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Stormarn „Seid Ihr alle daaa?“ – Figurentheater in Stormarn
Lokales Stormarn „Seid Ihr alle daaa?“ – Figurentheater in Stormarn
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20:39 18.01.2017

„Tri, tra, trallala, Kasperle ist wieder da “ Und das nicht alleine, sondern er hat Schweinchen, Katze, Frosch und Freunde dabei, wenn ab 12. Februar zum vierten Mal das „Stormarner Figuren Theater Festival“ über die vielen Bühnen im Kreisgebiet geht. Aus Anlass des 150. Kreisgeburtstages hat der Kreis zusammen mit dem Kulturzentrum Reinbek ein besonders gutes Programm zusammengestellt, zu dem auch die Welturaufführung eines Stücks gehört, das extra für Stormarn geschrieben wurde. Begleitet wird das Festival von der Ausstellung im Schloss Reinbek „Der Kasper kommt! – Figurentheater auf dem Land“, für das das Theaterfigurenmuseum Lübeck sein Magazin geöffnet hat. Schließlich gibt es auch einen Workshop, bei dem Kinder und Eltern das Puppenbasteln üben.

Zum vierten Mal gibt es das Festival, das von einer Ausstellung in Schloss Reinbek und einer Weltpremiere begleitet wird.

Wer erinnert sich?

Kreiskulturreferentin Tanja Lütje sucht Menschen in Stormarn, die sich an die Puppenspieler erinnern, die früher im Kreis unterwegs waren. Wer will, kann seine Erinnerungen aufschreiben, damit sie auf einer Pinwand veröffentlicht werden. Adresse: Schloss Reinbek, Schlossstraße 5, 21465 Reinbek.

„Das Puppenspiel hat auf dem Land eine lange Tradition“, erläutert Kreiskulturreferentin Tanja Lütje. Drei Familien haben das Puppenspiel im Norden entscheidend geprägt; Willi Winter, Walter Büttner und Fritz Fey begründeten nach dem Krieg jeweils eigene Figurenspiel-Stile. „Auch in Bad Oldesloe hat es eine Puppenspielerfamilie gegeben“, so Tanja Lütje.

Antonia Napp, Leiterin des Theaterfigurenmuseums Lübeck, hat für die Ausstellung aus dem Magazin Beispiele für die Arbeit verschiedener Figurentheater-Macher beigesteuert. „Es gab das eher derbe Kasperletheater, bei dem mit Hammer und Bratpfanne zugeschlagen wurde“, erläutert sie. „Manche Puppen sind schon gut bespielt.“ Daneben entwickelte sich aber auch ein künstlerisches Figurentheater, das Stoffe wie Goethes „Faust“ oder Legenden wie die von St. Georg, dem Drachentöter verbreitete.

„Die Figuren wurden teils kunstvoll geschnitzt und mit reich verzierten Gewändern ausgestattet“, so Antonia Napp. Skurrile Materialien wie der Kopf eines Hechts für den Drachen, Hühnerkrallen für den Teufel oder Katzenfell fürs Monster waren keine Seltenheit. Bespielt wurden die Figurentheater von oben, wo die Marionettenspieler- Empore war. „Auch der Hohnsteiner- Kasper als besondere Figur hat seine eigene Tradition.“ Beispiele gibt es in der Ausstellung in Schloss Reinbek, die bis zum 17. April läuft, zu sehen.

„Vorhang auf!“ heißt es vom 12. Februar bis 17. April in wechselnden Orten im Kreisgebiet, wenn bekannte Figurentheater mit Auftritten in Schloss, Museum, Bücherei oder Theater zu Gast sein werden.

Wie ergeht es dem Frosch im Altersheim? Dieser Frage geht das Theater Urknall in einer komischen Version des „Froschkönig“ nach. Auch die „Berliner Stadtmusikanten“ sehen alt aus im Heim – skurrile Tiere und Live-Musik führen zu einer Neuinterpretation des Grimmschen Märchens. Den Auftakt bildet „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, eine Parabel über Toleranz. „Die drei kleinen Schweinchen“ verständigen sich grunzend in einer Kunstsprache, die gleichwohl zu verstehen und deshalb für Kinder aller Nationen interessant ist. Auch Ernst Jandls Gedicht „Fünfter sein“ ist fürs Figurentheater umgesetzt.

Festival-Spielorte sind in diesem Jahr neben Reinbek auch Bad Oldesloe, Hoisdorf, Reinfeld, Ahrensburg und Bargteheide. Die Bandbreite der Theaterstücke reicht vom Puppen- bis zum Objekttheater, bei dem auch Alltagsgegenstände animiert werden.

„Als Besonderheit gibt es zum 150. Kreisgeburtstag die Welturaufführung eines Stücks, das speziell für Stormarn entwickelt wurde“, kündigt Tanja Lütje an. Unter dem Titel „Wie das Licht nach Stormarn kam“ folgt das Figurentheater- Stück spannungsreich der Spur der Elektrizität im Kreis, um anhand des Themas besondere Entwicklungen und Persönlichkeiten in Stormarn zu zeigen. Elumina Cordes führt als fiktive Zeitzeugin durch 150 Jahre und hat viel zu Sagen, Mythen und Entwicklung in Stormarn zu erzählen. Premiere ist am 1. März in Reinbek. „Später wird das Stück fünf Jahre lang in 20 Grundschulen pro Jahr gezeigt.“

Der Bargteheider Künstler Tom Stellmacher lässt in einem Workshop eine Milchtüte zur Puppenbühne werden. Kinder und Eltern können bei ihm alles rund ums Figurentheater selber machen. Das „Stormarner Figurentheater Festival“ wird mit 6000 Euro von der Arbeitsgemeinschaft „Stormarn kulturell stärken“ gefördert.

Das Programm liegt öffentlich aus und steht unter www.figurentheater-stormarn.de.

Bettina Albrod

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