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Stormarn Seit 30 Jahren auf der Pirsch
Lokales Stormarn Seit 30 Jahren auf der Pirsch
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18:23 19.12.2015
Auch frischen Fliederbeersaft und Tees bietet der Trittauer Jäger Ernst Burmeister an.

Wildverkauf — direkt vom Jäger: Es ist nur ein kleines Schild, ein kleiner Hinweis an der Bahnhofsstraße 15 b in Trittau, der zu Ernst Burmeister führt. Aber ein Hinweis mit großer Wirkung. Wer mag, der kann bei dem ehemaligen Hausmeister der Mühlau-Schule und des Trittauer Schulzentrums Wild kaufen, selbst gemachten Kräutertee oder frischen Fliederbeersaft. Gratis dazu gibt es wertvolle Tipps, so manche Anekdote oder auch Jägerlatein.

„Bis Weihnachten habe ich außer am Sonntag jeweils tagsüber geöffnet“, erzählt Burmeister. Und freut sich natürlich auf Kundschaft. Allein schon, um zu schnacken. Natürlich gerne über die Jagd, aber nicht nur. „Einen heißen Grog gibt es gratis“, verspricht der passionierte Jäger, der seit knapp 30 Jahren auf die Pirsch geht. Sein Revier liegt gleich um die Ecke von Trittau, in Dahmker und Hamfelde im Kreis Herzogtum Lauenburg. Dort ist der Rentner, der Mitglied im Hegering Trittau ist, mit vier andern Jägern aktiv. Das liegt in der Familie. „Seit Generationen betreibt unsere Familie die Jagd“, erzählt der gebürtige Stormarner. „Mein Schwiegervater war Förster im Lübschen Forst“, nennt Burmeister nur einen von vielen, die in ihrer Freizeit gerne auf die Jagd gingen. Egal ob sie nun Förster, Landwirt, Beamter oder Kaufmann waren. Dabei hält sich Burmeisters Frau Randi in Sachen Jagd lieber zurück. Statt im Grünen aktiv zu sein, zaubert sie, als gelernte Hauswirtschafterin, aus den erlegten Stücken lieber eine leckere Mahlzeit. 40 Jahre sind die beiden verheiratet. „Ohne meine Frau ist das alles gar nicht möglich“, sagt er. Nicht möglich, auf die Jagd zu gehen, nicht möglich die Trophäen selbst auf die Hölzer zu setzen, nicht möglich Kräuter und Heilpflanzen selbst anzubauen und aus den getrockneten Blätter Tee zu machen. Seine Spezialmischung trinkt Ernst Burmeister, der Groß- und Außenhandelskaufmann war, bevor er Hausmeister wurde, jeden Morgen. Das, so glaubt er, halte ihn fit. Es ist eine Sechs-Sorten-Mischung, auf die der Familienmensch schwört:

„Die Kräuter Minze, Oregano, Thymian, Kamille, Salbei und Melisse trockne ich selbst.“ Und wenn er morgens seinen Tee trinkt, dann liest er dabei am liebsten die Lübecker Nachrichten und das seit 40 Jahren. „Die muss ich morgens haben, sonst bin ich ja gar nicht richtig informiert.“

Er genießt seinen Tee, wie er auch jedes Stück Wild genießt. Andere Fleischsorten kommen bei Familie Burmeister eigentlich seit Jahren gar nicht mehr auf den Tisch. „Das ist noch richtiges Naturfleisch. So eine leckere Rehkeule oder eine zarte junge Stockente“, schwärmt der Waidmann, der eines seiner vier Enkelkinder für die Natur, für die Jagd interessieren konnte. Frederik begleitet seinen Opa schon mal mit ins Revier. Und er weiß, dass das Fleisch, das Opa verkauft, vom Veterinäramt des Kreises Herzogtum Lauenburg zum Verzehr freigegeben wurde. Deshalb steht am Straßenrand auch ein kleines Schild: Wildverkauf — direkt vom Jäger.

Telefon 04154/709353

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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