Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Selbst gebaute Sprengsätze? Polizei macht explosive Entdeckung
Lokales Stormarn Selbst gebaute Sprengsätze? Polizei macht explosive Entdeckung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:56 26.01.2016
Da niemand wusste, wie gefährlich diese Teile sind, wurde der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes aus Großnordsee bei Kiel angefordert. Die Spezialisten näherten sich dem Fahrzeug mit äußerster Vorsicht und holten nacheinander alle verdächtigen Teile heraus. Quelle: Jens Burmester
Anzeige
Trittau

Eine Streife des Polizeiautobahn- und Bezirksreviers Ratzeburg hat in der Nacht zu Dienstag gegen 0.35 Uhr in Trittau einen Opel Astra gestoppt, um ihn zu kontrollieren. Bei der Kontrolle vor dem Dänischen Bettenlager in der Kirchenstraße stellten die Beamten schnell fest, dass der Fahrer, ein 36 Jahre alter Trittauer, offenbar unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Da ein entsprechender Test positiv war, wurde die Entnahme einer Blutprobe angeordnet.

Zur Bildergalerie: Polizei macht explosive Entdeckung

Bei der näheren Überprüfung des Autos des 36-Jährigen fanden die Beamten dann plötzlich mehrere Röhrchen, die mit einer Zündschnur versehen waren, möglicherweise selbst gebaute Sprengsätze oder selbst gebaute Polenböller.

Da niemand wusste, wie gefährlich diese Teile sind, wurde der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes aus Großnordsee bei Kiel angefordert. Die Spezialisten näherten sich dem Fahrzeug mit äußerster Vorsicht und holten nacheinander alle verdächtigen Teile heraus. Vorher wurde der Parkplatz vor dem Dänischen Bettenlager weiträumig abgesperrt. Insgesamt waren es sechs solcher mit einer Zündschnur versehenen Teile, die aus dem Auto geholt und dann zunächst sicher an einer Hauswand gelagert wurden.

Gegen 8.30 Uhr kam dann ein weiteres Team des Kampfmittelräumdienstes mit einem Spezialbehälter. Vorsichtig wurde jedes der sechs Teile dort hineingelegt und die „Kugel“ anschließend sicher verschlossen. „Mit dieser Kugel könnte man bis zu drei Kilogramm TNT transportieren, das wäre absolut sicher“, erklärte einer der Entschärfer.

Die sichergestellten Teile werden nun beim Kampfmittelräumdienst untersucht und anschließend unschädlich gemacht. Gegen 9 Uhr wurde der gesperrte Parkplatz wieder für den Verkehr freigegeben. Der 36-jährige Trittauer muss sich nun wegen Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln und wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz verantworten, bestätigte der Torsten Gronau, Stabsstellenleiter der Polizeidirektion Ratzeburg.  

jeb

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige