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Sicherheit im Waldorfkindergarten

Bad Oldesloe Sicherheit im Waldorfkindergarten

Fluchtwege wurden überprüft – Erzieher und Eltern sehen kein Gefahrenpotential.

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„Die Kinder sind bei uns sicher untergebracht“, sagen Maike Keibel, Sonja Mahr und Carola Stiem vom Waldorfkindergarten.

Quelle: Fotos: Britta Matzen

Bad Oldesloe. Wie sicher ist der Bad Oldesloer Waldorfkindergarten? Diese Frage hatte jüngst die Mitglieder des Bau- und Planungs- ausschusses beschäftigt. Die ganze Einrichtung sei total verwinkelt und verbaut, zudem überall Holz und Kerzen, bemängelte Uwe Rädisch. Der CDU-Stadtpolitiker ging sogar noch einen Schritt weiter und meinte: „Ich halte das Gebäude für so gefährdet, dass man Kinder dort nicht mehr unterbringen kann.“

LN-Bild

Fluchtwege wurden überprüft – Erzieher und Eltern sehen kein Gefahrenpotential.

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„Als wir das in der Zeitung lasen, waren wir sehr erschrocken und wie vor den Kopf geschlagen“, sagt Maike Keibel, Leiterin des Waldorfkindergartens. „Wir sehen die Situation ganz anders.“

Lebensgefährlich sei in dem Kindergarten gar nichts. „Wir sind eine öffentliche Einrichtung und müssen uns an Vorgaben halten, selbstverständlich wird der Brandschutz bei uns regelmäßig gecheckt“, so Sonja Mahr, Elternteil im Vorstand. Gleich am Tag nach der Sitzung des Bauausschusses sei die Bauaufsicht in die Einrichtung gekommen. „Die haben die Fluchtwege überprüft. Hier ist alles in Ordnung“, informiert Keibel. Auch im ersten Stock gebe es kein Sicherheitsproblem. Rädisch hatte dazu angemerkt, dass die Kinder im Speiseraum im ersten Stock besonders gefährdet seien. „Dort haben wir eine Feuertreppe außen am Haus, die vor zehn Jahren neu gebaut wurde.“ Auch die Elektrik sei erst vor Kurzem neu verlegt worden.

Zudem würden alle Erzieher das Thema Sicherheit sehr ernst nehmen. „Die sind bei uns in der Pflicht. Es ist zwar schon etwas her, dass wir die letzte Brandschutzübung mit den Kindern gemacht haben.

Aber das holen wir gleich nach den Herbstferien nach“, verspricht Maike Keibel. Die Betreuer seien alle schon sehr lange im Team dabei und auf einen etwaigen Notfall bestens vorbereitet. „Wir fühlen uns auf der sicheren Seite. Das kann ich auch als Mutter sagen, die ihr Kind hier im Waldorfkindergarten hatte. Ich habe zu keiner Zeit irgendein Gefahrenpotential gesehen“, bestätigt Sonja Mahr. Die Eltern der Kinder, 39 Jungen und Mädchen zwischen drei und sechs Jahren werden in der Einrichtung betreut, stünden ebenfalls hinter dem Team. „Die sind ganz entspannt und haben Vertrauen zu uns. Nach der Berichterstattung gab es seitens der Eltern keine einzige Nachfrage“, weiß Mahr.

Die Leiterin der Einrichtung war allerdings schockiert, dass das Konzept Waldorfkindergarten mit viel Holz und Kerzenlicht auf dem Tisch plötzlich durch die städtischen Politiker in Frage gestellt wird. „Holz gehört bei uns dazu. Darauf wollen wir auch nicht verzichten, wenn der Waldorfkindergarten neu gebaut werden sollte.“ Man wolle schließlich nicht in einem gekachelten Raum sitzen. Eine Kerze auf dem Essenstisch gehöre auch zum Konzept. „Es ist aber immer ein Erzieher in der Nähe, wenn die Kerze brennt“, fügt Carola Stiem, pädagogische Leiterin einer Gruppe, hinzu.

Grundsätzlich sehe das Team der Einrichtung es aber sehr positiv, dass Bewegung in das Thema Waldorfkindergarten kommt. „Wir können uns auch gut einen Neubau vorstellen – am liebsten auf unserem jetzigen Grundstück“, so die Vertreterinnen der Einrichtung. Wegen einer geplanten Krippenerweiterung, angedacht ist die Schaffung von zehn Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren, fand Mitte September eine Begehung mit den Mitgliedern des Bauausschusses statt. Dabei war der bauliche Zustand des Gebäudes aufgefallen.

Neubau statt Sanierung

38 Jungen und Mädchen sowie ein Integrationskind zwischen drei und sechs Jahren werden im Waldorfkindergarten von vier Erziehern und zwei Freiwilligen betreut. Geplant ist die Schaffung einer Krippe mit zehn Betreuungsplätzen. Da der räumliche Platz nicht ausreicht, wurden 50000 Euro Planungskosten für einen Neubau oder eine energetische Sanierung des bestehenden Gebäudes in den Haushalt 2016 eingestellt – vorerst mit Sperrvermerk. Nach der Begehung beschloss der Bauausschuss mehrheitlich, den Sperrvermerk nur für einen Ersatzneubau aufzuheben und kein Geld mehr in die Sanierung zu stecken.

Britta Matzen

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