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Stormarn Schwerer Raub: Lange Haftstrafe für Reinbeker
Lokales Stormarn Schwerer Raub: Lange Haftstrafe für Reinbeker
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20:18 10.01.2018
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Reinbek

Mit zwei Komplizen hatte er eine heute 78-jährige Glinderin im November 2016 in ihrem Haus überfallen und ausgeraubt. Mit einem Trick verschafften sie sich Zutritt, fesselten die Frau und raubten sie aus.

Der Angeklagte hatte zunächst bei ihr geklingelt und um Rückgabe eines Balls gebeten, den er angeblich beim Spiel mit seiner Schwester in ihren Garten geschossen hatte. Dann überwältigte er sie und ließ seine Komplizen ins Haus. Die Beweislage war erdrückend. Die Polizei ermittelte DNA-Spuren mit dem genetischen Fingerabdruck des Angeklagten. Auf einem Überwachungsvideo war das Trio zu erkennen, und die Polizei fand das Geschäft, wo der Ball gekauft wurde. Zudem hatte einer der Komplizen umfassend ausgesagt.

Der Angeklagte sagte zur Sache nicht aus. Er schien die Aufmerksamkeit des Publikums im Gerichtssaal zu genießen. Vier Vorstrafen hat D. bereits. Von Hausfriedensbruch über gemeinschaftlichen Einbruch, schweren Raub bis zur Brandstiftung reicht sein Vorstrafenregister. Zur neuen Haftstrafe kommen noch zwei Jahre auf Bewährung hinzu, die jetzt ausgesetzt werden.

„Er brachte die arglose Geschädigte zu Fall, setzte sich auf sie und fesselte sie“, schilderte der Staatsanwalt. Dann ließ D. seine Komplizen in die Wohnung. Sie durchstöberten das Haus, rissen der Frau die Perlenkette vom Hals und zwangen sie, ihren Tresorschlüssel herauszugeben. Das gefesselte Opfer brachten sie schließlich in die Badewanne und flohen. Die Seniorin erlitt einen Schock, Prellungen und eine Schnittwunde.

In dem Haus konnte sie danach nicht mehr wohnen, es steht jetzt zum Verkauf. Den Gesamtwert der Beute bezifferte das Gericht auf 44 758 Euro, neben Schmuck war darunter auch eine erhebliche Menge Bargeld in Dollar- und Euroscheinen. Soweit noch vorhanden, wird das Geld eingezogen.

„Wir sind überrascht, dass Sie bei der Beweislage nicht gestanden haben“, sagte der Vorsitzende Richter. Die Taten wögen schwer, entsprechend hoch müsse die Strafe sein. „Sie sind ein vor sich hinlebender Gelegenheitskiffer, der sich an fremdem Eigentum gütlich tat.“ Zugunsten des Angeklagten spreche nur wenig. Gegen ihn aber die raffinierte Tatplanung und sein gelangweiltes Verhalten ganz ohne Empathie vor Gericht. pm

LN

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