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Silbernes Jubiläum bei „Frauen helfen Frauen“

Bad Oldesloe Silbernes Jubiläum bei „Frauen helfen Frauen“

Die Bad Oldesloer Frauenfachberatungsstelle feiert heute ihre Gründung vor 25 Jahren.

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Herzlich begrüßt werden Ratsuchende bei Frauen helfen Frauen in Bad Oldesloe unter anderem von Gisela Bojer (l.) und Dagmar Greiß.

Quelle: Foto: kks

Bad Oldesloe. Den Anfang machte in Bad Oldesloe eine Gruppe von 18 Frauen. Sie wollten dem Thema Gewalt gegen Frauen etwas entgegensetzen und gründeten vor 25 Jahren ihren Verein.

„Frauen helfen Frauen“, so ihr Vereinsmotto, sollte Anlaufstelle werden für die weibliche Bevölkerung — nicht nur in Bad Oldesloe. Erster Schritt: Die Einrichtung eines Notruftelefons. Hier konnten Frauen und Mädchen anonym Hilfe bekommen, die von Gewalt, von sexueller Gewalt betroffen waren. Was ehrenamtlich als Notruftelefon begann hat sich innerhalb von 25 Jahren zur Fachberatungsstelle entwickelt.

„In Stormarn gab es gar nichts“, erinnert sich Gründungsmitglied Dagmar Greiß. Frauen, die sich am Notruftelefon gemeldet hatten, fragten schnell, ob sie nicht zum Gespräch kommen könnten. Der Grundstein für die professionelle Beratungsstelle war gelegt.

„Wir konnten durch eine ABM-Maßnahme eineinhalb Stellen schaffen, für drei Jahre.“ Greiß, die eine Ausbildung als Diplom-Sozialwirtin und Gestalt- und Traumatherapeutin hat, bot psychosoziale Beratung an, die halbe Stelle wurde mit einer Psychologin besetzt. „Das Gute an der Zeit war, dass es einen riesigen Weckruf in Schleswig-Holstein gab. Die schwarze Regierung wurde durch eine rot—grüne abgesetzt“, ein Frauenministerium installiert.

„Unser Anfang stand unter einem guten Stern“, erinnert sich Greiß und freut sich noch heute über Fördermittel in Höhe von 10 000 Mark aus Kiel. „Wir bekamen aus Kiel gleich Unterstützung. Vor Ort war es ein harter Kampf, Frauen helfen Frauen zu etablieren.“ In den Köpfen war noch nicht angekommen, dass Gewalt gegen Frauen existiert, auch in Bad Oldesloe, in Stormarn.

Heute arbeiten in der Frauensuchtberatungsstelle, die ihren Sitz im Bella-Donna-Haus in der Oldesloer Bahnhofsstraße hat, sechs Kolleginnen, davon sind allein vier in der Beratung tätig. „Wir sind nicht mehr so exotisch, wir sind in der Fachwelt angekommen“, so Greiß. Die Schwerpunkte im Haus sind: Gewalt gegen Frauen, Schwangeren- und Familienhilfeberatung, Hilfe und Beratung für Frauen, die psychisch krank sind. Seit 2001 gibt es dafür eine Kooperation mit to hus, einem Verbund der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Zum Verein gehört ebenso das Frauenhaus. Es ist eine stationäre Schutzmöglichkeit, die auch oft genutzt wird. Allein 2012 bot das Haus 34 Frauen mit 31 Kindern Schutz. Frauen helfen Frauen ist aber seit drei Jahren auch Fachstelle für Essstörungen, für das sich die Berater eine Regelfinanzierung wünschen.

Insgesamt fünf Jahre lang, berichtet die Sozialmanagerin Gisela Bojer, werde dieser Bereich unter anderem durch eine Starthilfefinanzierung der Aktion Mensch und Spenden getragen. Doch 2015 läuft die Förderung aus, Frauen helfen Frauen ist auf Spenden angewiesen. Aber nicht nur das: „Wir möchten die Politik dafür gewinnen, dass es weiterläuft“, so Bojer. Denn der Bedarf sei groß. „Es ist ein riesiges Feld.“ Starke Akzente setzt die Beratungsstelle dabei in der Beratung der Betroffenen und Angehörigen aber auch in der Präventionsarbeit beispielsweise in Schulen.

Von den 18 Frauen, die vor 25 Jahren den Verein gründeten, sind übrigens noch vier aktiv dabei.

Vereinschronik
1988 gründen 18 Frauen den Verein in Bad Oldesloe.

1992 erfolgt die Anerkennung als Beratungsstelle.

1996wird die Schwangeren- und Familienhilfeberatung ins Programm genommen. Es gibt auch einen offenen Treff für Frauen mit Psychiatrieerfahrung.

2000startet die Kooperation mit dem Wohnverbund der Stiftung Alsterdorf für psychisch kranke Frauen, seit 2011 in Kooperation mit der to hus GmbH.

2002beginnt die Trägerschaft für das Kooperationskonzept- und Interventionsskonzept bei häuslicher Gewalt (Kik Stormarn).

2004kommt es zum Zusammenschluss mit dem Frauenhaus Stormarn.

2010 beginnt in Bad Oldesloe das fünfjährige Modellprojekt Essstörungen.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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