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Seltene historische Fotografien zeigen das alte Stormarn

Bad Oldesloe Seltene historische Fotografien zeigen das alte Stormarn

Die Fielmann-Stiftung hat dem Archiv des Kreises 83 schwarz-weiß Aufnahmen des Heimatforschers Theodor Möller überlassen. Es sind wahre Schätze.

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Grande: Die Fotografie zeigt die alte, oberschlächtige Wassermühle, 1920.

Quelle: Fotos: Landesamt für Denkmalpflege SH

Bad Oldesloe. Sie zeigen das Sanssoucizimmer im Schloss Ahrensburg, das Heimatmuseum an der Hude in Bad Oldesloe, ein Fachhallenhaus in Bargteheide, die Hofansicht des Jersbeker Torhauses, die Grander Mühle, eine Torfgrube bei Duvenstedt oder den Eilbek-Kanal in Wandsbek: 83 historische Schwarz-Weiß-Fotografien von Theodor Möller (1873 — 1953) sind jetzt in den Besitz des Stormarner Kreisarchivs übergegangen. Die Fielmann-Stiftung hat sie geschenkt.

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Grande: Die Fotografie zeigt die alte, oberschlächtige Wassermühle, 1920.

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Stefan Watzlawzik ist ganz verzückt, wenn er die 30 mal 40 großen Abzüge in Händen hält. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Fotos geschenkt bekommen haben“, sagt der Kreisarchivar. „Sie sind eine sehr wertvolle Quelle.“

Theodor Möllers Fotografien stammen aus den Jahren 1905 bis 1935 und dokumentieren ein Stück Zeitgeschichte des alten Stormarn, zu dem damals zum Beispiel noch Wandsbek und Bergedorf gehört haben, bevor sie durch das Groß- Hamburg-Gesetz 1937 dem Kreis verloren gingen. „Sie zeigen die bäuerliche Welt, aber auch die Adelskultur. Möllers Fotografien waren aufklärerisch und sollten ein Heimatbild prägen“, sagt Jürgen Ostwald, der für Günther Fielmann die Fotoschätze in Bad Oldesloe überbrachte.

Theodor Möller, geboren in Rumohr bei Kiel, war zu seiner Zeit der bedeutendste Fotograf Schleswig-Holsteins. Über Jahrzehnte war er zu Fuß oder mit dem Zug im Norden unterwegs und dokumentierte mit seiner technisch einfachen Plattenkamera, gewichtigen Glasplatten und einem Stativ die Landschaft, bäuerliche und bürgerliche Baukultur, porträtierte Menschen in ihrem Umfeld. „Seine Arbeiten sind nicht nur von denkmalpflegerischer Relevanz, sondern haben auch eine ansprechende suggestive Ästhetik“, erzählt Ostwald.

Stefan Watzlawzik haben es die Aufnahmen vom damaligen Herrenhaus in Ahrensburg angetan. „Die sind sehr, sehr wertvoll, und es gibt sie so sicher nicht noch einmal“, sagt der Kreisarchivar. Die Fotos wurden überwiegend 1936 gemacht. Da war das Schloss zwar schon Museum, aber im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde es 1941 geschlossen, das Inventar ausgelagert und das Schloss unter Tarnnetzen versteckt.

„Die Fotografien erlauben uns, viel Unbekanntes zu entdecken. Wer kennt denn noch die Tätigkeit eines Torfstechers? Sie erlauben einen Rückblick und Historikern, Ansichten zu vergleichen. Was hat es gegeben, was gibt es“, sagt Watzlawzik. Doch nicht nur Geschichtswissenschaftler, Denkmalschützer und Archivare sollen von den 83 seltenen Fotodokumenten profitieren. Eine Ausstellung im Kreisarchiv soll der Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild vom Herrenhaus in Tangstedt (1919), von Wäscherinnen an der Beste in Bad Oldesloe (1931) oder vom Schulteich in Reinfeld (1932) zu machen, allerdings frühestens 2014.

Archiv im Krieg gerettet
Für Marion Bejschowetz grenzt es an ein Wunder, dass es den fotografischen Nachlass von Theodor Möller überhaupt noch gibt. „Während der ersten Bombeangriffe auf Kiel im Frühjahr 1941 wurde das Haus von Theodor Möller und seiner Frau Frieda zerstört. Das umfangreiche Bildarchiv wurde aber gerettet“, berichtet die Geschäftsführerin des Museumsverbandes Schleswig-Holstein. 1950 vermachte der Heimatforscher, der in Bad Segeberg Lehrer war, sein Archiv dem Landesamt für Denkmalpflege in Kiel. Es war auf 4615 Glasplatten und 1934 Rollfilmaufnahmen angewachsen. Im November 1953 nahm sich Möller das Leben. Er ist auf dem Friedhof in Ahrensbök neben seiner Frau beigesetzt.


Einblicke in die Arbeit Theodor Möllers gibt es in diversen Büchern, so dem Bildband „Quer durch Schleswig-Holstein“ mit Fotografien aus den Jahren 1900 bis 1950, erschienen 2007 im Wachholtz-Verlag.

Verena Bosslet

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