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Stormarn Seefeld: Schlaglöcher im Fokus
Lokales Stormarn Seefeld: Schlaglöcher im Fokus
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20:32 02.06.2017
Tiefbauexperte Klaus-Peter Scharnberg (l.) stellt sich den Fragen der Seefelder. Auch der Bauausschuss ist beim Ortstermin vertreten. Quelle: Foto: Dvd
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Bad Oldesloe

Die Dörfer sollen nicht länger im Schatten von Bad Oldesloe stehen. Den Belangen ihrer Bewohner soll künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Um dieses Wahlversprechen einzulösen, hat Bürgermeister Jörg Lembke begonnen, mit Fachleuten aus seinem Hause und Mitgliedern des Bauausschusses die Ortsteile der Stadt zu besuchen. Wie sehr das geschätzt wird, zeigte sich schon auf der ersten von sieben Stationen, die es zu absolvieren gilt. In Seefeld nahmen zahlreiche Dorfbewohner die Vertreter von Verwaltung und Politik in Empfang.

Bürgermeister unterwegs: Der erste Termin konzentrierte sich auf den Zustand der Straßen.

Zu Gast im Dorf

6 Termine stehen noch in den Oldesloer Ortsteilen an:

Schadehorn, Dienstag, 20. Juni, Bushaltestelle.

Poggensee, Dienstag, 18. Juli, Feuerwehrgerätehaus, Poggensee 2 a;

Wolkenwehe, Dienstag, 10. August,Bushaltestelle Zur Grünen Brücke;

Neufresenburg, Donnerstag, 14. September Redderschmiede, Neufresenburg 2;

Rethwischfeld, Donnerstag, 19. Oktober, Feuerwehrgerätehaus;

Sehmsdorf, Donnerstag, 2. November, Bushaltestelle Dorfstraße.

Was ihnen auf den Nägeln brennt, hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet. Schon im April war der teilweise desaströse Zustand der Verbindungsstraßen zu den umliegenden Gemeinden Thema im Bauausschuss gewesen. Die Verwaltung hatte einen über mehrere Jahre angelegten Sanierungsplan vorgestellt. Das hätte die Seefelder froh stimmen können, wäre da nicht mitgeteilt worden, dass die Anlieger 85 Prozent der Kosten übernehmen sollten.

Der Aufschrei war groß und auch beim Ortstermin am Donnerstagabend wurde immer wieder Kritik laut, dass die Straßen jahrelang nur stiefmütterlich bis gar nicht gepflegt wurden und die Anwohner das Nachsehen hätten, weil nun eine Grundsanierung anstehe. Lembke räumte ein, dass sich die Pflege auf jeden Fall verbessern müsse, „aber auch eine Straße kann kaputt gehen, die regelmäßig instandgesetzt wird“.

Auf seiner Besichtigungstour nahm der Tross zahlreiche Schadstellen in Augenschein: seitlich ausgebrochene Asphaltränder, zugewachsene Gräben und ungünstige Gefälle, die das Ablaufen von Regenwasser vereiteln, kaputte Banketten, Schlaglöcher und Risse.

Über allem stand die Frage, ob ein kostenträchtiger Neubau überhaupt nötig sei. Statt einer kompletten Sanierung schlugen einige Seefelder vor, dort, wo es sich anbiete, das Mittelstück der Fahrbahn zu erhalten und nur die schadhaften Seitenstreifen herauszufräsen und zu erneuern. KlausPeter Scharnberg, Sachbereichsleiter Tiefbau, zog in Zweifel, dass diese Methode günstiger ausfalle. „Man müsste die Fahrbahn in voller Länge zweimal schneiden, das Material herausholen, entsorgen und alles neu aufbauen“, hielt er dagegen. Bautechnisch sei es zudem schwierig, eine vernünftige Naht zwischen altem und neuem Asphaltstreifen hinzubekommen.

Einig waren sich alle darin, dass die in den 50er/60er Jahren gebauten Straßen heute nicht mehr den Belastungen moderner Landwirtschaftsfahrzeuge gewachsen sind. Scharnberg legte dar, dass ein Ackerschlepper drei Meter breit sei, die Straßen nur 3,20 Meter.

Kopfschüttelnd nahm Lembke zur Kenntnis, dass einer der Hydranten im Ort seit sieben Jahren defekt ist. „Jahr für Jahr haben wir das schriftlich mitgeteilt. Passiert ist nichts“, klagte Vize-Feuerwehrchef Rainer Zickermann. Im Fall eines Brandes stehe so nicht genügend Löschwasser zur Verfügung. Der Bürgermeister versprach, sich rasch darum zu kümmern, dass die Vereinigten Stadtwerke mit Sitz in Ratzeburg Abhilfe schaffen.

Alle Beteiligten äußerten sich letztlich positiv zum Ortstermin, auf dem klar wurde, dass in punkto Kosten und Art der Straßenerneuerung noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde. Hoffnung macht den Seefeldern die Ankündigung der neuen Landesregierung, dass Kommunen künftig auf Straßenausbaubeiträge verzichten dürfen.

Im September soll übrigens ein Fachmann im Bauausschuss Grundsätzliches über Ausbaumethoden, Haltbarkeit und Kosten von Straßen erläutern.

Dorothea von Dahlen

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