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Seefelder sperren sich gegen hohe Beiträge für Straßenbau

Seefeld/Bad Oldesloe Seefelder sperren sich gegen hohe Beiträge für Straßenbau

"Die Straßen sind über Jahre hinweg stiefmütterlich behandelt worden. Gekümmert hat sich niemand darum", erzählt Annika Böttger. Nun bekämen sie und die anderen Anwohner der Straßen Richtung Havighorst die Quittung. 120.000 Euro sind für den Ausbau veranschlagt - und die Anwohner sollen zahlen.

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Viele Seefelder kamen gestern zusammen, um den schlechten Zustand ihrer Straßen in Augenschein zu nehmen.

Quelle: Fotos: D. Von Dahlen

Seefeld/Bad Oldesloe. Ortsbegehung in Seefeld: Schlaglöcher, aufgeplatzter Asphalt und ungepflegte Bankette. 20 Einwohner nahmen gestern die Straßen in Richtung Sühlen und Havighorst noch etwas genauer in Augenschein als sonst. Eigentlich wäre das seit Jahren Aufgabe der Verwaltung gewesen, sagen sie. Dann wäre früher aufgefallen, dass Handlungsbedarf besteht. Wenn die Ortsverbindungsstraßen regelmäßig gepflegt und instand gesetzt worden wären, seien sie nicht in einem so katastrophalen Zustand wie jetzt.

 

LN-Bild

„Die Straßen sind über Jahre hinweg stiefmütterlich behandelt worden. Gekümmert hat sich niemand darum“, erzählte etwa Annika Böttger. Nur, wenn sie zum Telefon gegriffen habe, um wieder einmal ein neues Loch im Asphalt anzumahnen, sei es später notdürftig vom Bauhof der Stadt geflickt worden. Auf Pflegemaßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer der Straßen habe man in Seefeld aber vergeblich gewartet.

1985 sei die Fahrbahnoberfläche auf der Strecke Richtung Havighorst mit Split behandelt worden, räumt Thomas Zickermann mit einem Augenzwinkern ein. An den Banketten sei aber nie etwas gemacht worden. An einigen Stellen lägen die Randstreifen tiefer als die Fahrbahn, so dass beim Überfahren Stücke herausbrechen, an anderen Stellen sei es genau umgekehrt, so dass das Regenwasser wie durch einen Trichter auf den Asphalt geleitet werde. „Es sammelt sich dann als Pfütze unter der Fahrbahn. Wenn Frost kommt, wird der Asphalt nach oben gedrückt und der Rand bricht ab“, beschreibt Annika Böttger, wie Schäden aufgrund mangelnder Bankettenpflege entstehen können. Nun bekämen die Anwohner der Straßen Richtung Havighorst die Quittung.

Wie hoch die Ausbaubeiträge ausfallen, die die Anlieger der 1400 Meter langen Strecke von Seefeld Richtung Havighorst zu zahlen haben, weiß zurzeit noch niemand. Gewiss ist nur, dass die dafür veranschlagten 120 000 Euro auf sie nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel umgelegt werden sollen, wie bereits auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses dargelegt wurde. Und dieser Schlüssel, sagen die Seefelder, sei mehr als ungerecht.

„Wir sollen 85 Prozent der Kosten tragen, weil wir angeblich an einer Straße wohnen, die nur von uns Anliegern genutzt wird“, sagt Ernst-Wilhelm Schorr aus Havighorst. „Dabei dient die Straße als Ortsverbindung und wird auch vom Durchgangsverkehr genutzt.“ Lege man das zugrunde, müsse die Beteiligung eigentlich auf 55 Prozent herabgestuft werden. Denn das entspreche der tatsächlichen Nutzung.

Insbesondere die Landwirte und andere Seefelder mit großflächigen Grundstücken fürchten hohe Beitragssummen.

Laut Fahrplan der Oldesloer Verwaltung soll mit dem Ausbau der Straße im kommenden Jahr begonnen werden. Das hält Annika Böttger ohnehin für verfrüht. „Es steht doch jetzt schon fest, dass die Hochspannungsleitung von 110 kV auf 380 kV ertüchtigt werden soll. Der An- und Abtransport für die Baustelle geht über unsere Straßen“, sagt sie. Insofern sei es sinnlos, sie auf Kosten der Anwohner erst herrichten zu lassen, um sie später von Baufahrzeugen wieder zerstören zu lassen.

Diskutiert wurde unter den Seefeldern auch, ob das derzeit praktizierte System der Ausbaubeiträge nicht reformbedürftig sei. Einige stellten in den Raum, dass Umlagen gleichmäßig auf alle Einwohner verteilt werden sollen, weil es gerechter sei. Hans Jochim Stolten (CDU) merkte an, dass sich auch in Trittau sowie generell in ganz Deutschland Protest gegen Straßenausbaubeiträge rege. Vor einiger Zeit sei eine Petition im Kieler Landtag eingereicht worden.

 Dorothea von Dahlen

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