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Stormarn Sie schossen den Oldesloer Vogel ab
Lokales Stormarn Sie schossen den Oldesloer Vogel ab
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20:24 21.07.2016
Fast wie Ritter und Hofdame: Matthias Welz und Barbara Richter-Conrad flankieren das neue Königspaar Justus Neumann und Celine Kahl.
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Bad Oldesloe

Bernd Nissen, Hausmeister an der Grund- und Gemeinschaftsschule am Masurenweg (SaM), gab den entscheidenden Tipp. „Du musst auf das Ende zielen, dann fällt der Vogel runter“, rief er Justus Neuman zu. Und der 14-jährige Achtklässler nahm sich diesen Hinweis offensichtlich zu Herzen – zielte und traf genau. Damit sicherte sich der Jugendliche beim Vogelschießen in Bad Oldesloe die Königswürde. Bei den Mädchen hatte kurz zuvor Celine Kahl (14) von der Theodor-Storm-Schule (TSS) den Vogel abgeschossen.

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Justus Neumann und Celine Kahl holten sich die Königswürde – Zwei Schulleiter gehören zum Hofstaat.

Justus Neumann, der die Klasse 8 c besucht und in Schwienköben in der Gemeinde Pölitz wohnt, war ziemlich baff, nachdem der unter einem Baldachin in rund fünf Meter Höhe thronender Holzrumpf in zwei Teilen auf die Erde gefallen war. „Damit hab’ ich nun wirklich nicht gerechnet“, lautete die erste Reaktion. Schnell gefasst zeigte sich dagegen sein Schulleiter Mathias Welz, der durchaus glücklich war, wieder eine Majestät an der SaM zu haben. Das hatte nämlich im vergangenen Jahr nicht geklappt – vermutlich war die Hilfestellung des Hausmeisters für den aktuellen Königsschuss nicht ganz unwesentlich. „Als Unterrichtsfach üben wir das Schießen mit der Armbrust allerdings noch nicht“, meinte Bernd Nissen.

Für den neuen König war nicht nur der gestrige Donnerstag ein besonderer Glückstag. Auch heute kann er durchaus zufrieden nach der Zeugnisvergabe in die großen Ferien gehen. „Justus ist ein guter Schüler und dementsprechend sind auch seine Noten“, verriet sein Klassenlehrer Wolfgang Petersen-Ramm.

So weit wollte sich TSS-Schulleiterin Barbara Richter-Conrad bei dem großen Wettbewerb auf dem Exer allerdings noch nicht in die Zeugnisse blicken lassen. Die Leiterin der Gemeinschaftsschule war allerdings auch überaus glücklich, dass Celine Kahl, Schülerin in der Klasse 8 b, den entscheidenden Treffer gelandet hatte: „Es ist gut, dass Celine Königin geworden hin – auch, weil sie besonders sozial engagiert ist.“ Dass die 14-jährige Oldesloerin von ihrer Schulleiterin besonders geherzt wurden, war schon eine Selbstverständlichkeit.

Die Theodor-Storm-Schule ist offensichtlich ein guter Nährboden für nachwachsende Majestäten, denn im vergangenen Jahr holte sich Julius Jetten den Titel. Seine Regentschaft mit Königin Lisa Szelag von der Theodor-Mommsen-Schule ging gestern zu Ende: „Das war ziemlich entspannt. Wir hatte ja auch keine Verpflichtungen.“ Der 15-Jährige hatte immerhin auch einige Tipps für die neuen Thronanwärter parat: „Ihr müsst solange warten, bis es nicht nicht mehr so windig ist und der Vogel auch nicht mehr schaukelt.“

Die rund 50 Achtklässler, die zum Vogelschießen antraten, mussten erneut unter einem Schutzkäfig auf dem hoch oben thronenden Vogel zielen. Diese Schutzvorrichtung wird seit wenigen Jahren eingesetzt, damit die jugendlichen Schützen nicht von abprallenden Metallbolzen getroffen und eventuell verletzt werden könnten.

Knapp sechs Durchgänge – mithin also fast 300 Schüsse – mussten von den Jungen abgefeuert werden, bevor der Vogel sein Leben ausgehaucht hatte. Mit deutlich weniger Schüssen kamen die rund 50

Mädchen aus. Sie hatten knapp 200 Mal ebenfalls mit Armbrüsten ihr Ziel anvisiert. Geschossen wurde mit einer Auflage in waagerechter Position. Deshalb bringen die Mädchen ihren Wettbewerb meistens schneller über die Runden. Alle Schüler, die dabei waren, hatten sich zuvor in ihren Schulen für das Vogelschießen qualifiziert.

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Der Rumpf des Holzvogels wird mit einer Säge geschwächt

Die hölzernen Vögel bestehen aus massivem Kiefernholz, denn das splittert nicht, wenn die Metallbolzen einschlagen. Angefertigt werden die Holztiere nach alten Vorbildern. Angebracht an den Rumpf werden unter anderem Schnabel, Schwingen, Schwert und Zepter. Diese Teile müssen zunächst von den Schülern heruntergeholt werden, bevor das eigentliche Königsschießen beginnen kann. Doch zuvor kommt dann eine Säge zum Einsatz, um ein allzu zähes Tier etwas zu schwächen. Der in zwei Teile gesägte Holzvogel wird dann wieder von einigen Stahlnägeln zusammengehalten. Kurz vor 12 Uhr waren gestern bei dem Wettbewerb auf dem Exer die Teile abgeschossen. Das Königsschießen dauerte anschließend noch etwa 30 Minuten – bei rund 30 Grad Celsius um Schatten. mt

Michael Thormählen

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