schutz vor Einbrechern: Wachsame Bürger auf der Pirsch

Nachbarschaftshilfe Schutz vor Einbrechern: Wachsame Bürger auf der Pirsch

Sie pirschen durch die Straßen, notieren fremde Autokennzeichen und rufen im Ernstfall die Polizei. Im Hamburger Rand sorgen sich Bürger um ihre Sicherheit — und organisieren sich. Sie wollen mit der Nachbarschaftshilfe Einbrüche verhindern.

Wollen für Sicherheit in Oststeinbek sorgen: Uwe Kavkerath und Britta Semic

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Oststeinbek/Ahrensburg. Das Bedürfnis der Bürger nach Sicherheit in Oststeinbek wächst: Das legt zumindest die Entwicklung der Mitgliederzahlen in der Bürgerinitiative „Sicherheit für Oststeinbek“ (SfO) nahe. Hier haben Bürger sich zur Nachbarschaftshilfe zusammengeschlossen, um für mehr Schutz vor Einbruchsdiebstahl zu sorgen. Sie gehen durch die Straßen, halten die Augen offen und rufen die Polizei, sobald sie etwas Auffälliges bemerken. Neu ist die Initiative nicht, aber sie stößt auf immer größeres Interesse.

So haben sich die Mitgliederzahlen der SfO innerhalb von zwei Jahren von 50 auf aktuell 92 Mitglieder fast verdoppelt. „Wir wissen seit einem Jahr, dass die Polizeistation bei uns im Ort am 30. Juni geschlossen wird“, erklärt Britta Semic, die vor zwei Jahren den Vereinsvorsitz übernommen hat. „Gleichzeitig steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche.“ Das führe dazu, dass die Menschen verunsichert seien. „Die Mitgliederzahlen im SfO sind ein Signal, dass die Bürger das wichtig finden. Die Angst im Ort wächst.“ Immer mehr Menschen stellten außerdem bei der Gemeinde einen Antrag für den kleinen Waffenschein. Oststeinbek sei eine reiche Gemeinde, erklärt Britta Semic, Einbrecher wüssten, dass hier etwas zu holen sei.

Autokamera filmte Einbruch

Dem wollen die Vereinsmitglieder einen Riegel vorschieben. Seit 1998 streifen sie durch die knapp 70 Straßen. Regeln gibt es dabei nur eine: Nie in Gefahr begeben! „Unsere Mitglieder achten darauf, ob sie etwas Auffälliges bemerken. Falls ja, rufen sie die Polizei, aber sie dürfen nie selber aktiv werden“, betont Britta Semic. Seit sie dem Verein vorsteht, gibt es keine organisierten Wachgänge mehr; das Aufpassen ist bei freier Zeiteinteilung in den Alltag eingebaut. „Ich wollte es lockerer handhaben“, erklärt sie, „man muss nicht zu zweit auf Streife gehen. Wer mit dem Hund raus geht, kann genauso aufpassen wie einzelne Spaziergänger.“ Gerade hat sich ein Jogger bei ihr gemeldet. „Er läuft sowieso regelmäßig, das möchte er mit dem Aufpassen verbinden.“ Auch viele ältere Leute seien Mitglied, die da sind, wenn andere arbeiten gehen. „Es wird immer häufiger tagsüber eingebrochen“, so Britta Semic, „da sind Menschen, die dann die Augen aufhalten, eine große Hilfe.“

Innerhalb des Vereins gibt es einen Urlaubsservice, der nach dem Rechten schaut, wenn die Urlauber das möchten. Zwei Mal habe es schon Situationen gegeben, wo der Sicherheitsverein aktiv wurde und die Polizei rief. Aufgabe der Beobachter ist es, sich Größe, Kleidung, Alter und ähnliche Details der Verdächtigen zu merken. „Wenn fremde Autos irgendwo stehen, notieren wir das Kennzeichen.“ Britta Semic führt außerdem Buch darüber, was in Oststeinbek passiert. „Wir haben viele Autoaufbrüche, wo offenbar nach Liste gestohlen wird.“ Eine Autokamera habe schon einen Einbruch festgehalten. „Aber die Täter sind so vermummt, dass man sie nicht erkennt.“ Die Kürzungen bei der Polizei sieht sie kritisch. „Eigentlich müsste man die Polizei aufstocken.“

350 Mitglieder in Ahrensburg

Die Ahrensburger Initiative „Bürger für Sicherheit“ besteht im September 20 Jahre. „In Ahrensburg sind wir nicht mit Nachwuchs gesegnet“, bedauert der Vorsitzende Klaus-Peter Trost. „Wir hatten in unserer Blütezeit 600 Mitglieder, jetzt sind es gut 350.“ Allerdings sei schon bei der Gründung die Zahl der Einbrüche hoch gewesen, Ahrensburg liege seit langem auf hohem Niveau. Zukunftsstudien hätten gezeigt, dass junge Leute sich nicht mehr in Vereinen binden, sondern in Projekten engagieren wollten. „Wir erstellen deshalb gerade ein neues Konzept“, erklärt Trost, „dazu gehört auch eine stärkere Ausrichtung auf soziale Medien.“ Ansonsten gelte auch für sie die Regel „Zivilcourage mit Vernunft“. „Wir suchen keine Konfrontation mit den Tätern. Unser Hauptziel ist aktive Nachbarschaftshilfe.“

Noch drei Jahre länger gibt es die dritte Stormarner Initiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf“. „Unsere Mitgliederzahl liegt konstant bei 192“, erklärt der Vorsitzende Joachim Kube, „davon sind 112 Aktive.“ Eine erhöhte Angst im Ort habe er nicht feststellen können. „Unsere Mitglieder werden höchstens mal angesprochen, ob sie etwas beobachtet haben.“ Zwei Mal im Jahr gibt es einen Bürgerbrief für alle Haushalte, in denen über die Vereinsarbeit berichtet und alles zum Einbruchsschutz erklärt wird. „Dazu gehört auch eine Checkliste für den Urlaub“, so Kube. „Außerdem bieten wir Veranstaltungen an, auf denen Fachleute zum Thema Einbruchsschutz referieren und geprüfte Handwerksfirmen vor Ort sind.“

Von Bettina Albrod

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